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Euro-Krise Top-Banker schreiben Brandbrief an Schäuble

Die deutsche Kreditwirtschaft wendet sich in einem Brandbrief an Finanzminister Wolfgang Schäuble. Sie warnt vor falschen Schlüssen aus dem aktuellen Stresstest. Josef Ackermann macht der Politik schwere Vorwürfe.
13.10.2011 Update: 13.10.2011 - 16:26 Uhr 24 Kommentare
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (l) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Quelle: dpa

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (l) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

(Foto: dpa)

Berlin In einem Brandbrief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die deutsche Kreditwirtschaft ihrem Unmut über mangelnde politische Unterstützung Luft gemacht. Der Brief liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. Die Banken befürchten im Kern, dass aus den laufenden Stresstests der europäischen Bankenaufsicht EBA falsche Konsequenzen gezogen werden und die Bundesregierung nichts dagegen unternimmt. Derzeit prüft die EBA die Risiken, die sich bei großen europäischen Banken aus dem Besitz von Staatsanleihen ergeben.

Bislang wird der staatliche Zahlungsausfall bei den Kapitalquoten der Banken ausgeblendet. Dem Vernehmen nach pocht die EBA dabei auf die Einhaltung einer Kernkapitalquote von neun Prozent, was einen milliardenschweren Rekapitalisierungsbedarf europäischer Banken nach sich ziehen würde.

Der Spitzenorganisation der deutschen Bankenverbände, die Deutsche Kreditwirtschaft, pocht in dem Brief darauf, dass die EBA für die Bemessung der Risikotragfähigkeit nicht „einen erst für die Zukunft vorgesehenen Eigenkapitalbegriff zu Grunde legt“, heißt es.

Die Beurteilung sollte „auf Basis des derzeit gültigen Eigenkapitalbegriffs“ erfolgen und nicht Anforderungen nach Basel III vorwegnehmen, die erst ab 2019 in voller Höhe gelten sollen. „Es kann nicht im Interesse der Stabilisierung der Finanzmärkte liegen, durch eine künstliche Verschärfung des Eigenkapitalbegriffs eine vermeintliche Schwäche der europäischen Kreditwirtschaft zu fingieren“, warnt die Branche. Eine entsprechende Klarstellung durch die deutsche Regierung hält der Verband für „sachgerecht und geboten“.

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    Gleichzeitig sollte bei einem möglichen Eigenkapitalbedarf von Banken eine bestimmte Reihenfolge beachtet werden: Zunächst sollten die Banken sich selbst um mehr Eigenkapital kümmern und dafür ausreichend Zeit haben. Staatliche Eingriffe in Eigentümerrechte sollten auch im Interesse der Regierungen vermieden werden, rät der Branchenverband.

    Sollte die Kapitalisierung aus eigener Kraft misslingen, sei das jeweilige Land gefragt, erst in letzter Konsequenz dürfe der europäische Rettungsfonds EFSF als Kapitalgeber auftreten. Sollte der EFSF früher eingreifen, entstünde eine Umverteilung von Vermögenswerten in Europa, die dem deutschen Steuerzahler nicht zugemutet werden sollte.

    Unterschrieben haben den Brief alle fünf Verbandschefs der privaten Banken, Landesbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Pfandbriefbanken.

    Ackermann läuft Sturm
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    24 Kommentare zu "Euro-Krise: Top-Banker schreiben Brandbrief an Schäuble"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Deutsche Bank ist schon lange keine deutsche Bak mehr.
      Die Aktienmehrheit liegt längst in ausländ. Händen.
      Von daher muß die deutsche Bank den Namen erst einmal aufgeben, denn er ist Lüge.
      Ackermann hat aus der einstmals Deutschen Bank ein weltweites Zockerunternehmen gemacht,welchesn wie gesagt nicht mehr deutsch ist.
      Die deutschen Bank in den USA war beteiligt an der Immobilienblase dort
      Aber nicht die Banken alleine sind Schuld an dem ganzen Zirkus, sondern in erster Linie die Politk.
      Und es müssen endlich die Ursachen ausgesprochen werden.
      Seit Einführubng des Euro liegt bei uns der Binnenmarkt am Boden, seit Einführung des Euro in unterschiedlichen Ländern aber zu gleichen Bedingungen ist z. B. der Griechenland-Urlaub keineswegs mehr preiswert. Hier ging den Greichen viel Geld verloren
      Wenn also nicht endlich der Euro entweder abgeschafft oder endlich richtig nachjustiert wird, ist jeder Rettungversuch einzelner Länder so, als wurden wir das Geld gleich im Rhein versenken.
      Die Lügerei unserer nichtsnutzigen Politkr muß endlich ein Ende haben
      Und dieser Barosso? Er kommt aus der maoistischen Parti, war jahrelang Mitglied. Mit demokratie hat der nicht viel am Hut wie auch unsere FDJ-Merkel
      In Europa setzen sich offenkundig mehr und mehr Despoten durch, nennen sich abr cvhristliche Parteien oder Sozialemokraten.

