Deutsche Bank: Alexander Wynaendts führt den Aufsichtsrat im Hintergrund
Frankfurt. Alexander Wynaendts verzichtet beim Mittagessen auf die Vorspeise und isst als Dessert nur Früchte. Diese Regel hat sich der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank selbst gegeben. Denn wann immer der Niederländer in der Frankfurter Zentrale arbeitet, sind drei üppige Mahlzeiten am Tag die Regel.
„Wenn ich eine Woche in Frankfurt arbeite, muss ich in den zwei Wochen danach deutlich mehr Sport machen“, scherzt er beim Lunch mit dem Handelsblatt. Nicht nur während seiner Aufenthalte in Frankfurt ist Wynaendts Terminkalender mit Verpflichtungen für die Deutsche Bank gut gefüllt. „Meine Aufgabe für die Deutsche Bank ist fast ein Vollzeitjob“, sagt der 63-Jährige.
Das wirkt überraschend. Denn seit nun zwei Jahren führt Wynaendts den Aufsichtsrat der größten Privatbank des Landes. Und zumindest für die breite Öffentlichkeit ist wohl am auffälligsten an seiner Amtsführung: die Geräuschlosigkeit.
Wynaendts führt Aufsichtsrat ohne Öffentlichkeit
Von dem ehemaligen Versicherungsmanager gibt es keine großen Interviews als Aufsichtsratschef. Auf deutschen Podien ist er seltener zu sehen als sein Vize Norbert Winkeljohann. Besuche gesellschaftlicher Pflichtveranstaltungen wie der Frankfurter Operngala oder der Benefiz-Operngala für die Ukraine, die der Unternehmer Harald Christ im April ausrichtete, sind eher die Ausnahme als die Regel.