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EU-Entgeltverordnung Bei Zahlungen im Ausland droht weiter eine Kostenfalle

Im EU-Ausland soll es mehr Transparenz bei Kartenzahlungen und beim Geldabheben geben. Doch ohne Vorwissen sind die neuen Vorgaben kaum zu verstehen.
17.02.2020 - 17:13 Uhr Kommentieren
Wer außerhalb der Euro-Zone mit Karte bezahlt, sollte die Sofortumrechnung in Euro meiden. Quelle: dpa
Kartenzahlung

Wer außerhalb der Euro-Zone mit Karte bezahlt, sollte die Sofortumrechnung in Euro meiden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wer im Ausland Geld am Automaten abhebt oder an der Kasse mit Karte zahlt, läuft häufig Gefahr, in eine Kostenfalle zu tappen. Die Reisenden werden gefragt, ob der Betrag sofort in ihre Heimatwährung umgerechnet werden soll. Stimmen sie zu, bekommen sie meist einen schlechteren Wechselkurs als bei einer späteren Umrechnung über ihre Bank.

Innerhalb der Europäischen Union (EU) soll eine Verordnung jetzt für Transparenz sorgen. Deutsche Urlauber profitieren davon, wenn sie in Nicht-Euro-Länder wie zum Beispiel Kroatien, Ungarn oder Polen reisen. Doch Verbraucherschützern gehen die Änderungen nicht weit genug.

DCC, Dynamic Currency Conversion, heißt die bisherige Sofort-Umrechnung in der Fachsprache. Verbraucherschützer kritisieren das Verfahren schon lange. Eine Untersuchung von „Finanztest“ hatten im vergangenen Jahr ergeben, dass Reisende bei diesem Verfahren an Geldautomaten meist mehr als fünf Prozent draufzahlen, in der Spitze sogar 13,7 Prozent. In Europa sei das Verfahren besonders verbreitet. In den USA und Südostasien würden an Automaten dagegen Extragebühren verlangt.

Ab dem 19. April dieses Jahres sollen Verbraucher nun an Geldautomaten und Zahlungsterminals in der Europäischen Union mehr Informationen bekommen: Das Entgelt für die Sofortumrechnung soll als „prozentualer Aufschlag auf den letzten verfügbaren Euro-Referenzwechselkurs der Europäischen Zentralbank“ dargestellt werden. Zudem muss der Betrag in der Heimatwährung des Zahlers und der Landeswährung des Zahlungsempfängers angezeigt werden.

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    Verbraucherschützern ist das noch immer zu intransparent: „Um die Angaben zu verstehen, müssen Verbraucher bereits dafür sensibilisiert sein, dass bei der Sofortumrechnung ein finanzieller Nachteil droht“, sagt Frank Christian Pauli, Finanzexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). „Wer an der Kasse im Ausland schnell etwas bezahlen möchte und keine zusätzliche Erklärung bekommt, wird diese Informationen schnell überlesen.“ Fast immer sei bisher eine sofortige Umrechnung in Euro teurer. „Wer sich nicht sicher ist, dass die Vorab-Umrechnung wirklich günstiger ist, sollte daher im Zweifel in der jeweiligen Landeswährung zahlen.“, so Pauli.

    Durchaus hilfreich kann die Neuregelung jedoch bei Online-Überweisungen sein. Auch dabei müssen die Kosten ab 19. April vorab angezeigt werden. „Wer bisher zum Beispiel Geld von Deutschland nach Dänemark überwiesen hat, konnte oftmals nur schwer abschätzen, wie viel davon nach der Währungsumrechnung und abzüglich von Gebühren tatsächlich in dänischen Kronen ankam, wenn nicht die gesamten Kosten vom Überweisenden übernommen wurden“, sagt Kemal Ahmedi, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Annerton. Das werde dank der zusätzlichen Informationen einfacher.

    Zudem profitieren von der Verordnung laut EU-Kommission Verbraucher in den Nicht-Euro-Ländern wie etwa Bulgarien und Kroatien. Grenzüberschreitende Euro-Zahlungen aus diesen Staaten dürfen schon seit Mitte Dezember nicht mehr teurer sein als wertgleiche Inlandszahlung in den jeweiligen Landeswährungen.

    Die jeweiligen Entgelte für Währungsumrechnungen müssen Banken zum Stichtag im April auch in ihren Preis-Leistungsverzeichnisse aufführen.

    Mehr: Gewinnsprung von Transferwise, einem Anbieter von Auslandsüberweisungen, ist ein Zeichen für die Banken.

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