Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dirk Jens Nonnenmacher HSH-Verfahren endet mit Geldauflage in Millionenhöhe gegen Ex-Chef

Das Verfahren gegen Dirk Jens Nonnenmacher ist gegen eine Geldbuße eingestellt worden. Ein weiterer Ex-Vorstand stimmte einer Zahlung nicht zu.
06.06.2019 Update: 06.06.2019 - 11:42 Uhr Kommentieren
Der frühere Vorstandschef und Ex-Finanzchef der HSH Nordbank musste sich vor Gericht verantworten. Quelle: dpa
Dirk Jens Nonnenmacher

Der frühere Vorstandschef und Ex-Finanzchef der HSH Nordbank musste sich vor Gericht verantworten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Für Dirk Jens Nonnenmacher endet eine Leidenszeit. Circa zehn Jahre war ihm die Staatsanwaltschaft auf den Fersen. Der frühere Chef der HSH Nordbank musste sich den Vorwurf der schweren Untreue gefallen lassen, weil er als Finanzvorstand für die Landesbank risiko- und verlustreiche Finanzgeschäfte eingegangen war. Jetzt ist der Fall für ihn erledigt: Gegen Zahlung einer Geldauflage von 1,5 Millionen Euro stellt das Landgericht Hamburg das Strafverfahren ein.

Aus dem Schneider sind neben Nonnenmacher vier weitere Ex-HSH-Vorstände, die mehr oder weniger hohe Geldauflagen akzeptiert haben. Den mit 1,6 Millionen Euro höchsten Betrag zahlt der ehemalige Kapitalmarktvorstand Jochen Friedrich, dem ursprünglich auch Bilanzfälschung vorgeworfen worden war. Die Geldauflage von Hans Berger, Nonnenmachers Vorgänger als Bankchef, beträgt 750.000 Euro, Hartmut Strauß und Bernhard Visker zahlen jeweils 500.000 Euro.

Lediglich Peter Rieck, der damalige stellvertretende Vorsitzende des Vorstands, stimmte dem Vorschlag der Strafkammer nicht zu. Von ihm hatte das Gericht 1,5 Millionen Euro gefordert. In der ab Mitte August 2019 geplanten neuen Hauptverhandlung wird sich damit nur noch Rieck verantworten müssen.

Gewagte Finanztransaktionen

Im Kern geht es um die „Omega 55“-Geschäfte der Bank im Jahr 2007. Die Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg hatten den Börsengang der Bank für 2008 fest im Visier. Daher kurbelte der Vorstand das Kreditgeschäft 2007 derart an, dass das Eigenkapital, mit dem Kredite unterlegt werden müssen, stark beansprucht wurde.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Entlastung war daher nötig. Zusammen mit der BNP Paribas wurden Kredite in die Zweckgesellschaft Omega 55 ausgelagert. Auf diese Weise entlastete sich die HSH von Immobilienkrediten in Höhe von zwei Milliarden Euro. Dafür übernahm die Bank Kreditverbriefungen von BNP, die aber im Zuge der Lehman-Krise 2008 erheblich an Wert verloren und zu der Krise der HSH beitrugen.

    Die Hamburger Staatsanwaltschaft warf dem Management vor, die entsprechende Kreditvorlage für die Omega-Geschäfte nicht ausreichend geprüft zu haben. Dadurch wurde die Bank geschädigt. Die Vorstandsvorlage soll erhebliche Mängel aufgewiesen haben.

    Das Gericht begründete seine Einstellungsentscheidung damit, dass durch die Geldauflagen dem öffentlichen Strafverfolgungsinteresse ausreichend genüge getan werde. Der Untreueschaden sei zwar beträchtlich, aber durch zivilrechtliche Schadenswiedergutmachungen in erheblichen Umfang wieder ausgeglichen worden.

    Zu berücksichtigen sei auch, dass das mutmaßliche Tatgeschehen inzwischen bereits mehr als zehn Jahre zurückliege. „Die zu erwartende weitere Aufklärung des Verhaltens der Angeklagten und ihrer Verantwortlichkeit in einer erneuten Hauptverhandlung falle nicht mehr erheblich ins Gewicht“, sagte ein Gerichtssprecher.

    Ende mit Schrecken

    Die Ex-Vorstände wollten eine erneute Hauptverhandlung unbedingt vermeiden. Den ursprünglichen Freispruch des Landgerichts hatte der Bundesgerichtshof im Oktober 2016 kassiert. Aus Sicht der Karlsruher Richter war der Freispruch zwar nicht falsch, aber derart mangelhaft, dass der Fall neu aufgerollt werden sollte.

    In einer neuen Hauptverhandlung, die den gesamten der Anklage zugrunde liegenden Sachverhalt umfassen wird, sollen die Auswirkungen des Geschäfts „Omega 55“ auf die wirtschaftliche Stellung der Bank am Kapitalmarkt näher untersucht werden. Hierzu hat die Kammer im Vorfeld der neuen Hauptverhandlung ein Sachverständigengutachten eingeholt.

    Dieses Gutachten kam zu dem Schluss, dass die Transaktion „Omega 55“ einen derartigen wirtschaftlichen Vorteil am Kapitalmarkt nicht erbracht habe. Allein bei Peter Rieck wird nun gerichtlich geklärt werden müssen, ob es strafrechtlich relevante Verfehlungen gab.

    Rieck geht der erneuten gerichtliche Auseinandersetzung nicht aus dem Weg – anders als seine früheren Mit-Vorstände. „Allein aus Zeitgründen haben wir uns entschieden, den Vorschlag der Strafkammer zu akzeptieren“, sagte Nonnenmachers Verteidiger Hanns Feigen und betonte zugleich: „Herr Nonnenmacher wurde nicht verurteilt und ist ein unbescholtener Bürger.“

    Für Jochen Friedrich waren ähnliche Motive ausschlaggebend. „Es war eine Abwägung, auch persönlich ist ein solches Verfahren enorm belastend“, sagte Friedrichs Verteidiger Wolfgang Prinzenberg. Auch Viskers Verteidiger Tido Park begründete die Entscheidung mit verfahrensökonomischen Gründen. „Wir legen Wert auf die Feststellung, dass mit der Verfahrenseinstellung keine wie auch immer geartete Schuldfeststellung verbunden ist“, sagte Park.

    Mehr: Nach der Privatisierung begibt die Hamburg Commercial Bank ihren ersten Bond über 500 Millionen Euro. Die große Nachfrage senkt der Renditeaufschlag.

    Startseite
    Mehr zu: Dirk Jens Nonnenmacher - HSH-Verfahren endet mit Geldauflage in Millionenhöhe gegen Ex-Chef
    0 Kommentare zu "Dirk Jens Nonnenmacher: HSH-Verfahren endet mit Geldauflage in Millionenhöhe gegen Ex-Chef"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%