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Coronakrise Zahlreiche Banken schließen ihre Filialen für die Öffentlichkeit

Viele Geldhäuser müssen wegen der neuen Kontaktverbote ihren Betrieb einschränken. Kunden sollen möglichst per Telefon, WhatsApp und Mail sich an die Filialen wenden.
23.03.2020 Update: 23.03.2020 - 11:51 Uhr Kommentieren
Deutsche Bank, Commerzbank & Co.: Wegen Coronavirus müssen Banken Zweigstellen schließen Quelle: dpa
Das Logo der Volksbanken

Die Volksbank Köln Bonn schließt ihre Filialen wegen der neuen Kontaktsperre.

(Foto: dpa)

Frankfurt Deutschlands Banken stecken in einem Dilemma. Auf der einen Seite müssen sie die Versorgung mit Bargeld und anderen Finanzservices aufrechterhalten, auf der anderen Seite sind sie dem Schutz ihrer Kunden und Mitarbeiter vor Covid-19 verpflichtet. Die Volksbank Köln Bonn hat vor diesem Hintergrund einen schwierigen Entschluss gefasst und schließt alle ihre Zweigstellen bis auf Weiteres.

„Wir befinden uns in dem Spannungsfeld zwischen dem Schutz der MitarbeiterInnen, der Vermeidung direkter persönlicher Kontakte, unserer Verantwortung für die Mitglieder und Kunden sowie unserem volkswirtschaftlichen Auftrag zur Aufrechterhaltung einer kritischen Infrastruktur“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende Jürgen Pütz die Lage. „Wir werden alles unternehmen, um unseren Kunden, insbesondere auch der älteren Generation, in der aktuellen Lage zur Seite zu stehen“, betonte der Bankchef.

Die Filialen seien nach wie vor besetzt, aber für die Öffentlichkeit gesperrt, Kunden könnten per Telefon, WhatsApp und Mail Kontakt aufnehmen. Dringende Beratungsgespräche oder der Zugang zu Bankschließfächern seien möglich unter Berücksichtigung der Regeln für soziale Kontakte, die auf zwei Personen beschränkt sind.

Ähnlich wie die Volksbank Köln Bonn schließen zahlreiche Sparkassen und Volksbanken ein Teil oder sogar einen Großteil ihrer Filialen, zum Beispiel die Sparkasse Münsterland Ost. Manche Kreditinstitute verkürzen zudem die Öffnungszeiten, sodass die Filialen früher schließen.

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    Es gibt auch Fälle, in denen Geldhäuser die Kundenzahl in ihren Geschäftsstellen begrenzen. Bei der Sparkasse Hamm beispielsweise dürfen noch höchstens fünf Kunden gleichzeitig in eine Filiale. Sie hat vier ihrer zehn Filialen geschlossen.

    Die Hamburger Sparkasse, die nach der Berliner Sparkasse größte Sparkasse, lässt alle Filialen offen wenn auch teilweise mit verkürzten Öffnungszeiten, wie es auf der Internetseite heißt. Ob Sparkassen oder Volksbanken einzelne Filialen vorübergehend für den Publikumsverkehr schließen, liegt in ihrem eigenen Ermessen, von den jeweiligen Verbänden gibt es dafür keine Vorgaben.

    Die Großbanken stecken im gleichen Dilemma wie die Regionalinstitute. Die Deutsche Bank fährt ebenfalls Teile ihres Filialnetzes herunter. Wegen der sich verschärfenden Krise reduziert das größte heimische Geldhaus die geöffneten Zweigstellen bis auf Weiteres von bislang mehr als 500 auf rund 290. Bei Schließungen von Filialen werden die Dienstleistungen von den nächstgelegenen, weiterhin geöffneten Deutsche-Bank-Filialen oder von Standorten des mobilen Vertriebs übernommen.

    Bei der Commerzbank hat wegen der Coronakrise schon länger ein Teil der Filialen geschlossen. „Hunderte Filialen sind aber weiter offen“, sagte ein Sprecher. Dazu zählten die meisten großen Niederlassungen. Bund und Länder hatten am Sonntag Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind lediglich Angehörige, die im eigenen Haushalt leben.

    Mit 9300 Geschäftsstellen unterhalten die Genossenschaftsbanken das dichteste Filialnetz in Deutschland. Die Sparkassen zählten Ende 2019 rund 8.900 Filialen. Dazu kommen jeweils Standorte mit lediglich Geldautomaten. Es gibt derzeit rund 380 Sparkassen und etwa 840 Genossenschaftsbanken.

    Mehr: Schützt die Banken – nie waren sie so wertvoll wie heute

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