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Credit Suisse Archegos-Krise: Top-Managerin der Credit Suisse soll abgelöst werden

Die Schweizer Großbank reagiert Medienberichten zufolge auf Verluste aus Geschäften mit dem Investor Bill Hwang. Demnach muss die Risikochefin um ihren Posten bangen.
04.04.2021 - 15:26 Uhr Kommentieren
Verbesserungswürdige Kontrollprozesse? Quelle: dpa
Credit Suisse

Verbesserungswürdige Kontrollprozesse?

(Foto: dpa)

Zürich Die Credit Suisse (CS) zieht nach dem Zusammenbruch des Fonds Archegos Capital offenbar erste personelle Konsequenzen. Die Schweizer Großbank erwäge Lara Warner, Vorständin für Risiko und Compliance auszutauschen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf Insider.

Auch die Rolle von Investment-Banking-Chef Brian Chin werde geprüft. CEO Thomas Gottstein solle jedoch an der Spitze der Credit Suisse bleiben, berichtete Bloomberg weiter. Die Bank wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Die Credit Suisse und zahlreiche andere Wall-Street-Banken hatte dem Investor Bill Hwang und seiner Vermögensverwaltung Archegos Capital hohe Kreditlinien eingeräumt, mit denen dieser gehebelte Wetten auf Aktien von US-Technologieunternehmen wie ViacomCBS sowie chinesische Tech-Aktien platzierte. Als die Kurse dieser Aktien fielen und die Banken zusätzliche Sicherheiten für die eingeräumten Kreditlinien von Hwang einforderten, brach Archegos Capital zusammen.

Am vergangenen Montag hatte die Credit Suisse ihre Investoren gewarnt, dass der Bank im sogenannten „Prime Brokerage“, dem Handel mit Hedgefonds-Kunden, erhebliche Verluste entstehen würden. Wie hoch diese ausfallen, hat die Bank auch knapp eine Woche nach der ersten Gewinnwarnung noch nicht mitgeteilt.

Marktteilnehmer schätzen jedoch, dass sich die Verluste für die Credit Suisse auf bis zu vier Milliarden Dollar summieren könnten. Die japanische Bank Nomura hatte ihre Investoren bereits informiert, dass der Schaden bei etwa zwei Milliarden Dollar liege.

Risikovorständin Warner geriet nach der Gewinnwarnung in den Fokus, da sich viele Investoren fragen, wie ein einzelner Kunde so große Kreditlinien eingeräumt bekam, um derartigen Schaden anrichten zu können. David Herro, der als Manager von Harris Associates einen der größten Aktionäre der Credit Suisse vertritt, forderte kürzlich, die Bank müsse ihr Risikomanagement komplett neu ausrichten.

Patzten die Investment-Banker?

Warner galt bereits seit der Verwicklung der Credit Suisse in die Pleite des australisch-britischen Fintechs Greensill als angeschlagen. Zahlreiche Top-Kunden der Bank investierten in Lieferkettenfinanzierungsfonds der Credit Suisse, die in von Greensill aufgelegte Wertpapiere investierten. Die Pleite von Greensill kostete die Kunden einen Milliardenbetrag. Auch die Bank selbst befürchtet hohe Kosten unter anderem wegen möglicher Anlegerklagen.

Beim Zusammenbruch von Archegos Capital machten jedoch auch die Investment Banker der CS keine gute Figur. Banken, wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, die Deutsche Bank und die UBS hatten Hwang ebenfalls als Kunden. Doch sie mussten keine Gewinnwarnung abgeben – ein Indiz, dass sich die Banken schneller von den Aktien trennen konnten, die Hwang als Sicherheiten für seine Kreditlinien hinterlegt hatte.

Medienberichten zufolge starteten Goldman Sachs und andere US-Banken Ende vorvergangener Woche Großverkäufe, sogenannte „Block Trades“, um sich von Hwangs Aktienpaketen zu trennen, nachdem absehbar war, dass seine Vermögensverwaltung abgewickelt werden muss. Credit Suisse sowie die japanische Bank Nomura reagierten den Berichten zufolge zu langsam – daher entfällt der größte Verlust auf sie. Aus diesem Grund muss sich auch der Investment-Bank-Chef der CS, Chin, unangenehme Fragen gefallen lassen.

Der ebenfalls angeschlagene Vorstandschef Gottstein will dem Bloomberg-Bericht zufolge schon bald den Investoren neue Einzelheiten zu möglichen Verlusten präsentieren. Die Tage währende Unsicherheit lastet erheblich auf dem Aktienkurs. Im Lauf der vergangenen Handelswoche hat die Credit-Suisse-Aktie über 20 Prozent verloren. Die Titel gehören zu den Bankaktien mit der schlechtesten Performance in diesem Jahr.

Mehr: Wie eine hausgemachte Pannenserie die Credit Suisse in die Bredouille bringt.

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