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Commerzbank Volle Deckung, Herr Blessing!

Aktienkurs im Keller, kein Gewinn zum Jahresauftakt und auch noch eine Kapitalerhöhung: Commerzbank-Aktionäre sind gebeutelt. Die Führungsspitze trifft der Zorn der Anteilseigner.
19.04.2013 Update: 19.04.2013 - 15:10 Uhr 16 Kommentare
Commerzbank-Chef Martin Blessing und Chef-Aufseher Klaus-Peter Müller. Quelle: dpa

Commerzbank-Chef Martin Blessing und Chef-Aufseher Klaus-Peter Müller.

(Foto: dpa)

Frankfurt Buhrufe schallen durch die Messehalle in Frankfurt am Main. Die Commerzbank hat ihre Aktionäre zur Hauptversammlung geladen. Das Treffen barg schon im Voraus viel Stoff für Streit. Da entzünden schon Kleinigkeiten den Unmut der versammelten Anteilseigner.

So erwähnt Aufsichtsratschefs Klaus-Peter Müller in seiner einleitenden Litanei, dass der Deckel für die Managergehälter zum abgelaufenen Jahr aufgehoben wurde – und erntet verächtliche Buhrufe aus dem voll besetzten Saal. Später beklagt es ein Redner als Unanständigkeit, dass kein Glas Wasser am Sprecherpult bereitstehe.

Den Unwillen der Aktionäre schürt aber hauptsächlich die Kapitalerhöhung, über die Müller heute abstimmen lässt. Die Hauptversammlung wurde eigens vorgezogen, damit die Anteilseigner über den Schritt abstimmen können. Vorstandschef Martin Blessing will weitere Milliarden der Staatshilfe zurückzahlen. Das Geld soll nun der Verkauf von Aktien einspielen. Den Großteil der insgesamt 18,2 Milliarden Euro Staatshilfe hat das Geldhaus bereits zurückgezahlt. Allein aus einer Kapitalerhöhung 2011 kamen mehr als elf Milliarden Euro zusammen.

„Wir wollen die Weichen für den Einstieg in den Ausstieg des Staates aus der Commerzbank stellen“, wirbt Blessing vor den Aktionären um sein Unterfangen. „Das sind wir dem Steuerzahler schuldig.“ Doch die Anteilseigner zeigen sich skeptisch. Kein Wunder, der Zeitpunkt ist denkbar schlecht. Für das Jahr 2012 meldete die Bank einen mageren Gewinn von sechs Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch mehr als 600 Millionen.

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    Die Ankündigung der Kapitalerhöhung schickte den ohnehin schon darbenden Aktienkurs weiter in den Keller. Die Notierung ist seit 2008 um weit mehr als 90 Prozent eingebrochen. Und eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht: Blessing tritt mit leeren Händen vor die Aktionäre. In den ersten drei Monaten des Jahres hat die zweitgrößte deutsche Bank rote Zahlen geschrieben. Grund dafür seien Kosten von einer halben Milliarde Euro für den geplanten Abbau von bis zu 6000 Arbeitsplätzen, führt Blessing als Grund an. Operativ sei die Bank aber „solide“ ins neue Jahr gestartet, hebt Blessing hervor.

    Doch den Aktionären reicht das nicht. Und ihrem Unwillen wollen sie Luft verschaffen: bis zur Schließung der Rednerliste am Mittag hatten sich 57 Sprecher angemeldet. Die Versammlung zieht sich in die Länge, bis über die Kapitalerhöhung abgestimmt wird. Kritische, und sogar polemische Angriffe auf Vorstand und Aufsichtsrat ernten ungewöhnlich viel Beifall unter den 4400 Aktionären.

