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Bundesbank-Umfrage Corona beendet den Boom bei den Baukrediten

Erstmals seit Ende 2017 berichten Banken über einen Rückgang der Nachfrage nach privaten Immobilienfinanzierungen. Aber auch die Institute selbst agieren anders.
14.07.2020 - 18:55 Uhr Kommentieren
Vorsichtige Banken, vorsichtige Kunden – im Privatkundengeschäft lassen beide Seiten mehr Vorsicht walten. Quelle: dpa
Sonnenuntergang in Frankfurt am Main

Vorsichtige Banken, vorsichtige Kunden – im Privatkundengeschäft lassen beide Seiten mehr Vorsicht walten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Baufinanzierung ist für Deutschlands Banken seit Langem eine wichtige Säule im Kreditgeschäft. Doch nun scheint die unsichere Wirtschaftslage in Deutschland die Sehnsucht der Bundesbürger nach den eigenen vier Wänden auszubremsen. „Die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten ging erstmalig seit 2017 zurück“, schreibt die Bundesbank in ihrer vierteljährlichen Umfrage zum Kreditgeschäft der Banken in Deutschland.

Kleiner Lichtblick: Der Nachfragerückgang in der privaten Immobilienfinanzierung fiel der Umfrage zufolge nicht ganz so brutal aus, wie viele Institute im Frühjahr noch befürchtet hatten.

Der Nettoanteil der Banken, die einen Rückgang meldeten, betrug 29 Prozent. Das bedeutet, dass der Anteil der Banken, die einen Rückgang beobachteten, um 29 Prozentpunkte über dem Anteil der Institute lag, die einen Zuwachs meldeten. Im April prognostizierten die Banken noch zu 59 Prozent einen Rückgang.

Gleichwohl ist das Interesse an Baufinanzierungen im ersten vollen Corona-Quartal so brutal gesunken wie nie in den vergangenen zehn Jahren. Die Kreditinstitute gehen mehrheitlich von einem weiteren Rückgang der Nachfrage nach Baudarlehen aus. Als wichtigsten Grund für die Entwicklung nennen die Institute das gesunkene Verbrauchervertrauen.

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    Nicht nur die Kunden der Geldhäuser sind wegen der Coronakrise vorsichtiger geworden, sondern auch die Geldhäuser selbst. Erstmals seit dem Jahr 2016 berichtet ein nennenswerter Anteil der Banken, dass sie ihre Kreditrichtlinien verschärft haben, die darüber entscheiden, ob ein Baudarlehen gewährt wird oder nicht.

    Banken lehnen mehr Kredite ab

    Das Lager der strengeren Banken ist um rund 20 Prozent größer als das Lager der lockernden Banken. Die wichtigsten Gründe dafür sind dabei die Konjunkturaussichten wie auch die von den Banken erwartete Preisentwicklung für Wohneigentum.

    Auch die Zahl der vollständig abgelehnten Wohnungsbaukredite ist gestiegen, wenngleich der Wert noch nicht auffällig hoch ist. Netto berichteten elf Prozent der Banken, dass sie mehr Kredite abgelehnt haben als in den vorangegangenen drei Monaten.

    Bei Konsumentenkrediten sind die Banken sehr viel strenger. Ein Netto-Anteil von 27 Prozent der Banken berichtet, mehr Konsumentenkredite abgelehnt zu haben als im Vorquartal. Auch die Kreditvergabestandards wurden erstmals seit Jahren wieder nennenswert verschärft.

    Neben den Konjunkturaussichten spielte dabei auch ein pessimistischerer Blick auf die Kreditwürdigkeit der Kunden eine wichtige Rolle. Die Ausgabelaune vieler Kunden hielt sich allerdings in Grenzen: Banken meldeten einen noch deutlicheren Rückgang der Nachfrage als in der Baufinanzierung.

    Große Nachfrage bei Unternehmen

    Die Lage im Privatkundengeschäft unterscheidet sich damit deutlich von den Nachfragetrends in der Unternehmensfinanzierung. Dort ist die Nachfrage enorm hoch und wird nach Einschätzung der Banken auch im nächsten Quartal hoch bleiben. Das deckt sich mit dem Kreditmarktausblick der KfW. 

    Dass die Zahl der abgelehnten Kreditanträge nur geringfügig angestiegen ist, dürfte nicht zuletzt an den Hilfsprogrammen der staatlichen Förderbank KfW liegen, bei denen der Staat das Gros der Haftung übernimmt. „Für Unternehmen aus hart betroffenen Branchen wie Transportwesen, Tourismus, Maschinenbau oder für viele Automobilzulieferer sind die Hilfsprogramme der KfW und der Landesförderinstitute im Moment existenziell wichtig“, hatte vor Kurzem der Hypo-Vereinsbank-Vorstand für Unternehmenskunden, Markus Beumer, gesagt.

    Der Risikoappetit der Geldhäuser selbst ist begrenzt. Die Institute haben sowohl ihre Kreditvergabestandards verschärft als auch die Konditionen für gewährte Darlehen verschlechtert. Das deckt sich mit den Ergebnissen der „KfW-Ifo-Kredithürde“, die Unternehmen dazu befragt, wie schwer es ist, an Kredite zu kommen. 

    Dieser Indikator ist im zweiten Quartal auf den höchsten Wert seit einer Methodenumstellung im Jahr 2017 gestiegen. „Mehr als ein Fünftel der Mittelständler gab an, dass die Banken sich in den Kreditverhandlungen im zweiten Quartal 2020 restriktiv gezeigt hätten“, teilte die KfW kürzlich mit. Auch Großunternehmen hätten „deutlich wachsende Hindernisse“ bei der Kreditvergabe überwinden müssen.

    Mehr: EZB – Starke Nachfrage nach Firmenkrediten wegen Coronakrise

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