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EigenkapitalDZ Bank will mit AT1-Anleihen bis zu 1,4 Milliarden Euro einsammeln

Der Markt für AT1-Bonds kommt aus der Krise. Nun will auch die DZ Bank mit den nachrangigen Papieren ihr Eigenkapital stärken. Das gilt auf dem Markt als positives Zeichen. 03.05.2023 - 09:39 Uhr Artikel anhören

Nach dem Crash der Credit Suisse erholt sich das Vertrauen in AT1-Anleihen, die das Eigenkapital von Banken stärken sollen, langsam wieder.

Foto: dpa

Frankfurt. Die DZ Bank will mit eigenkapitalähnlichen Anleihen, sogenannten Additional-Tier-1-Anleihen (AT1), bis zu 1,4 Milliarden Euro einsammeln. Das bestätigte das Institut der Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit gewinnt der Markt für diese nachrangigen Papiere weiter an Fahrt, nachdem er nach dem Crash der Credit Suisse unter Druck geraten war.

Die Platzierung ist bei institutionellen Investoren der genossenschaftlichen Finanzgruppe vorgesehen, insbesondere für die Eigenanlagen im Depot A der Genossenschaftsbanken, schrieben die beiden Co-Chefs Uwe Fröhlich und Cornelius Riese in einem Brief an die Vorstände der Genossenschaftsbanken.

Die Zeichnungsfrist hat am 25. April begonnen. Die DZ Bank plane ein Emissionsvolumen von bis zu 850 Millionen Euro, heißt es. Darüber hinaus ist eine Zuteilungsreserve im Ermessen des Instituts von bis zu 550 Millionen Euro vorgesehen, so dass es insgesamt 1,4 Milliarden Euro werden können.

Die Motivation für die AT1-Emission besteht darin, „dass branchenüblich 1,84% der RWA der DZ Bank Gruppe durch AT1-Kapital abgedeckt werden können“, hieß es in dem Schreiben an die Vorstände. RWA steht für „Risk Weighted Assets“, also Risikopositionen, die Geldhäuser mit Eigenkapital unterlegen müssen.

AT1-Papiere sind grundsätzlich höher verzinst, können dafür allerdings bei Investoren zu Verlusten führen, sollte eine Bank in Schieflage geraten. Das war unlängst bei der Credit Suisse der Fall gewesen. Die verordnete Abschreibung der Anleihen bei der Schweizer Bank hatte weltweit Misstrauen gegenüber diesen Nachrang-Papieren ausgelöst, weil die Credit-Suisse-Aktionäre beim Zwangsverkauf an die UBS im Gegensatz zu den AT1-Gläubigern nicht leer ausgehen.

AT1-Anleihen werden automatisch in Eigenkapital umgewandelt, wenn eine Bank in Schieflage gerät. Das hilft, die Bank zu stabilisieren, aber letztlich sind die Eigner vergleichbaren Risiken wie die Aktionäre ausgesetzt.

Rating-Agenturen bewerten AT1-Bonds der DZ Bank positiv – Erholung auch in anderen Ländern

Das wieder zunehmende Vertrauen in AT1-Papiere hatte sich bereits vor wenigen Tagen gezeigt, als Sumitomo Mitsui Financial Group AT1-Bonds über umgerechnet fast 1 Milliarde Euro emittierte. Außerdem kündigten in der vergangenen Woche die italienische Unicredit und die Londoner Lloyds Banking Group die Tilgung von AT1-Anleihen an, was den Markt zusätzlich beruhigte.

Die Ratingagentur S&P hatte unlängst das Investment-Grade-Rating für AT1-Anleihen der DZ Bank bestätigt. Am 21. April stellte die Ratingagentur Fitch den Papieren ebenfalls ein Investment-Grade-Rating aus. Damit verfügen die AT1-Anleihen über eine der besten Bewertungen im europäischen Bankenmarkt, hieß es von der DZ Bank.

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Innerhalb des genossenschaftlichen Bankensektors gilt ab Juli eine neue Richtlinie für die Emission von AT1-Anleihen. Sie definiert unter anderem, wer als Käufer in Frage kommt und macht Vorgaben zu Informationshinweisen. Sie ist vor allem an die über 700 Primärbanken in der Gruppe gerichtet, die bisher nicht als Emittenten solcher Papiere aufgetreten sind. Die DZ Bank hatte auch schon in der Vergangenheit AT1-Bonds platziert.

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