    • Herr Ackermann hat recht. Besonders sollte man herausstellen, was auch im 1. Abschnitt des Artikels erwaehnt wird. Hybridkapital, sogenanntes T1, ist nach Basel III nicht mehr anrechenbar (ab 2013 -2019), es zaehlt nur noch hartes Eigenkapital. In dem Blitz-Test soll dies dann schon vorgezogen werden und dieses Kapital nicht beruecksichtigt werden. Das ist grotesk! Und ..Und...das erinnert mich irgndwie an eine Mastfarm - man fuettert die Banken an, verbietet Dividenden und Boni, doch der Staat goennt sich 9-10% Zins dafuer, und gleichzeitig erlassen sich die Vereinigten Staaten von Europa Schulden (durch deren Missmanagement generiert) welche dann wiederum von den Banken zu bezahlen sind. Dumme sind dann wieder Kleinanleger, Angestellte am Bankschalter usw. Papa Staat ueberfaellt somit die Bank.

    • Also, wer allen Ernstes "Schall und Rauch" als Quelle seiner "Erleuchtung" so offenherzig nennt, der gehört sicher nicht zu den 99%.

      Er gehört zu denen, die an wirre Verschwörungstheorien glaubt und jetzt als Trittbrettfahrer auf einen fahrenden Zug aufspringen möchte.

      Weia, "Schall und Rauch", ich fass es nicht. Wie blöd muss man sein, um den Mist, den die Truther dort verzapfen auch nur eine Sekunde lang für bare Münze zu nehmen ...

      Und nicht, daß du denkst, ich sei Verschwörungstheorien abgeneigt - Verschwörungen finden tatgtäglich statt, aber die in S&R ausgebreiteten sind unterstes Kindergartennniveau für Leichtgläubige, die am 5.12. noch den Stiefel vor die Tür stellen und sich wundern, wie der Nikolaus das bloß alles zur gleichen Zeit schafft.

    • Wir sind das Volk

      ... und haben es satt von den 1 Prozent, diesen Finanzverbrechern, abgezockt, belogen und versklavt zu werden. Wie im Film "Network" müssen wir zornig werden und laut ausrufen: "Das machen wir nicht mehr mit, das lassen wir uns nicht mehr länger gefallen." Wir sind nicht bereit für die Schuldenwirtschaft durch die Gier der Bankster zu zahlen. Sie machen uns arm, damit sie noch reicher werden. Sie stehlen unser Geld, das wir hart erarbeiten, und unsere Kaufkraft wird immer weniger. Sie wollen uns auch noch unsere Renten und Ersparnisse rauben.

      Diese arroganten Blutsauger lachen über uns. Siehe das folgende Foto, welches einen provokativen Spruch am Gebäude der Chicago Board of Trade zeigt, dort wo die Futures und Optionen gehandelt werden, wo die Commodity-Trader jeden Tag die Geschäfte für die Spekulanten abwickeln. Sie identifizieren sich als Teil der Verbrecherbande mit "Wir sind die 1%" und verhöhnen damit die engagierten Aktivisten der Occupy Chicago, ... New York, ... San Francisco, ... Boston, ... Portland ... usw.



      Deshalb zeigen wir es ihnen, das wir wirklich die 99 Prozent sind und massenhaft zu den geplanten Demonstrationen die am 15. Oktober stattfinden erscheinen werden. Wie Occupy Paradeplatz in Zürich oder wo immer in eurer Nähe eine Demo stattfindet. Informiert euch oder organisiert selber einen Protest in eurer Stadt.

      Es geht um unsere Zukunft und deshalb müssen wir der kriminellen Elite und den korrupten Regierungen zeigen, wir sind kein Posten in ihrer Bilanz, auch kein Spekulationsobjekt und auch keine dummen Schafe die man nach belieben schären und dann schlachten kann. Wir sind Menschen, verdammt noch mal, und lassen uns das nicht mehr länger bieten.

      Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Wir sind die 99 Prozent http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/10/wir-sind-die-99-prozent.html#ixzz1ah5dzyoU

    • 13.10.2011, 17:28 UhrAnonymer Benutzer: MW65719

      Was würden Sie sagen, wenn nach der Lehmann Pleite die Staaten nicht ausgeholfen hätten? Ihre damaligen Schulden nicht auf den jetzigen Stand gehoben hätten?
      Wenn in der langen Zeit bis heute nicht schon viele Schrottpapiere bei der EZB bis heute gelandet wären? - Die Dtsche. Bank war in dieser Beziehung schlauer als die anderen. Verkaufte die Papiere mit weniger Wert schneller als viele anderen. Aber sie bleibt in den USA auf mancher Immobilie sitzen und hat außerdem noch manches Gerichtsurteil zu befürchten - nicht nur Millionen, sogar von Milliarden war im Blätterwald die Rede.

