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Derivate-Deals Clearing-Pflicht tritt 2016 in Kraft

Am 21. Juni 2016 wird die Clearing-Pflicht für Zinsderivate in Kraft treten. Viele Banken müssen dann Derivategeschäfte untereinander über sogenannte Clearinghäuser abwickeln. Das soll Transparenz und Sicherheit erhöhen.
02.12.2015 - 16:37 Uhr
Für die Deutsche Börse sind die strengeren Regeln eine gute Nachricht. Quelle: Reuters
Deutsche Börse in Frankfurt

Für die Deutsche Börse sind die strengeren Regeln eine gute Nachricht.

(Foto: Reuters)

London/Frankfurt Viele Banken müssen Derivategeschäfte untereinander ab nächstem Jahr über sogenannte Clearinghäuser abwickeln. Die Clearing-Pflicht für Zinsderivate in Euro, Dollar, Yen und Pfund werde am 21. Juni 2016 in Kraft treten, teilte der europäische Finanzmarktregulierer ESMA am Mittwoch mit. Für die Deutsche Börse, die das Abwicklungshaus EurexOTC Clear betreibt, sind das gute Nachrichten: Sie kann ab Sommer 2016 auf mehr Geschäfte hoffen. Größte Konkurrenten in Europa sind die Londoner LCH.Clearnet und ICE Clear Europe.

Abwicklungshäuser stellen sich bei Geschäften zwischen Käufer und Verkäufer und springen ein, falls einer der Handelspartner ausfällt. Um die Transparenz und Sicherheit im weltweit über 550 Billionen Dollar schweren Derivatemarkt zu erhöhen, wollen Aufseher rund um den Globus, dass künftig mehr Geschäfte über solche Abwicklungshäuser laufen. Sie ziehen damit Konsequenzen aus der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008. Damals brach an den Finanzmärkten auch deshalb Panik aus, weil niemand wusste, mit welchen Instituten Lehman Brothers Derivate-Geschäfte am Laufen hatte.

In Amerika gilt die Clearing-Pflicht für außerbörslich gehandelte Derivate schon seit einigen Jahren, in Europa wurde ihre Einführung dagegen mehrfach verschoben. Laut ESMA soll die Auflage auf dieser Seite des Atlantiks schrittweise auch für Kreditausfallversicherungen (CDS) und Zinsderivate auf weitere Währungen eingeführt werden.

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