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Empfehlung an die Deutsche Bank „Schließt das Investment-Banking!“

Kurz bevor die Deutsche Bank ihr Ergebnis vorlegt, sorgt ein renommierter Bankenexperte mit einer neuen Studie für Aufsehen. Er fordert von der größten deutschen Bank, das Investment-Banking zu schließen.
29.10.2012 - 18:17 Uhr 17 Kommentare
Düstere Zeiten für Investmentbanker. Quelle: dpa

Düstere Zeiten für Investmentbanker.

(Foto: dpa)

Frankfurt Von Bankregulierern, linken Politikern und Gewerkschaftlern hört man diese Forderung schon lange: Macht das Investmentbanking dicht! Doch nun kommt dieser Satz aus einer anderen Ecke. Der langjährige Bankenexperte Dieter Hein vom Analysehaus Fairesearch veröffentlichte am Montag eine Studie mit dem Namen "Investment Bank schließen und reich werden!" Nach seiner Ansicht würden die Aktionäre der Deutschen Bank, sowie der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS von einer Abwicklung des Kapitalmarktgeschäfts profitieren. Denn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital verdienten die Institute im klassischen Bankgeschäft deutlich mehr als im Investment-Banking. "Also stoßt dieses Geschäft ab!", empfiehlt Hein als einer der ersten Analysten den großen Geldhäusern.

Zumindest die UBS scheint Finanzkreisen zufolge in die Richtung gehen zu wollen. Ein Insider berichtete am Wochenende, das Institut plane einen radikalen Umbau im Investment-Banking, dem bis zu 10.000 Jobs zum Opfer fallen könnten. Laut "Financial Times" sollen große Teile des Anleihe-Geschäfts in eine Einheit ausgegliedert und nach und nach heruntergefahren werden. Es verblieben dann nur noch das Aktien- und Devisengeschäft sowie die Beratung etwa bei Fusionen und Übernahmen.

Auch Credit Suisse und die Deutsche Bank sparen im Investmentbanking und streichen Stellen, planen dort aber bislang keinen größeren Rückzug aus Geschäftsbereichen. Speziell bei Deutschlands größtem Geldhaus überrascht Heins Appell, weil es traditionell den Löwenanteil der Gewinne im Kapitalmarktgeschäft erzielt. Dank eines regen Handels im September dürfte dies auch im dritten Quartal wieder so gewesen sein. Auf der anderen Seite war das Investment-Banking im Krisenjahr 2008 aber auch Verlustbringer Nummer eins - und bindet zudem massiv Eigenkapital. Um die starke Abhängigkeit vom Handel zu reduzieren, hat die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren das Privatkundengeschäft systematisch aufgebaut. Grund hierfür ist auch, dass die Gewinnaussichten im Investment-Banking wegen der schärferen Regulierung nicht mehr so rosig sind. Die Institute müssen künftig für riskante Geschäfte deutlich mehr Kapital vorhalten.

Nach Heins Berechnungen erzielte das Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank von 1998 bis 2011 eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 11,1 Prozent pro Jahr, während im klassischen Privatkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft 21,5 Prozent verdient worden sind. Die Kapitalkosten im Investment-Banking lägen zwischen zwölf und 15 Prozent: "Damit hat die Sparte den Aktionären kaum Wert gebracht", bilanziert Hein. Er hält einen Verkauf des Geschäfts in dem Marktumfeld für unmöglich. Daher komme nur eine Abwicklung über mehrere Jahre in Betracht. Anschließend habe das Institut überschüssiges Kapital, das es den Aktionären ausschütten könne.

