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Euro-Krise DZ-Bank-Chef für EU-Finanzausgleich

Deutschland profitiert besonders vom Euro - und sollte deshalb zu einer Art Länderfinanzausgleich innerhalb Europas bereit sein, meint DZ-Bank-Chef Kirsch. Denn die EU stiftet weit mehr als nur wirtschaftlichen Nutzen.
20.07.2011 - 19:02 Uhr 15 Kommentare
Der Vorstandsvorsitzende der DZ Bank, Wolfgang Kirsch. Quelle: ap

Der Vorstandsvorsitzende der DZ Bank, Wolfgang Kirsch.

(Foto: ap)

Düsseldorf Deutschland läuft nach Überzeugung von DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch Gefahr, sich mit der zunehmenden Euro-Skepsis von einem Pfeiler seiner politischen und wirtschaftlichen Ordnung zu verabschieden. In einem Gastkommentar für das Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) schreibt er, gerade die Bundesrepublik hätte "von einer fortgesetzten Krise der Europäischen Union, die ihren Ursprung, aber nicht ihre Grenzen in der aktuellen Staatsschuldenkrise hat, den wohl größten Schaden." Das gemeinsame Europa und seine Gemeinschaftswährung hätten Deutschland wie keinem anderen Land in den zurückliegenden Jahrzehnten Nutzen gestiftet, und zwar weit über die ökonomische Dimension hinaus.

Kirsch hält fest, dass der Euro nicht nur dem währungspolitischen Flickenteppich in Europa ein Ende gemacht hat: "Der Euro hat Europa ein deutlich größeres Gewicht in der globalisierten Welt gegeben und sichert für Europa die internationale Wettbewerbsfähigkeit als Standort – gerade mit Blick auf die aufstrebenden Märkte in Asien und Lateinamerika." Für Deutschland gelte aber auch: "Unsere ursprüngliche Vorstellung von der Währungsunion – eine gemeinsame Währung, aber keine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik, sondern volle finanzpolitische Eigenverantwortung der Mitglieder – war von Anfang an ein Idealbild, das in der Gefahr stand, mit der Realität konfrontiert zu werden. Das ist jetzt passiert."

Der DZ-Bank-Chef schlägt als Lösung vor, "konsequent an einem Regelwerk für einen dauerhaften Transfer-Mechanismus zwischen den Ländern der Euro-Zone zu arbeiten – analog zum deutschen Länderfinanzausgleich. Ein solchermaßen dauerhaft angelegtes Regelwerk wäre ein essenzieller Beitrag zur Stabilisierung der Märkte. Es ist der fehlende Baustein in der Verfassung des Hauses Europa."  

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    Ein europäischer Finanzausgleich sollte Kirsch zufolge zwei wesentliche Elemente beinhalten: Zwischenstaatliche Transferleistungen, die in den jeweiligen Landesverfassungen mit der Einführung einer Schuldenbremse nach deutschem Vorbild verbunden werden, und Euro-Bonds, wie sie der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, vorgeschlagen hat. "Danach kann sich jedes Land bis zu einer Verschuldung von 60 Prozent seines BIP mit einer Garantie des restlichen Euro-Raums refinanzieren. Zusätzliche Schulden müssen ohne diese Garantie finanziert werden, Regelverstöße konsequent mit Sanktionen belegt werden."

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    15 Kommentare zu "Euro-Krise: DZ-Bank-Chef für EU-Finanzausgleich"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Für das Portfolio der DZ-Bank ist das sicher ne tolle Sache, aber ne Schweinerei für uns Steuerzahler! Herr Kirsch sollte sich mit solchen Aussagen lieber zurückhalten.

    • Wenn Herr Kirsch mir wie in Griechenlaand dieselben Sozialleistungen anbietet (wo Firmen zwar riesige Umsätze, aber keinen Gewinn erwirtschaften) kann er ruhig Transfer anbieten, sofern noch Euro übrig bleiben! Solange wir hier Kürzungen bei Sozialleistungen hinnehmen müssen, zig Überstunden ohne Bezahlung leisten, Fahrgeld gestrichen wird, Essenmarken wegfallen, keinerlei Weiterbildung mehr finanziert wird, solange muss man naiv sein, noch für Deutschland zu arbeiten! Vorteile hatten sehr wohl die Vorstände, die Ihre Etagen wie Fürstentümer staffieren, das soll ja wohl so bleiben? Schade, dass den Herren nicht aufgeht, dass ein sozialer Friede durch Partizipieren an durch ARBEIT verdienten Lohn gewährleistet. Es sind ja immer dieselben, die Ihre Vorteile durch den EUR verteidigen. Wenn die Linken Zulauf bekommen wie früher die Grünen, wird es zu spät sein.

    • Herr Kirsch hat aus der Schieflage des deutschen Finanzausgleichs und der Sturheit der Nehmerländer bei einer notwendigen Reform nichts gelernt. Ein derartiges Ausgleichssystem ist ein bequemes Ruhekissen, bei dem es immer einen Dummen gibt, der die Zeche begleicht und der frustiert zuschauen muss, wie eigene Bemühungen für finanzwirtschaftlich verantwortungsvolles konterkariert werden.