    • Herr Ackermann TUN SIE doch den Völkern EUROPAS einen Gefallen und lassen SIE DIESEN MÖCHTE GERN KÖNIG EUROPAS ENTFERNEN SIE KÖNNEN DAS.

    • Das Regelventil marktwirtschaftlicher Kreditvergabe ist das Ausfallrisiko für Gläubiger.
      Werden Schuldner dubios, sind Gläubiger über das Ausfallrisiko gezwungen, höhere
      Risikoprämien zu verlangen - schon aus eigenem Überlebenswillen.
      Die resultierenden höheren Kreditkosten wiederum sind das einzig verlässliche Mittel,um faulen Schuldnern den Kreditappetit zu verderben.
      Das Ausfallrisiko steuert über den Risikozins das Volumen der Kreditvergabe, bis hin zum völligen Versiegen des Nachschubs an Kreditunwürdige.
      In der Bail-Out-Wirtschaft dagegen wird als Erfolg gefeiert, wenn dubiose Schuldner billig an
      Nachschub gelangen. Dazu gehen Gläubiger+Schuldner einen Pakt zu Lasten Dritter ein:
      Durch Abwälzen des Ausfallrisikos eskaliert die Kreditvergabe.
      Banken mutieren zu Geldboten, die gedankenlos billiges Notenbankgeld an Kreditjunkies durchreichen.
      Dabei vereinahmen sie eine risikolose Marge - ein massiver Fehlanreiz zu hohen Volumina der
      Kreditvergabe.
      Der Schuldenschnitt ist notwendig.
      Eine marktwirtschaftlich saubere Lösung muss Kreditjunkie UND
      Kreditdealer treffen.

    • Herr Ackermann betreibt hier nichts anderes als Lobbyarbeit für die Banken und die Argumente, die er verwendet, muss man als Unverschämtheit bezeichnen.

      Er versucht, die Ursachen den Staaten in die Schuhe zu schieben, die zu viele Schulden angehäuft hätten. Und warum haben die Staaten zu viele Schulden? Ja, weil sie 2008 nach der Lehman-Pleite die Banken retten mussten.

      Dass z. B. griechische Staatsanleihen riskant sind, ist den Banken schon lange bekannt. Sie haben mit diesen Papieren, auch von anderen Krisenländern, bestens verdient und vertrauen darauf, dass sie der Staat und die Steuerzahler schon raushauen, wenn es schief geht.
      Die Gewinne aus den höher verzinsten Staatsanleihen der Krisenländer stecken die Banken ein, aber evtl. Verluste soll bitte der Staat und der Steuerzahler übernehmen. So geht das nicht!

      Die EU-Kommission will, dass die Staatsanleihen alle nach aktuellen Marktpreisen bewertet werden, was ja auch richtig ist. Das aber würde offen legen, dass eine Reihe von Banken mit zu wenig Eigenkapital arbeitet. Jede Bank müsste eigentlich für alles Risiko, was sie eingeht, auch genügend Eigenkapital zur Absicherung haben. Das aber wollen die Banken nicht und sie wollen, dass die Staatsanleihen höher als der Marktwert bewertet werden, weil sie so weniger Eigenkapital nachweisen müssen. Ein Unding!

      Man kann nur hoffen, dass sich die Politik die länger von der Banken- und Finanzlobby am Nasenring durch die Manege führen lässt, sondern gegen hält, auch im Interesse von uns Steuerzahlern.

    • Jetzt sehen die Banken mal, wie es ist am kürzeren Ende zu sitzen. Als Kunde für ein Darlehen oder einen Kredit werden Sie bis auf die Haut ausgezogen und bis auf die Knochen geprüft. Auch die Ohrringe der Oma müssen noch als Sicherheit her. Und wenn dann was schief geht, lassen sie den Kunden eiskalt absaufen.
      Diesmal sind die Banken in dieser Situation. Nach dem Motto "die Börse ist keine Einbahnstraße" müssten doch die Herren Banker ihre Investitionen mindestens genau so prüfen wie die Situationen ihrer Kreditnehmer. Aber das ist wohl nicht so. Zur Not sind ja noch der Steuerzahler und der Staat da, die die fetten Boni retten. Diese Banken gehören auf das Basisgeschäft zurückgeführt und zumindest für eine Übergangszeit in staatliche Verwaltung. Das letztere ist zwar nicht gut, aber immer noch besser, als die Herren das Volksvermögen verspielen zu lassen.
      Buona sera.

    • Ich hab aus US-Quellen 390 Mrd während dem Höhepunkt des Lehmann Crashs gelesen...

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