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    Die Bank äußert sich nicht zu Heins Studie. Aus Finanzkreisen verlautete aber, dass das Institut die Berechnungen nicht nachvollziehen könne. Die Investmentbank-Sparte, die lange vom derzeitigen Co-Chef Anshu Jain geleitet wurde, habe in den meisten Jahren die Kapitalkosten verdient und Mehrwert für die Aktionäre geschaffen. Auch Hein selbst glaubt nicht recht an eine Umsetzung seiner Forderung, da nicht nur Jain, sondern auch Aufsichtsratschef Paul Achleitner seine Wurzeln im Kapitalmarktgeschäft habe: "Wer soll da die empfohlene Strategie umsetzen?" Druck könnte von den Regulierern kommen: Zuletzt forderte eine hochrangige europäische Expertenkommission die Abspaltung riskanter Bankgeschäfte.

    • rtr
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    17 Kommentare zu "Empfehlung an die Deutsche Bank: „Schließt das Investment-Banking!“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @FlashGordon,
      ich merke immer wieder an Ihren Kommentaren dass Sie kein langfristiger Aktionär der Deutschen Bank sind. Ich zu meinem Unglück bin es aber und warte seit einem Jahrzehnt mit mehr oder weniger Investments in Deutsche Bank Aktien auf eine akzeptable Rendite. Es ist absolut nachweisbar das bisher die Gewinne im Investmentbanking unter seinen Mitarbeitern aufgeteilt wurde und für die Gesamtbank keinen Mehrwert geschaffen hat deshalb bin ich für die Abspaltung oder Abwicklung des Investmentbankings und bin mir sicher das der Aktienkurs der Deutschen Bank nachhaltig deutlich höher notieren würde.
      Wie ist Ihre aktuelle Meinung zur Deutschen Bank Aktie, gilt Ihre Aussage vom letzten mal noch.
      Gruß

    • "Investmentbanking ist hauptsächlich ein Beratungsgeschäft für Konzerne und große mittelständische Unternehmen. Eigenhandel verbieten, aber nicht das Investmentbanking per se."

      Richtig. Man hat nichts davon echtes Investmentbanking abzuschaffen. Im übrigen auch nicht für kleine Betriebe.
      Es kommt immer auf den Inhalt an, und nicht auf die Verpackung. Investments, also Investitionen sind ja beileibe nichts Schlechtes, es kommt eben darauf an wo und wie man investiert. Aber hier hat eben in den letzten Jahren die Gier das Gehirn gefressen.

    • Wer zahlt die Gebühren?

    • Viele Leute scheinen hier Eigenhandel und Investmentbanking gleichzusetzen...

      Investmentbanking ist hauptsächlich ein Beratungsgeschäft für Konzerne und große mittelständische Unternehmen. Eigenhandel verbieten, aber nicht das Investmentbanking per se.

    • Ich bitte Sie sich zunächst über die Aufgaben des Investmentbankings zu informieren. Eigenhandel ist (oder kann) ein Teil des Investmentbanking sein, aber es gibt halt auch weitere Formen des Investmentbanking. Und selbst wenn Sie als Privatperson kein Investmentbanking brauchen (oder das zumindest glauben), viele große Unternehmen sind dankbar für die angebotenen Dienstleistungen. Die Einnahmen des Investmentbanking stammen übrigens zum allergrößten Teil aus Gebühren, nicht aus Spekulationsgewinnen.

    • Zitat: ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, hätte der Staat keine Schulden.

      Kleine Korrektur:

      1. Die Geldschöpfung findet dadurch statt, dass Bankkunden Geld auf ihrem Konto einzahlen. Denn genau das ist der Zeitpunkt an dem Giralgeld zu Buchgeld (=Geldforderung) wird.

      2. Deutschland hat dieses Jahr die höchste Steuereinnahme seiner Geschichte. Und trotzdem hat des die Politik geschafft, weitere Schulden zu produzieren. Frau von der Leyen hat es so formuliert "Es ist viel einfacher Geschenke zu verteilen als Sparmaßnahmen durchzusetzen". Und einer solcher Politik wollen Sie freiwillig noch eine Druckerpresse in die Hand geben? :-) Ja, wenn Politiker eine Druckerpresse in die Hand bekommen, dann ist die Deutschland schuldenfrei. Man nennt einen solchen Zustand Hyperinflation.

