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Chefin der Abbaubank Umstrittene Managerin Louise Kitchen verlässt die Deutsche Bank

Die Chefin der Abbaubank tritt von ihrem Posten zurück. Die offizielle Begründung dafür ist vage. Die Ex-Investmentbankerin Kitchen war intern wegen einiger Skandale umstritten.
09.06.2021 - 21:19 Uhr Kommentieren
Das Institut hat am Mittwoch eine Reihe von Personalwechseln bekannt gegeben.  Quelle: REUTERS
Zentrale der Deutschen Bank

Das Institut hat am Mittwoch eine Reihe von Personalwechseln bekannt gegeben. 

(Foto: REUTERS)

Frankfurt Die Deutsche Bank hat im Rahmen eines größer angelegten Führungswechsels die Spitze ihrer internen Altlasten-Abteilung ausgetauscht. Louise Kitchen wird ihren Posten aufgeben und die Deutsche Bank verlassen. Das geht aus einem internen Memo hervor, das dem Handelsblatt vorliegt und über das zuerst die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte.

Die Bank begründete den Abgang Kitchens damit, dass die Abbaubank, die offiziell unter dem Namen Capital Release Unit (CRU) läuft, nun in eine „neue Phase“ eintrete. Nachdem es zunächst um die Reduzierung der Risiken gegangen sei, lege die Bank nun einen stärkeren Fokus darauf, die verbliebenen Kosten der Sparte weiter und schneller zu verringern. Rebecca Short, die im Vorstand vor Kurzem die Zuständigkeit für die Abbaubank von Frank Kuhnke übernommen hatte, dankte Kitchen für ihren Einsatz.

Die „neue Phase“ der Abbaubank ändert allerdings nichts daran, dass Kitchen postwendend durch einen Nachfolger ersetzt wurde: Richard Stewart übernimmt ihren Posten mit sofortiger Wirkung.

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge steht der Rücktritt von Kitchen und einem weiteren Manager aber in Zusammenhang mit dem umstrittenen Verkauf von Währungsderivaten an Unternehmenskunden in Spanien, der von der Bank derzeit untersucht wird. Kitchen war bis Sommer 2019 für den Vertrieb solcher Produkte zuständig. So wie sie hat auch ein weiterer Manager das Institut verlassen, der auf Führungsebene für Währungsprodukte zuständig war. Die Deutsche Bank kommentierte den Bericht nicht.

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    Intern war Kitchen Finanzkreisen zufolge seit Längerem umstritten – schon zu dem Zeitpunkt, zu dem sie Chefin der Abbaubank wurde. Der wichtigste Grund dafür ist eine frühere Führungsposition Kitchens im Rohstoffhandel der Bank, den Kitchen zu einem Zeitpunkt innehatte, als Manager der Bank bei einem betrügerischen Umsatzsteuerkarussell im Handel mit Kohlendioxid(CO2)-Emissionszertifikaten verwickelt waren.

    Unter Kitchens Führung arbeitete damals in London auch ein Manager, der wegen seiner Rolle in diesem Skandal vor zwei Jahren in Frankfurt angeklagt wurde. Er war zwischen September 2007 und Januar 2011 Vertriebschef für Rohstoffe und Emissionszertifikate. Kitchen sei „die letzte Überlebende“ aus diesem Skandal, die noch in der Bank arbeite, heißt es in Finanzkreisen.

    Neben Kitchens Demission gab die Bank noch eine Reihe anderer Personalentscheidungen bekannt. Kitchen ist mit einer Ausnahme allerdings die einzige Managerin in Shorts Aufgabenbereich, die die Bank im Zuge des Personalkarussells verlässt. Bei dem anderen Abgang handelt es sich um Ashley Wilson, der zu BNP Paribas wechselt. Wilsons Wechsel steht allerdings in direktem Zusammenhang mit der Übertragung des Hedgefonds-Geschäfts, das die Bank an die Franzosen verkauft hat.

    Mehr Kontrolle für Investment- und Unternehmensbank

    Ansonsten gibt es neue Aufgabenverteilungen: So übernimmt Andrew Zielinski die Leitung des Transformation Governance Office (TGO) zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Sein Vorgänger Angus Vassie wird Chief Operating Officer für Technologie, Daten und Innovation. 

    Außerdem wird Sandra Frenz, die Leiterin der Transformation in den USA, die auch für die Beseitigung festgestellter Schwachstellen zuständig ist, künftig nicht nur an Amerikachefin Christiana Riley, sondern zusätzlich auch an Short direkt berichten. Vor Kurzem wurde bekannt, dass die US-Notenbank Fed die Bank für schleppende Verbesserungen im Risikomanagement und der Compliance gerügt hatte.

    Personalveränderungen gab es auch in anderen Vorstandsbereichen. Der neuerdings für die Investmentbanking- und Firmenkundensparte zuständige Vorstand Fabrizio Campelli hat in seinem Bereich zwei neue Posten geschaffen, um künftige Fehltritte und Defizite der Bank bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität zu vermeiden. Denn vor Kurzem hatte auch die Bafin die aus ihrer Sicht mäßigen Fortschritte der Bank in der Transaktionsüberwachung gerügt – was genau diese beiden Geschäftsbereiche betrifft.

    Künftig soll Patricia Sullivan, die von Standard Chartered in New York aus zur Deutschen Bank wechselt, die Finanzkriminalitätsrisiken des Bereichs kontrollieren und überwachen und diese Kontrollen außerdem verbessern.  

    Außerdem schafft Campelli den Posten eines Chief Conduct, Business Risk and Controls Officer, der alle Aktivitäten im Geschäftsbereich bündelt, mit denen solche Risiken ermittelt werden sollen. Den Posten übernimmt Ross Mackenzie. Sullivan und Mackenzie sollen eng mit der Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität zusammenarbeiten, die mit Joe Salama seit Kurzem ebenfalls einen neuen Chef hat.

    Mehr: Verkauften die Investmentbanker ungeeignete Produkte? Deutsche Bank leitet interne Untersuchung ein

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