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Martin Zielke

Vor der Präsentation der Quartalszahlen hat Zielke bereits versucht, den Ton vorzugeben.

(Foto: Reuters)

Commerzbank-Quartalszahlen Profitabel ist nicht profitabel genug: Commerzbank legt Zahlen vor

Am Mittwoch legt die Commerzbank Quartalszahlen vor. Das Geldhaus ist zwar profitabel, aber nicht profitabel genug. Nach der geplatzten Fusion stellt sich die Frage, wie es weitergeht.
07.05.2019 - 19:30 Uhr Kommentieren

Frankfurt Die Commerzbank präsentiert am Mittwoch ihre Zahlen für das erste Quartal. Analysten gehen im Schnitt von einem Nettogewinn von 101 Millionen Euro und einem operativen Ergebnis von 217 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte das Geldhaus netto 262 Millionen Euro und operativ 258 Millionen Euro verdient.

So frisch nach den gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank steht aber natürlich auch die Frage im Raum, wie es bei der Commerzbank prinzipiell weitergeht. Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte sich für die Fusion stark eingesetzt und muss nun erklären, wie er das Institut ohne die Fusion voranbringen will.

Vor der Präsentation der Quartalszahlen hat Zielke bereits versucht, den Ton vorzugeben: In einem Interview sagte er kürzlich, dass die Kundenzahlen weiter gestiegen seien. Das Privatkundengeschäft habe „seine sehr positive Entwicklung fortgesetzt“, im Firmenkundengeschäft gebe es Fortschritte. Die Gretchenfrage bei der Commerzbank lautet allerdings: Konnte das Institut dieses Wachstum auch in eine höhere Profitabilität ummünzen? Auf diese Punkte sollten Anleger deshalb achten.

1. Kündigt die Commerzbank ein Sparpaket an?

Die Commerzbank ist zwar profitabler als die Deutsche Bank, aber mit zuletzt 3,4 Prozent Rendite noch nicht profitabel genug. Auch das Kundenwachstum hat bislang die Ertragserosion der zweitgrößten deutschen Privatbank nicht stoppen können. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis der Vorstand das nächste Sparpaket einläutet. Die Bank will bis zum Jahr 2020 die Kosten auf 6,5 Milliarden Euro drücken.

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    Die Frage ist, ob sich der Vorstand nun ehrgeizigere Ziele setzen will. Schließlich hatte das Institut versprochen, seine Kosten bereits in diesem Jahr spürbar zu senken. Das ist auch nötig, denn als die Commerzbank im vergangenen Sommer ihr Kosten-Zwischenziel für 2018 kassierte, verärgerte das viele Analysten.

    An diesem Dienstag hatte Bafin-Chef Felix Hufeld noch einmal betont, dass er die bisher erfolgten Kosteneinsparungen in der deutschen Bankenbranche für nicht ausreichend hält. Gründe für ehrgeizigere Kostenziele gäbe es daher genug.

    2. Wie geht es mit der Firmenkundensparte weiter?

    Im Herbst verlässt der aktuell für die Sparte zuständige Vorstand Michael Reuther das Institut, weil er seinen Vertrag nicht verlängert hat. Einen Nachfolger hat das Institut noch nicht benannt – und während der Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank lag die Nachfolgesuche auf Eis. Nun drängt die Nachfolge-Frage umso mehr, da sich die Firmenkundensparte in den vergangenen Jahren von der Ertragsperle zum Sorgenkind der Bank entwickelt hat.

    Noch vor wenigen Jahren war das Mittelstandsgeschäft das finanzielle Rückgrat der Bank, das die höchsten Gewinne abwarf. Mittlerweile verdient die Sparte weniger als die Privatkundensparte: Analysten rechnen damit, dass die Sparte im ersten Quartal 100 Millionen Euro verdient hat, das Privatkundengeschäft 181 Millionen Euro.

    Dabei hatte die Bank 2016 die Firmenkunden- mit der Kapitalmarktsparte zusammengelegt. Bislang hat sich dies nicht ausgezahlt. Das ist gefährlich, denn dank der guten Konjunktur sind die Risikokosten für faule Kredite derzeit sehr niedrig. Wenn sich das änderte, träfe das die Commerzbank hart.

    Zielke hofft unter anderem, dass die Firmenkunden, denen es so wichtig war, dass die Commerzbank unabhängig bleibt und nicht mit der Deutschen Bank fusioniert, nun auch mehr Geschäfte mit dem Institut machen.

    3. Wie profitabel ist die Privatkundensparte?

    Auch im Privatkundengeschäft tut sich die Commerzbank mit dem Geldverdienen schwer. Das Institut gewinnt fortlaufend neue Kunden – unter der Marke Commerzbank, mit der Onlinetochter Comdirect oder der polnischen mBank. Die Bank beteuert, dass sich die neuen Kundenbeziehungen schon nach kurzer Zeit für die Bank rechnen.

    Nur in der Ertragsrechnung schlägt dieses Wachstum noch nicht vor aller Augen durch. Glaubt man den Analysten, dann hat die Bank in der Sparte in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit 181 Millionen Euro weniger als im Vorjahr verdient, als der operative Ertrag noch 203 Millionen Euro betrug.

    4. Ändert die Commerzbank ihre Strategie?

    Commerzbank-Chef Zielke betont, dass sich die Commerzbank auch ohne Fusion mit der Deutschen Bank nicht völlig neu erfinden muss. „Wir haben eine funktionierende Strategie. Wir haben den Zusammenschluss mit der Deutschen Bank nicht geprüft, weil wir an diese Strategie nicht mehr glauben, sondern weil wir prüfen wollten, ob etwas Stärkeres und Leistungsfähigeres entstehen kann“, sagte der Commerzbank-Chef kürzlich dem Handelsblatt.

    „Wir werden im Herbst, wenn der übliche Strategiezyklus ausläuft, prüfen, ob wir an der einen oder anderen Stelle noch einmal nachschärfen“, so der Vorstandschef. Vermutlich werden die Analysten Zielke bereits am Mittwoch löchern, wie er das gemeint hat.

    5. Klopfen bereits Bewerber aus dem Ausland an?

    Die Commerzbank mag derzeit nicht sehr profitabel sein, doch ihr Kundenstamm – vor allem im deutschen Mittelstand – ist auch für viele andere Banken potenziell attraktiv. Deshalb dürften Gerüchte über Übernahmeinteressenten aus dem Ausland in den nächsten Monaten wieder Konjunktur haben.

    Und sicher wird es auch am Mittwoch Fragen dazu geben. Allerdings wird sich kaum ein Interessent an die Commerzbank heranwagen, solange die Bundesregierung, die nach wie vor einen Anteil von 15 Prozent an dem Geldinstitut hält, für so einen Schritt kein grünes Licht gibt.

    Das Interesse in Berlin an einer grenzüberschreitenden Bankenhochzeit scheint derzeit allerdings gedämpft. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte kürzlich, es ergebe derzeit keinen Sinn, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Schließlich sei viel Geld in die Rettung der Commerzbank geflossen, und der deutsche Steuerzahler werde darauf achten, ob das Geld, das reingesteckt wurde, auch wieder herauskomme. Zum gegenwärtigen Aktienkurs ist diese Voraussetzung allerdings nicht gegeben.

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