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Danske-Bank-Komplex Schwedische Bank SEB in Geldwäscheskandal verwickelt

Insgesamt 24 Milliarden Euro sollen von SEB-Konten über Briefkastenfirmen in Steuerparadiese abgeleitet worden sein, berichtet der schwedische Sender SVT.
27.11.2019 - 12:00 Uhr Kommentieren
Der Eingang der SEB in Tallinn. Quelle: LightRocket/Getty Images
SEB

Der Eingang der SEB in Tallinn.

(Foto: LightRocket/Getty Images)

Stockholm Der umfassende Geldwäscheskandal, in den mehrere nordeuropäische Banken verwickelt sind, weitet sich aus: Nach einem Bericht des öffentlich-rechtlichen schwedischen Fernsehsenders SVT muss sich auch die Bank SEB mit Geldwäschevorwürfen auseinandersetzen. Demnach sind über SEB-Konten in den baltischen Ländern fragwürdige Transaktionen mit einem Volumen von rund 250 Milliarden Kronen (24 Milliarden Euro) durchgeführt worden.

SEB räumte noch vor der Ausstrahlung des TV-Berichts am Mittwochabend ein, dass im Zeitraum zwischen 2005 und 2018 Transaktionen mit einem Volumen von umgerechnet rund 24 Milliarden Euro von Kunden durchgeführt wurden, die „nicht die heutigen Forderungen nach Transparenz erfüllen“.

Es soll sich nach den Recherchen von SVT um insgesamt 194 Hochrisikokunden handeln. Die meisten von ihnen stammen aus Russland. Von dort seien über SEB-Konten in den baltischen Ländern die Gelder an Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen wie den Jungfrauinseln, Panama oder Belize geflossen.

SEB-Chef Johan Torgeby war in der TV-Dokumentation nicht zu einem Interview bereit, erklärte aber schriftlich: „Wir haben reagiert, wir haben die Signale empfangen und Maßnahmen ergriffen“. Der SEB-Compliance-Chef Gent Jansson räumte dagegen Versäumnisse seiner Bank deutlicher ein. „Ich muss zugeben, dass wir bei einigen Fällen schneller hätten reagieren müssen“.

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    Nach Durchsicht der von dem Fernsehteam vorgelegten Unterlagen urteilte der renommierte britische Geldwäschespezialist Graham Barrow, dass bei der SEB „viele rote Lampen“ hätten aufleuchten müssen. Bei vielen Transaktionen hätte er eine genauere Prüfung eingeleitet, erklärte der Experte.

    Dass auch die Hausbank der einflussreichen Wallenberg-Dynastie in den Geldwäscheskandal verwickelt ist, hat in Schweden nur wenige überrascht. Denn die von der Wallenberg-Familie kontrollierte SEB ist die zweitgrößte Bank in Estland, Lettland und Litauen. Gleich nach der Unabhängigkeit der baltischen Staaten von der Sowjetunion expandierten die nordeuropäischen Banken in die jungen Republiken.

    Mit großem Erfolg: Swedbank ist mittlerweile die größte Bank in der Region, die SEB ist Marktführer in Litauen und Nummer Zwei im gesamten Baltikum. Auch Nordea und Danske Bank eröffneten Tochtergesellschaften in den baltischen Ländern. In den meisten Fällen übernahmen die nordeuropäischen Banken dazu kleinere Institute in den baltischen Ländern, um so ihre Expansion schneller vorantreiben zu können.

    Allerdings übernahmen sie damit auch über Jahrzehnte gewachsene Strukturen - Strukturen, die bisweilen die illegalen Transaktionen erst ermöglichten. Viele Unternehmen aus Russland und anderen Ex-Sowjetrepubliken unterhalten bis heute enge Geschäftsbeziehungen zu den Banken. 

    Die SEB-Aktie reagierte auf die Geldwäschevorwürfe mit einem Kursanstieg von rund drei Prozent. Experten hatten mit weitreichenderen Enthüllungen gerechnet. Außerdem war der Kurs der SEB-Aktie vor einer Woche um 12,5 Prozent gefallen, nachdem SVT eine Sendung über die Verwicklung der SEB in den Geldwäscheskandal angekündigt hatte.

    Der vermutlich größte Geldwäscheskandal der Welt wurde vor zwei Jahren aufgedeckt. Dänemarks mit Abstand größte Bank, die Danske Bank, später die Swedbank aus Schweden sowie Nordea aus Finnland sind seitdem im Visier der Ermittler. Über deren baltische Tochtergesellschaften sollen zwischen 2007 und 2015 enorme Summen – hauptsächlich aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion – gewaschen worden sein. 

    Es sind keine kleinen Beträge aus dunklen Quellen, die rein gewaschen wurden: 200 Milliarden Euro bei der dänischen Großbank Danske Bank, knapp vier Milliarden Euro bei der schwedischen Bank Swedbank und etwa 700 Millionen Euro bei Nordea, der größten Bank Nordeuropas.

    Sollten sich die Vorwürfe gegen die SEB bewahrheiten, wäre eine weitere Bank aus Nordeuropa in den Geldwäscheskandal verwickelt. Noch haben die Behörden im Fall SEB keine offiziellen Ermittlungen aufgenommen. Gegen Danske Bank und Swedbank laufen dagegen bereits Ermittlungen dänischer, schwedischer, estnischer und amerikanischer Behörden. Vor allem die US-Behörden könnten drakonische Strafen gegen die betroffenen Banken erheben.

    Mehr: Kurse im freien Fall: Wie Nordeuropas Banken ihren Vorbild-Status verloren.

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