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Digitalbank Solarisbank startet Bitcoin-Verwahrgeschäft

Das Berliner Institut will als eine der ersten deutschen Banken Kryptowährungen einlagern. Weitere Akteure stehen in den Startlöchern.
11.12.2019 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die Kryptowährung wird an Standorten mit günstiger Energie produziert, wie hier in Russland, aber auch in Deutschland gehortet. Quelle: Bloomberg
Bitcoin-Mine

Die Kryptowährung wird an Standorten mit günstiger Energie produziert, wie hier in Russland, aber auch in Deutschland gehortet.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Kaum ist es da, das neue Geldwäschegesetz, das die Verwahrung von Kryptowährungen rechtssicher regelt, wagen sich interessierte Banken aus der Deckung. Die Berliner Solarisbank geht als eines der ersten deutschen Institute in die Offensive und will eine entsprechende Verwahrlösung aufbauen, wie das Handelsblatt vorab erfahren hat. Am Mittwoch sollen die Pläne offiziell verkündet werden.

Das neue Geldwäschegesetz erlaubt Banken das Angebot und die Verwahrung von Kryptowährungen. Ab 2020 können Geldhäuser ihren Kunden im Onlinebanking praktisch auf Knopfdruck neben klassischen Wertpapieren wie Aktien und Anleihen auch Kryptowährungen rechtssicher anbieten.

Hierfür hat die Solarisbank die Tochtergesellschaft Solaris Digital Assets gegründet. Sie wird sich 2020 bei der Finanzaufsicht Bafin um eine der neu eingeführten Krypto-Verwahrlizenzen bewerben und soll im Anschluss Bitcoin und andere virtuelle Währungen im Kundenauftrag einlagern.

„Wir beschäftigen uns seit anderthalb Jahren intensiv mit dem Thema Krypto-Verwahrung“, sagte Michael Offermann, Krypto-Banking-Chef des Instituts, dem Handelsblatt. „Mit der Neuregelung im neuen Geldwäschegesetz ist ein guter Zeitpunkt gekommen, praktisch loszulegen. Schließlich sind wir kein Forschungsinstitut, sondern eine Geschäftsbank.“

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    Die Solarisbank bleibt ihrem bisherigen Ansatz treu und will die neue Dienstleistung nur für andere Institute und Geschäftskunden als sogenannte White-Label-Lösung anbieten. Privatkunden sollen kein direktes Konto eröffnen können. „Wir sind mit unserem Fokus auf Geschäftskunden-Angebote bisher gut gefahren. Unsere Partner halten den Kontakt zu den Endkunden, und das soll auch so bleiben“, betonte Offermann.

    Solarisbank glaubt an grundlegende Veränderung

    Die Solarisbank verfügt über eine Vollbanklizenz und bietet ihr Haftungsdach zahlreichen deutschen Finanztechnologie-Start-ups an. Prominenter Partner ist etwa die Berliner Bitwala-Bank, die ihren Kunden ein Girokonto und zudem den unkomplizierten Bitcoin-Kauf anbietet. Verwahren müssen die Kunden den Zugangsschlüssel zu ihrer virtuellen Geldbörse („Wallet“) hier bisher noch selbst – in Zukunft könnte ein solches Angebot von der Solarisbank kommen.

    Dort ist man überzeugt, früh einen Zukunftsmarkt zu besetzen. „Digitale Assets werden den Finanzmarkt grundlegend verändern. Sobald der Kauf und die Verwahrung von Bitcoin und Co. einfacher werden, rechnen wir mit einem starken Wachstum“, so Offermann. Das Umsatzpotenzial im ersten Jahr liege bereits im siebenstelligen Bereich.

    Interessanterweise nutzt die Solarisbank nicht die Möglichkeit des neuen Geldwäschegesetzes, das Kryptoverwahrgeschäft aus der Kernbank heraus anzubieten, sondern hat sich für die Gründung einer Tochtereinheit entschieden. Offermann erklärt das mit „einer guten Aufstellung, sollten sich die regulatorischen Rahmenbedingungen erneut ändern“. Zudem eröffne die Entscheidung strategische Optionen, falls sich beispielsweise krypto-affine Investoren an der neuen Tochtergesellschaft beteiligen wollten.

    Die Solarisbank wurde 2016 gegründet und hat ihre Erträge im vergangenen Jahr auf 7,4 Millionen Euro mehr als verdreifacht. 2020 will die Bank profitabel wirtschaften, ein Jahr später als ursprünglich geplant. Die Bilanzsumme lag Ende 2018 bei 120 Millionen Euro.

    Zu den Partnern der Solarisbank zählen auch die Börse Stuttgart mit der Krypto-Trading-App Bison und dem neuen Marktplatz BSDEX. Für diese übernehmen die Berliner unter anderem die Registrierung neuer Kunden, den sogenannten KYC-Prozess. Mit der Tochter Blocknox haben die Stuttgarter früh eine eigene Krypto-Verwahrlösung aufgebaut. Daneben unterstützte die Solarisbank das Berliner Start-up Bitbond bei der von der Bafin abgesegneten Ausgabe der ersten wertpapierähnlichen Tokens (STO genannt).

    Auch Start-up Finoa will Bafin-Lizenz

    Neben der Solarisbank arbeiten auch andere Start-ups an einer eigenen Krypto-Verwahrlösung, darunter das Potsdamer Unternehmen Finoa. Dieses betreibt seit dem Sommer 2019 eine Krypto-Verwahrstelle für nach eigenen Angaben über 50 professionelle Investoren.

    Da Finoa bereits im Verwahrgeschäft tätig ist, dürfte das Start-up von der Bafin zum Jahreswechsel eine vorläufige Lizenz erhalten. „Im Verlauf des Jahres 2020 wollen wir dann eine vollumfängliche Krypto-Verwahrlizenz beantragen und uns weiter am Markt etablieren“, sagt Co-Gründer Henrik Gebbing.

    Hierfür hat Finoa gerade einen Bafin-qualifizierten Banker angeworben, wie das Unternehmen am Mittwoch verkünden will. Dieser heißt Jan-Peter Kind und war zuletzt Geschäftsführer der Frankfurter VTB-Direktbank, Tochter der russischen Großbank VTB.

    Mehr: Banken standen Fintechs zu Beginn eher kritisch gegenüber. Inzwischen arbeiten sie jedoch häufiger zusammen und schließen damit eine Lücke.

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