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Bundesbank-Vizepräsidentin „Banken müssen sich auf härteren Wettbewerb einstellen“

Deutschlands oberste Bankenaufseherin ist anspruchsvoll. Auf der Handelsblatt-Sparkassen-Tagung warnt Sabine Lautenschläger die Kreditinstitute, ihr Risikomanagement zu vernachlässigen.
08.02.2012 - 14:34 Uhr 1 Kommentar
Für Deutschland sitzt das Bundesbank-Vorstandsmitglied Sabine Lautenschläger im Aufsichtsgremium der EBA. Quelle: dpa

Für Deutschland sitzt das Bundesbank-Vorstandsmitglied Sabine Lautenschläger im Aufsichtsgremium der EBA.

(Foto: dpa)

Berlin  

Die Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Lautenschläger, stimmte die Gäste der Handelsblatt-Tagung „Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“ gleich richtig ein. „Ich bin eine anspruchsvolle Aufseherin. Ich will Banken sehen, die ihre Kosten im Griff haben, ohne ihr Risikomanagement zu vernachlässigen“. Banken müssten auskömmliche Renditen erzielen, um ihre Risiken absichern zu können. Man werde hartnäckig nachfragen, ob die Geschäftsziele insbesondere der Landesbanken auch tatsächlich erreicht werden. In Deutschland teilen sich die Bundesbank und die Finanzaufsicht Bafin die Aufsicht über die Banken. 

Alle Banken stehen nach Einschätzung Lautenschlägers vor „immensen Herausforderungen“. Denn die Konkurrenz der Kreditinstitute um Kunden sei in Deutschland nach wie vor stark ausgeprägt, was die Margen belaste. Dabei werde es nicht bleiben: „Ich rechne mit einem noch härteren Wettbewerb um Einlagen und um Kunden mit guter Bonität“, sagte Lautenschläger. Und sie geht auch davon aus, dass die ausländischen Banken, bald wieder stärker Flagge zeigen werden in Deutschland. In der Finanzmarktkrise hatten sich viele ausländische Banken wieder auf ihre Heimatmärkte konzentriert. Gleichzeitig, so Lautenschläger,  stehen die Banken vor der Aufgabe, anspruchsvolle Regulierungsmaßnahmen umzusetzen, die auch zu Lasten der Rendite gingen.

Zum einen müssten Banken künftig mehr und qualitativ härteres Eigenkapital vorhalten. Klar sei auch, dass die neuen Liquiditätsnormen, die 2015 eingeführt werden sollen, die Refinanzierung der Banken verteuern werden. Das müsse alles vor dem Hintergrund der gesunkenen Bonität vieler Banken gesehen werden, die die Refinanzierung verteuern werde. 

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    Kritisch wies die Bankaufseherin darauf hin, dass Landesbanken in der Vergangenheit sich stärker im Ausland engagiert haben, weil die Rendite in Deutschland als nicht auskömmlich galt. Jetzt würden und müssten sich die Landesbanken – wegen entsprechender EU-Auflagen für erhaltene Beihilfen – auf Deutschland konzentrieren.  Gleichzeitig machte Lautenschläger klar, dass es nicht „die“ Landesbank gäbe, sondern jede Bank für sich betrachtet werden müsse. Positiv sei, dass sich alle Landesbanken „mit Verve“ auf die Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle konzentrieren.

    Auch wenn die rund 425 Sparkassen den Finanzmarkt insgesamt stabilisieren, könnte der Bereich nicht über einen Kamm geschoren werden. Mit einer durchschnittlichen Kernkapitalquote von 10,5 Prozent seien die Sparkassen zwar gut kapitalisiert, doch im Einzelfall gebe es doch deutliche Unterschiede. „Es gibt Sparkassen, die ihr Eigenkapital noch aufstocken müssen, aber Sorgen mache ich mir deswegen nicht.“ Zudem gebe es ja häufig die Möglichkeit, „stille Reserven“ umzubuchen.

    "Umbau der Landesbanken wird sich hinziehen"
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    1 Kommentar zu "Bundesbank-Vizepräsidentin: „Banken müssen sich auf härteren Wettbewerb einstellen“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Das müsse alles vor dem Hintergrund der gesunkenen Bonität vieler Banken gesehen werden, die die Refinanzierung verteuern werde."

      Die Frau ist gut, bestätigt sie doch heute die langjährigen Einschätzung der Börsianer.

      Hier einige Fakten:
      Deutsche Bank, Kurs 2007: 104 heute: 34
      Commerzbank, Kurs 2007: 30 heute: 2

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