    Aktionäre kritisieren „sprachlichen Schmierkäse“
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    16 Kommentare zu "Commerzbank: Volle Deckung, Herr Blessing!"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Geisterfahrer
      wie auf der Autobahn steuert Blessing und Müller & Co die Coba in den Ruin, Wer glaubt dass die Coba jemals aus dem langsam sinkenden "Schiff" einen solide fahrenden Tanker mache, der irrt gewaltig. Die Schulden liegen bei über 500 Milliarden, also eine halbe Billion. Dann werden horrende Vorstandsgehälter gezahlt, die im letzten Geschäftsjahr bei über 12,5 Millionen lagen und die Aktionäre - nicht die Großaktionäre - denen es sowieso wurscht ist, denn wie die Allianz, die auch Aktionäre zur Rechenschaft verpflichtet ist, scherrt sich doch nicht um die Coba. Lässt sie im NOtfall absaufen, wie jetzt geschehen. Blessing und Müller sind Handlanger und die Frau von Blessing arbeitet für Goldman & Sachs, die wird bei der Herabsetzung und Heraufsetzung des Grundkapitals wieder mit dabei sein. Und es wird wieder Kapital vernichtet. Wie lange solle man als Aktionär dieses Treiben noch duldig mit ansehen?? Diese Personen gehören in eine Sicherheitsverwahranstalt, weil diese die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht mehr gerecht werden.

    • Die alte Seilschaft Müller und Blessing, Müller als Ex-CEO und langjähriger Sesselkleber und Stallmeister seines Protegees Blessing, jener als blasser Vielversprecher und Nichtshalter.
      Das war heute in der Frankfurter Messe wieder einmal wie Dick und Doof in Bestform.

      Wer glaubt, daß Ignoranz und Unfähigkeit in ihrer Ergänzung zu Prosperität und einem Turn-Around führen kann, sollte sein Geld lieber gleich verbrennen als in Comba-Aktien zu investieren.

      Unverständlich nur, daß der Bund dem schaurigen Treiben dieser beiden seit Jahren untätig zusieht....

    • Mein Mitgefühl mit den Investoren hält sich in Grenzen.

    • Nein, ich will keine Haue vom HB-Online Forum:
      Beim Zocken sind alle dabei.
      Bei Verantwortungsbeußtem Handeln - nun kommen gleich die Hause - gerät der Commerzbankzocker in ähnliche Wallungen wie der Pimpf-Aktionär von der DB, der sich ansehen darf, wie die Steuerfahndung das Headquarter durchforstet - zum Frühstück beim Abfrühstücken.

      Man kann durchaus geteilter Meinung in Sachen Kurs und Dividende sein und das vlt garnicht mal so unberechtigt.

      Aber die Haue, die Blessing derzeit einsteckt, die steckt er vlt auch ein, weil er den Kurs des Hauses möglicherweise überlegter steuert als die Herrschaften der DB.

    • @wolfhase: wer hat denn von einem Split gesprochen? Es geht um eine Kapitalerhöhung.

    • Der Versager Blessing gehört schon längst abgelöst! Wer solchen Unsinn als Management verkauft outet sich als unfähig und unbelehrbar. Dazu noch die Frage im COBA- Commercial jeden Tag vor der Tagesschau: braucht Deutschland noch so eine Bank ???

      Die Antwort ist kurz und einfach: NEIN !

      Und Herrn Blessing brauchen wir und die Aktionäre schon überhaupt nicht !

    • Blessing will den staatlichen Deckel von seinem Gehaltstopf runter haben. Dafür braucht er eine KE. Alles andere ist dem doch wurscht. Die Aktionäre sowieso.

    • Wer hält denn an so einem Idiotenladen mit unfähiger Spitze noch fest? Und verschwendet seine Zeit mit Palaver auf der Hauptversammlung?
      Eingestehen, dass man sich geirrt hat, Verlust realisieren und das schöne Wetter genießen.

    • 'TomTom' sagt
      ----------------
      Drittens: Fast niemand hat die Risiken in den gut verpackten (sicher bewerteten) Produkten gesehen, die durch die platzende Immobilienblase in den USA Realität wurden.
      ----------------

      Bereits im Sommer 2007 konnte ich im Internet screenshots von Computerterminals der Washington Mutual bewundern, die die erschreckende Deliquenzrate von subprime-Hypotheken aufzeigten.

