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Caixabank Wie der einflussreiche Netzwerker Isidro Fainé für eine Fusion mit Bankia wirbt

Seit Jahren will der heutige Chef der Caixa-Stiftung die Caixabank mit dem Rivalen Bankia fusionieren. Jetzt ist er seinem Projekt so nahe wie nie zuvor.
07.09.2020 - 17:14 Uhr Kommentieren
Caixa-Stiftung: Wie Isidro Fainé für eine Fusion der Caixabank mit Bankia wirbt Quelle: Europa Press/Getty Images
Caixabank

Isidro Fainé gilt als bestens vernetzt.

(Foto: Europa Press/Getty Images)

Madrid Isidro Fainé hat aus seinem großen Ziel nie einen Hehl gemacht. „Ich will, dass die Caixabank eine der größten Banken Europas wird. Und ich werde nicht ruhen, bis wir dieses Ziel erreicht haben“, sagte er schon 2015 in einem Interview mit der „Financial Times“. Damals war er Verwaltungsratschef von Spaniens heute drittgrößtem Finanzinstitut, der Caixabank.

Seit 2016 ist Fainé zwar nicht mehr im Tagesgeschäft der Bank aktiv, sondern leitet die Stiftung Fundación Caixa, der 40 Prozent an Caixabank gehören. Doch hinter den Kulissen hat der umtriebige Banker weiter an seinem großen Traum gearbeitet. Dazu gehörte schon vor zehn Jahren die Übernahme der ehemaligen Madrider Sparkasse Caja Madrid, die inzwischen mit anderen Sparkassen in Spaniens viertgrößter Bank Bankia aufgegangen ist.

Madrid ist Spaniens wichtigster Finanzplatz, und für die ehrgeizigen Pläne Fainés war eine Übernahme von Bankia mit ihrer starken Position in der spanischen Hauptstadt ein logischer Schritt. Nachdem in der Finanzkrise im Jahr 2010 ein erster Übernahmeversuch der Caja Madrid scheiterte, kaufte Fainé zahlreiche andere regionale spanische Sparkassen auf.

Nun sieht es aus, als stünde er kurz vor dem Ziel: Ende vergangener Woche teilten Bankia und Caixabank der spanischen Börsenaufsicht mit, dass sie über eine Fusion reden. Zusammen rücken sie mit einer Bilanzsumme von 664 Milliarden Euro auf den zehnten Platz der größten Banken in der EU auf. Allein steht die Caixabank derzeit an 14. Stelle.

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    „Obwohl Fainé formell aus dem Management von Caixabank ausgestiegen ist, hat er nie aufgehört, sich mit den strategischen Fragen der Bank zu beschäftigen“, sagt Nuria Álvarez Añibarro von der spanischen Investmentbank Renta 4. Laut spanischen Presseberichten hat Fainé, 78 Jahre alt, in den vergangenen Wochen Gespräche mit der spanischen Wirtschaftsministerin Nadia Calviño und dem Chef des spanischen Bankenrettungsfonds Frob, Jaime Ponce, geführt, um für eine Fusion mit Bankia zu werben. Der spanische Staat hat Bankia 2012 gerettet und besitzt über den Frob 62 Prozent an dem Institut.

    Bestens vernetzt

    Der bestens vernetzte Fainé hat zudem ein hervorragendes Verhältnis zum Verwaltungsratschef von Bankia, José Ignacio Goirigolzarri. Obwohl Caixabank deutlich größer ist als Bankia und in einer wie auch immer gearteten Fusion oder Übernahme die tragende Rolle spielen dürfte, soll Goirigolzarri offenbar Verwaltungsratschef bleiben, allerdings nicht mehr mit exekutiven Funktionen wie bisher.

    Der gelernte Ökonom Fainé hat die einstige katalanische Sparkasse Caixa von 2007 bis 2016 geleitet. Die Onlinezeitung „El Confidencial“ beschreibt ihn als den „letzten der De-facto-Machthaber“ Spaniens, der die Geschicke des Landes über Jahre maßgeblich bestimmt habe. Als Chef der Caixa-Stiftung – einer der größten weltweit – hat er auch heute noch eine sehr einflussreiche Position.

    Der Stiftung gehört die Holding Criteria Caixa, die nicht nur der größte Aktionär der Caixabank ist, sondern auch Beteiligungen an zahlreichen Großkonzernen besitzt – vom spanischer Energieversorger Naturgy über den Telekomkonzern Telefónica bis zum französischen Entsorger Suez. Sollte die Fusion zwischen Bankia und Caixabank zustande kommen, wäre die Caixa-Stiftung mit einem Anteil von rund 30 Prozent größter Aktionär der fusionierten Einheit.

    Aus einfachen Verhältnissen

    Fainé hat sich schon als Jugendlicher seinen Weg gesucht. In armen Verhältnissen bei Barcelona geboren, hat er mit 13 Jahren angefangen, in einer Fahrradwerkstatt zu arbeiten, um Geld zu verdienen. Später machte er in der Abendschule Abitur, während er tagsüber jobbte. Seine Eltern waren Analphabeten, denen er lesen und schreiben beibrachte.

    In Interviews legt er aber Wert auf Bescheidenheit. „Meine Mutter war viel schlauer als ich“, sagt er dann oder: „Ich bin genau so, wie meine Eltern mich erzogen haben.“

    Mit der Stiftung setzt er sich heute für soziale Projekte wie den Kampf gegen Kinderarmut oder sozialen Ausschluss ein. Das Schema des aalglatten Bankers, der vor allem auf seinen Bonus bedacht ist, passt auf ihn nicht. „Fainé ist ehrlich und glaubwürdig“, urteilt Manuel Romera, Bankexperte der Madrider Business School IE.

    Auch für die Stiftung hat der Selfmade-Banker ein ehrgeiziges Ziel: Als ihn die spanische Tageszeitung „ABC“ jüngst nach seinem möglichen Berufsende befragte, erklärte er: „Ich arbeite nicht für die kommende Woche, und ich werde meine Arbeit nicht als beendet betrachten, bis ich die Zukunft der Stiftung für die kommenden 100 Jahre gesichert habe.“

    Mehr: Nach den Fusionsgesprächen von Bankia und Caixabank – Hoffnung auf Konsolidierung in Europa

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