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China-Geschäft Deutsche Bank hat Manager trotz Warnsignalen befördert

Prüfberichte der Deutschen Bank legen schon im Jahr 2015 nahe: Ein hochrangiger Compliance-Manager hat sich zweifelhaft verhalten. Befördert wurde er trotzdem. Das wirft Fragen auf.
16.10.2019 Update: 16.10.2019 - 19:02 Uhr Kommentieren
Deutsche Bank in Hongkong: Dem Geldhaus werden zweifelhafte Einstellungspraktiken vorgeworfen. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Deutsche Bank in China

Deutsche Bank in Hongkong: Dem Geldhaus werden zweifelhafte Einstellungspraktiken vorgeworfen.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Frankfurt Die Beförderung eines hochrangigen Compliance-Managers der Deutschen Bank wirft zunehmend Fragen auf. Denn von der Bank beauftragte externe Anwälte warfen dem Betroffenen schon im Jahr 2015 Fehlverhalten vor. Der Manager, der fast drei Jahre in Asien arbeitete, spielte 2005 eine wichtige Rolle beim Engagement eines dubiosen Beraters in China.

Gegenstand der Vorwürfe sind zweifelhafte Einstellungspraktiken der Bank in den Jahren nach 2002 in Ländern wie Russland und China. Der in der Kritik stehende Manager war an einem dieser Vorgänge beteiligt, weil er trotz Bedenken der eigenen Compliance-Abteilung einen Beratervertrag durchgeboxt hatte.

Dies geschah auf Wunsch des damals starken Mannes der Deutschen Bank in China, Lee Zhang. Wie sich kurz nach Vertragsschluss herausstellte, war der dubiose Berater eng mit der Familie des damaligen chinesischen Premiers verbunden.

Als die Bank die Vorgänge 2015 von externen Anwälten aufbereiten ließ, kamen die zu einem für den Manager ungünstigen Urteil, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch berichtete. Danach befand die Kanzlei, der Deutschbanker habe seine Pflichten verletzt, weil er den Beratervertrag ausstellte, noch bevor ein laufender Hintergrund-Check abgeschlossen war. Außerdem habe er nicht darauf bestanden, dass ein zuständiger Manager diesen Berater persönlich traf. Auch seine Vorgesetzten habe er nicht informiert.

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    Trotz des ungünstigen Befunds wurde der Manager, der nach seiner Zeit in Asien Karriere im Privatkundengeschäft machte, im Februar 2017 Organisationschef der Compliance-Abteilung. Das blieb er bis Juli 2019. Seither ist er in leitender Funktion mit Risikoaufgaben betraut.

    In Finanzkreisen heißt es, dass dem Manager arbeits- und strafrechtlich nichts vorzuwerfen gewesen sei. Völlig sanktionsfrei blieb die Angelegenheit aber wohl doch nicht: Finanzkreisen zufolge kürzte die Bank dem Manager nach der Untersuchung den Bonus.

    Auch bei seiner Beförderung in der Compliance-Abteilung war der Vorfall ein Thema zwischen der Regulierungs- und Compliance-Vorständin Sylvie Matherat und der Personalabteilung. Letztlich habe sich Ressortchefin Matherat aber doch für ihn entschieden. Die Bank wollte das nicht kommentieren.

    Mehr: Deutsche Bank setzt mit instinktlosen Beförderungen ihren Ruf aufs Spiel

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