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ESG-Ziele Deutsche Bank verspricht mehr Frauen in Führungspositionen

Deutschlands größtes Geldhaus will schneller bei umweltgerechten Anlagen vorankommen und die Diversität stärken. Umweltschützer halten die Ziele für zu wenig ehrgeizig.
20.05.2021 - 13:32 Uhr Kommentieren
Das größte deutsche Geldhaus will seine Nachhaltigkeitsziele zwei Jahre schneller umsetzen als geplant. Quelle: dpa
Das Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt

Das größte deutsche Geldhaus will seine Nachhaltigkeitsziele zwei Jahre schneller umsetzen als geplant.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal lädt die Deutsche Bank ihre Investoren zu einem Nachhaltigkeitstag ein. Aus diesem Anlass setzt sich das größte heimische Geldhaus ehrgeizigere Ziele in Sachen Ökologie, sozialem Engagement und guter Unternehmensführung (ESG). Die Umweltschutzorganisation Urgewald kann die Bank damit allerdings nicht überzeugen, sie wirft dem Geldhaus Opportunismus und Augenwischerei vor.

So sehen die neuen Ziele im Einzelnen aus:

Mehr weibliche Führungskräfte

Bis 2025 sollen 35 Prozent der mittleren Führungspositionen bei der Deutschen Bank mit Frauen besetzt sein. Das betrifft die Ebenen Managing Director, Director und Vice President; derzeit sind es 29 Prozent.

Auf den zwei Ebenen direkt unter dem Vorstand sollen mindestens 30 Prozent der Manager weiblich sein, sechs Prozent mehr als bislang. Im Moment sitzen mit der US-Chefin Christiana Riley und der Verantwortlichen für die Transformation der Bank, Rebecca Short, zwei Frauen im Vorstand des Geldhauses.

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    Tempo bei nachhaltigen Finanzanlagen

    Bei ESG-verträglichen Finanzanlagen will die Bank mehr Tempo machen. So soll die Summe von mehr als 200 Milliarden Euro an nachhaltigen Finanzierungen und Anlagen nun bis Ende 2023 erreicht werden, zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. „Wir müssen schnellstmöglich von Ambition zu Wirkung kommen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing.

    Bis Ende des ersten Quartals 2021 hatten die Geschäftsbereiche der Bank ohne die Fondstochter DWS nachhaltige Finanzierungen und Kapitalanlagen von 71 Milliarden Euro ermöglicht.

    Erstmals veröffentlicht die Bank für jeden einzelnen Geschäftsbereich Jahresziele für Finanzanlagen dieser Art. Von den geplanten mehr als 200 Milliarden Euro bis 2023 entfallen 86 Milliarden Euro auf die Privatkundenbank, 30 Milliarden Euro auf die Unternehmensbank und 105 Milliarden Euro auf die Investmentbank. Die Fondstochter DWS berichtet als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen selbst über ihre ESG-Ziele.

    Mehr Transparenz

    Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bank beschlossen, bis Ende 2022 den CO2-Fußabdruck ihres Kreditportfolios von rund 440 Milliarden Euro zu messen und zu veröffentlichen. Nun will sie bis Mitte 2022 auch eine Zielvorgabe für den Anteil der ESG-Aktiva am sogenannten Bankbuch veröffentlichen.

    Vorgaben für Zulieferer

    Ab 2022 müssen alle Dienstleister und Lieferanten der Bank, die auf ein Auftragsvolumen von mehr als 500.000 Euro jährlich kommen, ein externes ESG-Rating vorweisen. Ab 2023 will die Bank dann ein Mindestrating bei allen neuen Ausschreibungen oder Anschlussaufträgen mit diesem Mindestvolumen einführen.

    Auch bei der eigenen Fahrzeugflotte will das Geldhaus auf mehr Nachhaltigkeit achten. Bis 2025 sollen die rund 5400 Dienstwagen der Deutschen Bank 30 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen der deutschen Dienstwagenflotte dann auf null sinken.

    Kritik der Umweltschützer

    Die Umweltschutzorganisation Urgewald überzeugt die ESG-Strategie der Bank nicht. Dass das Geldhaus erkannt habe, wie stark es von nachhaltigen Finanzgeschäften profitieren kann, sei nicht ambitioniert, sondern purer Opportunismus. „Mit dieser Augenwischerei wird die Deutsche Bank der Klimakrise nicht gerecht.“, beklagt Urgewald.

    Die Umweltschützer stört vor allem, dass die Bank an Geschäften mit fossilen Energien festhalte und zum Beispiel den Börsengang von Wintershall DEA organisiere, einem Unternehmen, das seine Öl- und Gasgeschäfte um 30 Prozent steigern wolle.

    Urgewald fordert schärfere Ausschlussregeln für Kunden, die Geschäfte mit fossilen Energieträgern machen. Die im vergangenen Jahr verkündeten Regeln für den Kohle-, Öl- und Gassektor seien im Vergleich zu den Programmen anderer Banken „viel zu schwach“.

    Mehr: Größe wird immer bedeutender“: Deutsche Bank bereitet sich auf Fusionen und Übernahmen vor

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