    • Ja, ja Kirsch,
      und dem deutschen Volk immer mehr abverlangen. Ist diesen Herren eigentlich bekannt, wie es dem Durchschnittsdeutschen geht? Haben die Herren, die Milliarden und Abermilliarden verschleudert haben und weiterhin verschleudern vergessen, wie sehr die kommunalen Finanzen ausgezehrt sind (Stichwort Strassenzustand und Verschuldung der Kommunen). Wie sehr der Deutsche heute schon belastet ist, weiss ja scheinbar keiner dieser Eliten! Schon mal was von Soli gehört Herr Kirsch. Oder von Medikamentenzuzahlungen und Praxisgebühr. Oder von Leistungen die von den Krankenkassen gar nicht mehr bezahlt werden? Sind steigende Preise -besonders auf dem Energiesektor- ein Begriff. Millionen Arbeitnehmer, die ihre Familien mit einem Verdienst im Volltagesjob bei weitem nicht mehr ernähren können, sollten bekannt sein. Auch Einwanderungen in die sozialen Netze sollen nicht unerwähnt bleiben. Aber wir Deutsche sind ja so cool. Dürfen wir noch ein bisschen Maut bezahlen? Und mit noch weniger Guthabenzinsen gegenüber der Inflationsrate unser bescheidenes Vorsorgeguthaben für schlechte Zeiten entwerten lassen? Was dürfen wir für das Lieblingsprojekt unserer Eliten noch alles bezahlen, bitte schön. Ach ja, derzeit überlegen die Damen und Herren ja, wie Sie die finanzielle Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder bereits jetzt monetarisieren können. Um die Löcher einer nicht bezahlbaren Idee zu stopfen.
      Aber immer weiter so, schon einmal hat eine Demokratie in Deutschland einem diktatorischen Regime den Weg geebnet!

    • Durch einen illegalen EU-Finanzausgleich würden Banken (und dahinter stehende Millionäre) profitieren.

      Herr Kirsch handelt nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebst es sich völlig ungeniert!

      Es wurden ja schon so viele Gesetze und Versprechen wegen der Eurozone gebrochen, auf noch eins mehr kommt es auch nicht mehr an...nicht Herr Kirsch?

      Viele Steuerzahler in Deutschland leben jetzt schon in ziemlich bescheidenen Verhältnissen und können kein Geld sparen, weil es gerade so bis monatsende reicht.

      Und diese Menschen sollen jetzt illegal Abgaben zahlen, damit Millionäre und Banken für ihr Fehlverhalten weiter fette Zinsen bekommen? Gehts noch?

      Dazu kommt, dass der deutsche Steuerzahler nicht von der Fehlkonstruktion "Eurozone" profitiert!

      Profitieren tun die Großkonzerne und deren international verstreute reichen Aktionäre. Denen ist auch egal, wer am Ende deren Produkte bezahlt. Hauptsache einer zahlt, auch wenn es illegal der deutsche Steuerzahler zwangweise tut!

      Wer eine Meinung vertritt wie Herr Kirsch ist ein Verbrecher, weil er zu illegalen Handlungen aufruft!

    • Der dt. Länderfinanzausgleich hat nichts zur Genesung des chronisch blanken Bremen beigetragen. Im Gegenteil! Es lebt sich doch viel leichter, wenn andere zahlen. Was hat uns die EU gebracht? Ach ja, billigere Handytarife. Und ein Glübirnenverbot, gekrümmte Bananen, eine Entsorgungsstelle für Altpolitiker. Wir profitieren unglaublich!!!

    • 1.) eine Tranferuninon schafft keine Anreize der Staaten ihre Situation zu verbessern.

      2.) die Einführung von Eurobonds bis zu einer Verschuldungsgrenze von 60% hilft weder GR, PL, S, I da diese Staaten wahrscheinlich bei einem solchen Verschuldungsgrad "Geld auf die Strasse werfen" würden! Keiner dieser Länder hatte in den letzten 15 Jahren einen Verschuldung unter 60%

      Man erhofft sich vom DZ Bank CHEF doch ein bißchen realistischere Lösungsvorschläge zu Krise.

      DIE URSACHEN MÜSSEN BEKÄMPFT WERDEN

    • Ein Finanzausgleich wäre das Ende eines starken EURO!

      1. Ich bin für einen starken EURO!

      2. Nur starke Staaten können einen starken EURO tragen!

      3. Es gibt keine EURO-Krise!

      4. Es gibt lediglich eine Schuldenkrise von schwachen Staaten, welche den EURO eingeführt haben, aber zu schwach sind um einen starken EURO zu tragen! (Griechenland, Italien, usw.)

      5. Was soll falsch daran sein, wenn der freie Markt jetzt diejenigen Schuldenstaaten mit hohen Zinsen bestraft, welche die Maastrichtkriterien nie befolgten? Es war schon immer eine Bestrafung bei Missachtung der Maastrichtkriterien beabsichtigt. Jetzt führt der freie Markt diese Bestrafung ohne Gründung einer teuren europäischen Behörde völlig kostenfrei durch! What a wonderful world!

      6. Es wäre eine gute erzieherische Maßnahme, wenn ein Schuldenstaat Pleite geht, der nicht allzu groß ist (z. B. Griechenland)! Die übrigen Schuldenstaaten hätten dann einen großen Anreiz ihre desolate Haushaltslage in den Griff zu bekommen und auch stark zu werden um einen starken EURO zu tragen!

      7. Die Spreu muss jetzt vom Weizen getrennt werden! Daher darf es keinen ESM geben!

      Petition gegen den Rettungsfonds ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) mitzeichnen:
      https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123

    • Das kann ja wohl nicht der Ernst sein. Wer das deutsche Finanzausgleichsystem kennt, der weiß, dass damit die einzelnen Länder nicht zu gewissenhaftem finanzpolitischen Verhalten angehalten werden, sondern dass eher das Gegenteil der Fall ist. Gerade Berlin ist hierfür ein schönes Beispiel. Sollen die Griechen dann die "Berliner" machen?

    • Um Himmels Willen, wer i`st Herr Kirsch?
      Kennt den jemand?Wollte der auch mal was sagen?

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