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Coronakrise Kurzfristkredit gegen Sicherheiten: US-Notenbank aktiviert weiteres Notfallprogramm

Die amerikanische Notenbank Fed gewährt kurzfristige Kredite an Finanzinstitute. Die wiederum sollen die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte ankurbeln.
18.03.2020 - 02:51 Uhr Kommentieren
Ab Freitag wird die US-Notenbank kurzfristige Kredite an einen bestimmten Kreis von Banken vergeben. Quelle: Reuters
Fed-Chef Jerome Powell

Ab Freitag wird die US-Notenbank kurzfristige Kredite an einen bestimmten Kreis von Banken vergeben.

(Foto: Reuters)

New York Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) lässt nicht locker. Unermüdlich pumpt sie Geld ins Finanzsystem, um so gegen Blockaden anzukämpfen, die sich im Zuge der Coronakrise gebildet haben. Am Dienstagabend aktivierte sie ein weiteres Notfallprogramm aus der Finanzkrise. Ab Freitag wird die Fed kurzfristige Kredite an einen bestimmten Kreis von Banken vergeben und nimmt als Sicherheiten unter anderem Aktien, Kommunalanleihen und Unternehmensanleihen mit guter Bonität an.

Die sogenannte Primary Dealer Credit Facility soll sicherstellen, „dass die Märkte reibungslos funktionieren und den Instituten die Vergabe an Unternehmen und Haushalte erleichtern“, hieß es in einer Stellungnahme der Notenbank. 24 Finanzinstitute gehören zu den Primary Dealers, mit denen die Fed ausschließlich in den Finanzmärkten handelt. Dazu zählen neben den großen Wall-Street-Häusern wie JP Morgan Chase und Goldman Sachs auch ausländische Banken wie die Deutsche Bank, Barclays und BNP Paribas.

Das Programm wird für mindestens sechs Monate aufrecht gehalten, teilte die Fed mit, die dafür auch das Einverständnis von US-Finanzminister Steven Mnuchin eingeholt hatte.

Es ist bereits die dritte große Intervention der Fed innerhalb von 24 Stunden und sie zeigt, wie groß die Verunsicherung in den Finanzmärkten geworden ist. Am Dienstagmorgen kündete die Fed Unterstützung für den sogenannten Commercial Paper Markt an. Großkonzerne nutzen den Markt, um kurzfristige Schuldverschreibungen auszugeben und sich so Barmittel zu besorgen – unter anderem um Löhne und Lieferanten zu bezahlen. Der Markt war in den vergangen Tagen jedoch praktisch eingefroren, weil die Käufer der Anleihen – klassischerweise Geldmarktfonds – wegblieben. Daher wird die Fed als Käufer auftreten.

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    „Der Markt hat ein Volumen von einer Billion Dollar und er ist extrem wichtig für die amerikanischen Arbeitnehmer, die Unternehmen und die Sparer, die viel Geld in Geldmarktfonds haben“, betonte Finanzminister Mnuchin, der diesen Schritt ebenfalls genehmigen musste, da er wie die Primary Dealer Credit Facility Teil der Notfallmaßnahmen der Fed ist.

    Zudem wird die Notenbank noch stärker in den sogenannten Repo-Markt eingreifen, in dem sich Banken kurzfristig Bargeld besorgen und als Sicherheit US-Staatsanleihen hinterlegen.

    Mohamed El-Erian, ökonomischer Chefberater der Allianz, begrüßte die jüngsten Initiativen der Fed. „Das alles hilft dabei, das Risiko einer Fehlfunktion der Märkte zu reduzieren“, begründete er auf Twitter.

    Nach langem Zögern der Regierung ziehen Notenbank und Finanzministerium nun endlich an einem Strang. Mnuchin und Präsident Donald Trump kündeten am Dienstag ein umfassendes Rettungspaket an, das mit einem Volumen von mehr als einer Billion Dollar das größte aller Zeiten sein soll und auch die Konsumschecks an amerikanische Haushalte beinhalten soll. Ob das ausreicht, um die Märkte zu beruhigen, muss sich zeigen.

    Gerade Geldmarktfonds sind in den vergangenen Tagen vorsichtiger geworden. „In unsicheren Zeiten wollen alle nur die sichersten Papiere halten“, gibt Krista Schwarz, Finanzprofessorin der Wharton Business School in Pennsylvania zu bedenken. Offenbar bestehe die Sorge, dass die Unternehmen die Schuldverschreibungen nicht zurückzahlen könnten.

    Die Fed will durch ihre Schritte sicherstellen, dass Unternehmen und Haushalte sich auf verschiedene Arten günstig Geld leihen können, um die künftigen Ausfälle durch die Coronakrise zu überbrücken. Unternehmen haben längst damit begonnen, ihre Kreditlinien bei den Banken auszureizen, was wiederum Banken vorsichtig bei der Vergabe neuer Kredite macht.

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    Die Wall-Street-Häuser haben in den vergangenen Jahren Milliardengewinne eingefahren und stets betont, sie seien mehr als ausreichend kapitalisiert. Nach den bestandenen Stresstests hatte die Fed den Banken erlaubt, im großen Stil Aktien zurückzukaufen und Dividenden auszuschütten. Die Rückkaufprogramme haben die Institute mittlerweile auf Eis gelegt.

    Die Fed ermutigte die Institute zuletzt explizit, ihre Kapital- und Liquiditätspuffer in Anspruch zu nehmen, damit die Kreditvergabe nicht ins Stocken gerät. Auch sollen die Institute ausdrücklich das sogenannte Discount-Fenster der Fed nutzen, um sich mit Liquidität zu versorgen.

    Mehr: Lesen Sie hier, wie Trump mit Helikoptergeld gegen die Coronakrise vorgehen will

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