      Im Wissen um die Unfähigkeit zukünftiger Politikergenerationen haben übrigens die Gründerväter der Bundesrepublik freiwillig auf das Recht der Druckerpresse verzichtet und die Geldhohheit einem unabhängigem Institut übertragen. Übrigens nicht den Privatbanken, sondern einer Bundesbank (Artikel 88 im Grundgesetz).

      Bitte gehen Sie mit irgendwelchen Böse-Banken-Geldverschwörungstheorien zu Spiegel-Online. Da sind Sie unter Ihres gleichen.

    • So wie Eis hier vorgetragen wird, kommen Zweifel an der Kompetenz des. Schreibers auf.

      Richtig ist, dass jeder Kauf einem Verkauf entgegen steht. Spielt sich dies rein im Investmentbanking der Banken ab, ist das natürlich ein Nullsummenspiel. Das Geld was die eine Bank in ihrem Investmentbanking verdient, verliert die andere Bank.

      Da im Investmentbanking bekanntlich riesige Beträge bewegt werden, sind besonders schnelle und präzisere Computeranwendungen, die letztlich teuer, sehr teuer sind, erforderlich. Da diese Kosten sowohl auf der Käufer- wie auf der Verkäuferseite auflaufen, verschiebt sich der vorher definierte Nullpunkt in einen Verlustsaldo.

      Zieht man von diesem Verlustsaldo auch noch die horrenden Gehälter ab, will man an einen Gewinn im Investmentbanking erst gar nicht mehr glauben. Aber wo kommen denn die Gewinne her?

      Wer will das fragen? Wer hat nicht von den Klagen gegen die Deutsche Bank gehört? Die Gewinne im Investmentbanking kommen dadurch, dass die Investmentabteilungen mit anderen "Bankteilen", anderen Marktteilnehmern wie Kommunen kontraktieren. Es sind in der Regel "scheinbare Gewinne", die eher als eine Systemarbitrage zu verstehen sind. Eine Systemarbitrage ergibt sich z.B. dadurch, dass das Gegengeschäft nach anderen Regeln als das Geschäft im Investmentbanking abgebildet wird.

      Eine Perversion dieses Denkens kann sich z.B. durch das Hedgeaccounting,, IASC 39 ergeben. Solange sich keine qualifizierte Gruppe von Fachleuten in maßgeblichen Funktionenetabliert, ist mit und ohne Investmentbanking keine Besserung zu erwarten.

      Der hier abgegebene Beitrag lässt auch nicht erkennen, dass hier Hoffnung geschöpft werden könnte.

    • Schön, dass die Deutsche Bank keine öffentliche Bank ist und die strategischen Entscheidungen deshalb nicht demokratisch oder politisch bestimmt werden, sondern allein konzernintern - sonst hätte Europa ein Problem mehr an der Backe.
      Mehr ist zu den Vorschlägen nicht zu sagen.

    • Muß man die an Zinsen den Anlgern zahlen damit man mit deren geld spielendarf?

    • Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie ruhiger schlafen.

      Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, hätte der Staat keine Schulden.

      Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven. Mit dem ESM wurde dieses Versklavungssystem von der BRD auf EU Ebene gehoben.

      Der Euro ist das Instrument dazu.

      Die Politiker fürchten den Zusammenbruch des jetzigen Geldsystems wie der Teufel das Weihwasser. Aus gutem Grund. Ist nämlich erst mal das Geldschöpfungsmonopol von den Privatbanken zum Staat gewandert, bräuchten wir alle keine Steuern mehr zu bezahlen.

      Diese Umstellung auf ein anderes Geldsystem wäre für die Menschheit so enorm wichtig, bedeutet es doch eine Abkehr von Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und sinnloser Kriege.
      Wir könnten dann nämlich mit unserem Geld eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

      Über diese Tatsache traut sich niemand sprechen, schon gar nicht, wenn er ein von Banken abhängiger Politiker ist. Unsere Ökonomen sind damit völlig überfordert. Investmentbanker und Anleger sowieso. Die möchten das Pyramidenspiel endlos weiterspielen.

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