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Deutsche-Bank-Fondstochter DWS erreicht Kostenziel früher – und will sich nun auf Wachstum konzentrieren

Die Deutsche-Bank-Fondstochter profitiert von der jüngsten Kauflust der Anleger vor allem auf passive Fonds. DWS-Chef Asoka Wöhrmann setzt nun besonders auf neue Geschäfte in Asien.
28.10.2020 Update: 28.10.2020 - 17:32 Uhr Kommentieren
Ein sehr gutes drittes Quartal mit hohen Nettomittelzuflüssen. Quelle: Reuters
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Ein sehr gutes drittes Quartal mit hohen Nettomittelzuflüssen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Deutsche-Bank-Tochter DWS erreicht ihr bis 2021 gesetztes Kosten-Ertrags-Ziel ein Jahr früher und will nun weiter wachsen. Im dritten Quartal sammelte der Fondsanbieter von Kunden netto 10,5 Milliarden Euro neues Kapital ein (erstes Halbjahr 6,2 Milliarden Euro). Damit flossen dem Fondshaus in den ersten neun Monaten netto 16,7 Milliarden Euro Kapital zu.

Anleger steckten auch im dritten Quartal vorrangig neues Kapital in die margenschwachen passiven Fonds, insgesamt flossen 6,3 Milliarden Euro in diese Produkte. Zudem parkten sie netto 4,3 Milliarden Euro in Geldmarktfonds und investierten 0,8 Milliarden in alternative Anlagen.

Aktive Fonds verbuchten per Saldo dagegen Abflüsse von einer knappen Milliarde Euro. Zwar investierten vor allem Großinvestoren netto 2,5 Milliarden Euro neues Geld in Anleihefonds. Aber aus Aktienfonds flossen 1,1 Milliarden Euro ab, aus Mischfonds waren es netto 1,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich sammelten alle drei Vertriebsregionen Amerika, Asien-Pazifik und Europa in den ersten neun Monaten neues Geld ein, wie die DWS betonte.

Wie die Konkurrenz profitierte auch die DWS von den kräftigen Kursanstiegen an den Börsen im Sommer, die viele Anleger zum Wiedereinstieg in die Aktienmärkte bewegten. Das verwaltete Vermögen stieg im dritten Quartal um knapp zwei Prozent. DWS-Chef Asoka Wöhrmann spricht von einem „sehr guten dritten Quartal mit hohen Nettomittelzuflüssen, das die Stärke des diversifizierten Geschäftsmodells auch in der Pandemie unterstreicht“.

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    Nach Zahlen von Morningstar sammelte die DWS unter den großen vier deutschen Fondsanbietern in vor allem für Privatanleger aufgelegten Publikumsfonds in Europa mit Abstand das meiste neue Geld ein: Die Deutsche-Bank-Fondstochter verbuchte demnach in den ersten neun Monaten netto knapp 13 Milliarden Euro neues Kapital. Die Sparkassen-Fondstochter Deka erhielt dort netto rund vier Milliarden Euro neues Anlegergeld, die genossenschaftliche Union Investment 3,5 Milliarden Euro und die Allianz-Tochter Allianz Global Investors 1,4 Milliarden Euro.

    Einfluss der negativ Zinsentwicklung

    Die Erträge der DWS sanken indes gegenüber dem Vorjahresquartal um zwei Millionen Euro auf 558 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten waren es insgesamt 1,63 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 1,7 Milliarden Euro).

    Die DWS erklärt den Rückgang von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit Sonderfaktoren wie dem Einfluss der negativen Zinsentwicklung. Die zunehmende Vorliebe der Investoren für die preiswerten passiven Fonds verstärkt in der ganzen Fondsbranche den Druck auf die Margen. Bei der DWS sackte die einschlägige Größe, die Management-Gebühren-Marge, binnen zwölf Monaten um deutliche 6,7 Prozent auf 0,278 Prozentpunkte ab.

    Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im Vorquartalsvergleich um 26 Prozent auf 215 Millionen Euro. Nach Steuern wies die DWS für das dritte Quartal ein um 30 Prozent höheres Konzernergebnis von 151 Millionen Euro aus. Die bereinigten Kosten sanken im dritten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 342 Millionen Euro.

