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Eigene Kapitalmarktsparte Deutsche Bank umgarnt Mittelständler

Die Deutsche Bank will bei kleinen Mittelständlern stärker Flagge zeigen und baut eine Investmentbanking-Einheit für kleinere Firmen auf. Der Branchenriese wirbt in dem hart umkämpften Markt um neues Vertrauen.
22.06.2017 - 11:54 Uhr 1 Kommentar
Das größte deutsche Kreditinstitut hat seine Wurzeln im Heimatmarkt lange vernachlässigt. Das soll sich nun wieder ändern. Eine neue Sparte kümmert sich um Finanzierungsfragen für kleinere Mittelständler. Quelle: Reuters
Flaggen mit dem Logo der Deutschen Bank

Das größte deutsche Kreditinstitut hat seine Wurzeln im Heimatmarkt lange vernachlässigt. Das soll sich nun wieder ändern. Eine neue Sparte kümmert sich um Finanzierungsfragen für kleinere Mittelständler.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Jahrelang pflegte die Deutsche Bank bevorzugt ihr Image als Wall-Street-Bank und Haus für die ganz großen Fälle. Ihre Wurzeln im deutschen Markt hat sie darüber lange vernachlässigt. Doch seit der Brite John Cryan, das Geldhaus führt, hat das Geldhaus eine regelrechte Charme-Offensive für den Heimatmarkt gestartet. Das spiegelt sich nun auch in der Privat- und Firmenkundensparte stärker wieder: Die Bank baut für den Bereich, der neben Privatkunden auch kleinere Unternehmen betreut, eine eigene Kapitalmarktsparte auf, wie das Institut am Donnerstag mitteilte.

Rund 50 Spezialisten sollen Kunden künftig etwa bei Fusionen und Übernahmen, bei Schuldscheinfinanzierungen und andere komplexere Finanzierungsfragen beraten. „Die neue Einheit soll Kunden allumfassend in allen strategischen Finanzierungsfragen beraten können. Wir investieren dafür in Menschen und in Zeit“, sagte Stefan Bender, der Chef des Firmenkundengeschäfts in der Privat- und Firmenkundensparte, dem Handelsblatt.

Um die neue Corporate-Finance-Einheit auf 50 Spezialisten zu bringen, muss die Bank ihre bisherigen Kapazitäten in etwa verdoppeln. „Das ist ein guter Startpunkt, der sich ausbauen lässt, wenn sich das Geschäft gut entwickelt“, sagt Bender. Im Visier hat die Sparte Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 250 Millionen Euro, wobei das eine weiche Größengrenze ist. Ist ein größeres Unternehmen nicht zu international und komplex aufgestellt, fällt es ebenfalls noch in diesen Bereich.

Ein Selbstläufer dürfte das neue Projekt aber nicht werden. Denn um die Unternehmen, um die es geht - mit einem Umsatz von bis zu 250 Millionen Euro oder noch größer, wenn eine Firma nicht zu international und komplex aufgestellt ist - um diese Klientel buhlen viele deutsche Banken. Sparkassen, Volksbanken und Landesbanken sind in diesem Segment häufig die Marktführer. Bei Firmen mit einer Größe von 100 bis etwa eine Milliarde Euro Umsatz ist die Commerzbank nach eigenen Angaben der Platzhirsch.

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    „Unsere Stärke auch im Vergleich zu vielen Wettbewerbern ist, dass wir unser globales Know-how und Kapitalmarktwissen für unsere Kunden einbringen können“, sagt Oliver Bortz, der die neue Einheit leitet. Im Schuldscheinmarkt etwa gab es in Deutschland 2016 über 50 Debüt-Emissionen, viele weitere stecken noch in der Pipeline. Die Deutsche Bank wirbt damit, dass sie Kontakt zu vielen Investoren in aller Welt hat, bei denen sie die Schuldscheine von Mittelständlern vertreiben könnte. „Wir wollen uns da eine dominante Position erarbeiten“, sagt Bortz.
    Mit Expertise allein wird die Bank allerdings nicht punkten können, das ist auch Stefan Bender klar. Schließlich hatte die Deutsche Bank in der Vergangenheit diese Klientel häufig vernachlässigt oder mit dem Verkauf unsinniger Produkte verärgert. „Das Gute ist: unsere Kunden glauben, dass wir das Geschäft können. Aber die Frage, die sie mir noch häufig stellen, ist, ob wir es auch wirklich wollen“, sagt er. „Wir wollen durch Taten zeigen, dass wir uns dem Geschäft in unserem Heimatmarkt verpflichtet fühlen.“

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    1 Kommentar zu "Eigene Kapitalmarktsparte: Deutsche Bank umgarnt Mittelständler"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Da stimmt die Definition nicht: Die Bank will "kleine Mittelständler" umgarnen und weiter unten steht im Umsatzsegment von 100 bis 250 Mio. Wer so viel Umsatz macht, ist kein kleiner Mittelständler. Oder die Bank hat den Mittelstand immer noch nicht ganz verstanden.

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