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Deutsche Bank Aktionäre nehmen Aufsichtsrat ins Visier

Angesichts zahlreicher Skandale müssen die Top-Manager der Deutschen Bank nun Konsequenzen fürchten: Ein einflussreicher US-Aktionärsberater will Schadensersatzansprüche prüfen. Bei der Hauptversammlung droht ein Eklat.
03.05.2016 - 18:11 Uhr
Das Geldhaus hat seit dem letzten Aktionärstreffen einen Großteil des Vorstands ausgewechselt. Quelle: dpa
Turbulenzen bei der Deutschen Bank

Das Geldhaus hat seit dem letzten Aktionärstreffen einen Großteil des Vorstands ausgewechselt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Deutsche Bank steuert auf eine turbulente Hauptversammlung zu. Der einflussreiche US-Aktionärsberater ISS sprach sich am Dienstag dafür aus, angesichts zahlreicher Skandale Schadenersatzansprüche gegen das Top-Management des Geldhauses zu prüfen. Er stellte sich damit hinter die Aktionärin Marita Lampatz, die auf der Hauptversammlung am 19. Mai eine entsprechende Untersuchung durch eine unabhängige Prüfungsgesellschaft durchsetzen will.

„Die Sonderprüfung soll herausfinden, ob Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats möglicherweise gegen ihre Pflichten verstoßen haben (...) und ob dadurch Verluste für die Bank entstanden sind“, erklärte ISS. Die Amerikaner beraten große Investoren bei ihrem Abstimmungsverhalten. Gerade US-Fonds folgen häufig ihrem Rat.

Sorgen bereitet dem ISS die jüngste Fehde im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Kontrolleur Georg Thoma war auf Druck seiner Kollegen zurückgetreten, weil diese ihm öffentlich Übereifer bei der Aufarbeitung von Skandalen bei Deutschlands größtem Geldhaus vorgeworfen hatten. Thoma saß dem Integritätsausschuss des Kontrollgremiums vor, der für die Aufklärung von Affären zuständig ist.

Thomas Rücktritt werfe die Frage auf, ob der Aufsichtsrat nach wie vor alles daran setze, Verfehlungen des Spitzenpersonals unter die Lupe zu nehmen, erklärten die Berater von ISS. Die Aufarbeitung durch einen unabhängigen Dritten sei deshalb empfehlenswert.

Auch andere Aktionärsvertreter hatten scharfe Kritik an den Vorgängen bei der Deutschen Bank geübt, unter anderem Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und Hans-Christoph Hirt vom ISS-Konkurrenten Hermes. Eine Eskalation auf der Hauptversammlung müsse jedoch verhindert werden, um die Bank in unruhigen Zeiten nicht weiter zu destabilisieren, fordern Großaktionäre.

Hinweise auf erfehlungen nicht ausreichend für Misstrauensvotum
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