      Spätestens an diesem Punkt hätte man 'mal nachgucken können, was in den synthetischen Bonds eigentlich verpackt ist.

      Und im März 2008 ist Bear-Stearns - ein Hauptverbriefer von ABS - untergegangen und von JP Morgan übernommen worden.

      Ich habe damals meine Cash-Quote auf 100% hochgefahren.

      Während Blessing - der schlechteste Banker der Welt - die Dresdner Bank samt ihrer Schrottpapiere gekauft hat.

      +++

      'TomTom' sagt
      ----------------
      Wer das gesehen hätte, hätte kein Geld mit der Commerzbank Aktie verloren, sondern wäre short reich geworden
      ----------------

      So einfach ist das leider nicht.

      Man kann recht haben und trotzdem einen Haufen Geld verlieren.

      So um 1982/83 habe ich put-Optionen in "Digital Equipment" gekauft - ein Hersteller von Minicomputern und damaliger Liebling aller Fonds.

      Mir war aber damals schon klar, daß die Minicomputer von den Mikros verdrängt werden würden.

      Als trotz nachlassender Gewinndynamik meine Puts wertlos verfielen, habe ich mehr gekauft. Und mehr. Und mehr...

      Solange, bis meine Kohle alle war.

      Erst danach fand der von mir erwartete Absturz der Aktie statt.

      +++

      'TomTom' sagt
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      Viertens: Wer mit der Commerzbank Aktie viel Geld verloren hat, weiß wohl nicht, dass er sein Geld streuen sollte
      ----------------

      Streuen muß man nur, wenn man in Dinge investiert die man nicht versteht.

      Performance erzeugt man damit auch nicht, sondern man reduziert nur die Volatilität.

      Am besten dann gleich ein Index-Zertifikat.

      ...

      'Erstens' und 'Zweitens' stimmen aber.

    • 'Cassandra' sagt
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      Totes und dank Inflation immer wertloser werdendes Steuerkapital, das hier in einer schrumpfenden nationalen Bank in Aktien festhängt.
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      Der Wert von Aktienkapital wird durch Inflation normalerweise nicht beeinflußt.

      Abgesehen davon würde ich mir bei Inflationsraten von nachhaltig unter 2% sowieso um Inflation keine Sorgen machen.

      +++

      'Cassandra' sagt
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      Eine wirkliche politische Schande - anstatt das Steuergeld der wirklichen Wirtschaft und den Bürgern zu Gute kommt, wird es verschwendet.
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      Hier übersehen Sie, daß die Bankenrettungen in der Finanzkrise tatsächlich leider unabweisbar waren.

      Im Vergleich zu den Schäden die bei einer Pleite der Commerzbank entstanden wären sind die ca. 3 Milliarden die der Staat für seine 25% Commerzbankanteile ausgegeben hat (inkl. Kapitalerhöhungen) eine Lappalie.

      Die 8,2 Milliarden stille Beteiligung wird ja mit den Mitteln aus der Kapitalerhöhung vollständig zurüchbezahlt, soweit sie nicht schon vorher zurückgezahlt wurde.

      +++

      'Cassandra' sagt
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      Und das nur um eine dringend benötigte und längst überfällige Bereinigung des überdimensonierten europäischen Bankensektors noch ein paar Jahre hinauszuschieben, mit fatalen Folgen für die Allgemeinheit, die die Kosten für diese künstliche Geld-Beatmung nicht mehr überlebensfähiger Zombiebanken in ganz Europa bezahlen darf.
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      Bloß ist die "Bereinigung des überdimensonierten europäischen Bankensektors" nicht so einfach wie Sie sich das vorstellen.

      Denn das bedeutet Bilanzverkürzungen: keine Kreditvergabe mehr.

      Woher soll das Kapital für Refinanzierungen auf einmal kommen?

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