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Coronavirus Banken forcieren das kontaktlose Bezahlen – Limit für Pin-freies Zahlen soll steigen

Die deutschen Banken wollen das kontaktlose Bezahlen per Girocard populärer machen. Das Limit für Zahlungen ohne PIN soll auf 50 Euro steigen.
28.03.2020 - 12:26 Uhr Kommentieren
Kontaktlos bezahlen: Das funktioniert bis zu einer bestimmten Summe sogar ohne PIN-Eingabe. Quelle: obs
Kontaktlos bezahlen

Kontaktlos bezahlen: Das funktioniert bis zu einer bestimmten Summe sogar ohne PIN-Eingabe.

(Foto: obs)

Frankfurt Mit der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus ändert sich auch das Zahlungsverhalten der Deutschen: Sie bezahlen ihre Einkäufe vermehrt per EC-Karte, die heute offiziell Girocard heißt.

Die deutschen Banken sorgen jetzt für eine weitere Vereinfachung: Nach Handelsblatt-Informationen haben sie sich darauf verständigt, dass das Limit für Zahlungen ohne den Geheimcode (PIN) heraufgesetzt werden soll – von bisher 25 Euro auf nun 50 Euro. Die Deutsche Kreditwirtschaft, die Interessenvertretung der verschiedenen Bankenverbände, wollte sich dazu nicht äußern. Der Bezahlvariante könnte das einen zusätzlichen Schub geben.

Beim kontaktlosen Bezahlen müssen Verbraucher ihre Giro- oder Kreditkarte nicht in das Kartenterminal der Ladenkasse einstecken, sondern bloß nah dranhalten. Auch eine PIN-Eingabe ist bei kleinen Beträgen häufig nicht nötig – für die Girocard liegt die Grenze bisher bei 25 Euro.

Das neue Limit von 50 Euro ergibt sich aus der zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie, PSD2. Darin ist außerdem festgelegt, dass maximal fünf kontaktlose Zahlungen ohne PIN-Eingaben nacheinander ausgeführt werden dürfen und der kumulierte Betrag dieser Zahlungen bei maximal 150 Euro liegen darf.

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    Das neue Limit beschleunigt nicht nur das Bezahlen, sondern hat auch aus hygienischer Sicht einen Vorteil: Kunden müssen seltener die Tastatur auf dem Kartenterminal berühren. Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, versuchen viele Verbraucher in öffentlichen Räumen möglichst wenig anzufassen.

    Neues Limit greift nicht sofort

    Auch Bargeld nehmen sie nur ungern in die Hand – in der Annahme, dass sie sich über Scheine und Münzen mit dem Coronavirus infizieren könnten. Die deutschen Sparkassen hatten bereits empfohlen, möglichst kontaktlos zu bezahlen. Auch etliche Händler bitten darum.

    Sofort greift das neue Limit von 50 Euro allerdings nicht. Zum einen muss die Software der Kartenterminals entsprechend aktualisiert werden. Zum anderen müssen die Geldhäuser ihre IT dafür einstellen.

    In Deutschland sind mehr als 100 Millionen Girocards in Umlauf, der Großteil davon ist mit der Kontaktlos-Funktion ausgestattet. Dass die Karte die Funktion unterstützt, ist an einem kleinen Wellensymbol zu erkennen. Auch die meisten Kartenterminals an der Ladenkasse ermöglichen Kontaktlos-Zahlungen.

    Die Banken profitieren von mehr bargeldlosen Zahlungen, denn bei Kartentransaktionen streichen sie eine Gebühr von den Händlern ein. Bislang haben die deutschen Verbraucher den Großteil ihrer Einkäufe mit Bargeld bezahlt, der Anteil der Kartenzahlungen ist im vergangenen Jahr aber deutlich gestiegen.

    Vorbilder im Ausland

    In anderen europäischen Ländern hatten die Bankenverbände schon Anfang der Woche das Limit für kontaktlose Zahlungen ohne PIN erhöht. Die Banken in Estland hoben es bereits am Montag auf 50 Euro an.

    Gegenüber dem estnischen Nachrichtenportal „ERR“ hatte eine Sprecherin des dortigen Bankverbands auf die notwendige Umstellung in der IT der Banken und den Kartenterminals im Handel hingewiesen. Bis Dienstagmittag seien bereits rund 75 Prozent der Terminals umgestellt worden.

    Auch in den Niederlanden wird seit Wochenbeginn das 50-Euro-Limit eingeführt. Eine Sprecherin des dortigen Verbraucherverbands sagte der „NL Times“: „Je weniger Kunden das Kassenterminal für die PIN-Eingabe berühren müssen, desto besser.“

    In Großbritannien wurde zu Wochenbeginn bekanntgegeben, dass das Limit ab 1. April von 35 auf 45 Pfund erhöht wird – was ebenfalls knapp 50 Euro entspricht. Und der Bankverband in Irland hat sich zum Ziel gesetzt, dass das neue 50-Euro-Limit ab 1. April verfügbar sein soll.

    Das Kreditkartenunternehmen Mastercard hatte am Mittwoch ebenfalls reagiert und mitgeteilt, dass es in Deutschland und weiteren 28 Ländern Europas eine Limiterhöhung von 25 auf 50 Euro ermöglicht. Auch bei Kreditkarten funktioniert die Umstellung aber nicht von jetzt auf gleich.

    Die kartenherausgebende Bank muss das jeweils umsetzen. Europaweit werden laut dem Unternehmen aktuell schon 75 Prozent aller Mastercard-Transaktionen kontaktlos abgewickelt.

    Mehr: Wie man in der Coronakrise sicher bezahlen kann.

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