    In den ersten neun Monaten des Jahres gingen die bereinigten Kosten im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zurück. Als Grund nennt die DWS einen Rückgang des Sach- und sonstigen Aufwands um 13 Prozent sowie einen um zehn Prozent gesunkenen Personalaufwand. Das Fondshaus hat zuletzt seine Führungsstruktur verschlankt und Kernsparten neu geordnet. In den vergangenen zwölf Monaten sank die Zahl der Beschäftigen um 125 auf 3290.

    Die bereinigte Kosten-Ertrags-Quote (CIR) wurde in der Folge im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um deutliche 8,2 Prozentpunkte auf 61,4 Prozent gesenkt. In den ersten neun Monaten des Jahres verbesserte sich die bereinigte CIR im Jahresvergleich um 5,9 Prozentpunkte auf 64,3 Prozent.

    Finanzvorstand Claire Peel erklärt dies mit den „fortgesetzten Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz“. Dadurch habe das Haus vorzeitig das mittelfristige Ziel von unter 65 Prozent erreicht. Wöhrmann zeigt sich zuversichtlich, dass die DWS dies für das gesamte Jahr 2020 und darüber hinaus stabilisieren kann: „Wir erwarten, dass wir unser beim Börsengang ausgegebenes mittelfristiges Ziel für die Aufwand-Ertrags-Relation ein Jahr früher erreichen werden“, sagt er.

    DWS will sich auf Wachstumsziele konzentrieren

    Große Investoren loben die Ertragskraft und die Kostenersparnisse der DWS. „Das sind gute Zahlen“, sagt ein Fondsmanager eines großen Hauses. Wermutstropfen blieben die sinkenden Margen, aber das betreffe die ganze Branche.

    Die DWS will sich nun vorrangig auf Wachstumsziele konzentrieren: „Ab dem kommenden Jahr werden wir uns auf Wachstum und Transformation fokussieren, um auf die Megatrends zu reagieren, denen wir uns mit unseren Kunden gegenübersehen“, betont Wöhrmann.

    In einem anhaltend schwierigen Umfeld rekordtiefer Zinsen, der Unsicherheit durch die Corona-Pandemie, Disruption durch Digitalisierung und neuen Anforderungen durch dem Trend zu nachhaltigerem Leben sei es entscheidend, sich zu wandeln, um auch künftig eine führende Rolle spielen zu können, betonte Wöhrmann in einer Konferenz mit Analysten. Im immer bedeutenderen Geschäft mit passiven Fonds will die DWS sich als einer der führenden Anbieter in Europa behaupten.

    In den kommenden zehn Jahren will Wöhrmann die DWS ferner internationaler ausrichten: „2030 sollen mehr als die Hälfte der Erträge außerhalb Europas erzielt werden“, sagte er. Besonderer Schwerpunkt ist dabei Asien. Dort arbeitet der DWS-Chef daran, die strategischen Partnerschaften mit dem chinesischen Fondshaus Harvest und dem Versicherer Nippon Life auszubauen.

    Solche Kooperationen sind für Wöhrmann eine wichtige Grundlage für künftiges Wachstum. So wurde etwa die strategische Partnerschaft mit der Zurich Versicherung um zehn Jahre bis zum Jahr 2032 verlängert. Dort arbeiten die Häuser im Vertrieb und bei der Entwicklung fondsgebundener Versicherungsprodukte zusammen. Auch von einer neue Partnerschaft mit dem US-Direktversicherer Northwestern Mutual verspricht sich Wöhrmann Verstärkung.

    Zudem zeigt sich die DWS weiterhin offen für Zukäufe. Wöhrmann betont regelmäßig, dass sein Haus eine aktive Rolle in der aktuellen Konsolidierung der Fondsbranche spielen wolle und sich Möglichkeiten für Übernahmen und Zusammenschlüsse anschaue. Allerdings hat die Konzernmutter Deutsche Bank mit seiner 80-Prozent-Beteiligung dabei ein gewichtiges Wort mitzureden.

    Mehr: Investmentbanker bringen Deutsche Bank voran.

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