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Europäische Großbanken Intesa Sanpaolo und BNP Paribas erhöhen Risikovorsorge

Die Quartalsbilanz der italienischen Intesa fällt zufriedenstellend aus. Bei der Pariser Großbank BNP belasten jedoch hohe Verluste im Investmentbanking das Ergebnis.
05.05.2020 Update: 05.05.2020 - 17:34 Uhr Kommentieren
Die italienische Großbank bringt ihre Schweiz-Tochter Intesa Sanpaolo Private Bank (Suisse) Morval in den Vermögensverwalter Reyl ein. Quelle: Reuters
Zentrale von Intesa Sanpaolo

Die italienische Großbank bringt ihre Schweiz-Tochter Intesa Sanpaolo Private Bank (Suisse) Morval in den Vermögensverwalter Reyl ein.

(Foto: Reuters)

Rom/Frankfurt Mit manchen Auswirkungen der Coronakrise kämpfen alle europäischen Großbanken: So fressen etwa die gestiegenen Rückstellungen für Kreditausfälle große Löcher in die Finanzplanungen. Auch die zu erwartende tiefe Rezession im Jahresverlauf dürfte allen Instituten zu schaffen machen. Dennoch zeigen sich nach den ersten Monaten der Krise deutliche Unterschiede, wie die Ergebnisse für das erste Quartal zeigen.

Am Dienstag legten mit BNP Paribas und Intesa Sanpaolo zwei Schwergewichte aus Frankreich und Italien Zahlen vor. Beide meldeten deutlich gestiegene Risikovorsorgen. So stellt Intesa 300 Millionen Euro als Rückstellung für Kreditausfälle bereit, außerdem den Gewinn aus dem Verkauf des Bezahldienstes Nexi. Für 2020 stehe nun ein Polster von 1,5 Milliarden Euro bereit. Zuvor hatte die zweite italienische Großbank Unicredit erklärt, zusätzliche 900 Millionen Euro im ersten Quartal zurückzustellen.

Auch BNP erhöhte die Risikovorsorge stark um 85 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro. Die größte französische Bank wurde im ersten Quartal deutlich von den Folgen der Coronakrise getroffen. Mit knapp 1,3 Milliarden Euro verdiente das Institut über ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt schrumpften die Erträge um rund zwei Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. In der Firmenkundensparte gingen die Erträge zurück, im Handel mit Aktien, Derivaten und strukturierten Produkten kam es bei Corona-bedingten Börsenturbulenzen zu Ausfällen.

„Die extreme und außergewöhnliche Volatilität führte zu Fehlpositionierungen bei Absicherungsgeschäften“, sogenannten Hedges, erklärte BNP. Heißt im Klartext: Wetten institutioneller Kunden und von BNP auf die künftige Marktentwicklung gingen nicht auf. In der Folge kam es zu Verlusten in Millionenhöhe.

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    Besser schlug sich der Handel mit Anleihen und Rohstoffen, hier legten die Erträge um mehr als ein Drittel zu. Für BNP sind die Verluste im Aktienhandel, die auch andere Häuser verzeichneten, dennoch schmerzlich. Schließlich hatte die Bank erst 2019 das Prime Brokerage, die Betreuung von Hedgefonds, von der Deutschen Bank übernommen. Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafé will den Aktienhandel eigentlich ausbauen.

    Besser sah es bei Intesa Sanpaolo aus, der nach Marktkapitalisierung größten italienischen Geschäftsbank, die im Vergleich zur BNP kein nennenswertes Investmentbanking betreibt. Der Nettogewinn übertraf deutlich die Erwartungen der Analysten und lag bei knapp 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte er nur 1,1 Milliarden betragen. Die Erträge stiegen im ersten Quartal auf knapp 4,9 Milliarden Euro, nach 4,4 Milliarden im Vergleichszeitraum.

    Auch mit diesem Ergebnis übertraf Intesa die Erwartungen der Analysten. Besonders erfreulich: Die Kosten sanken um 2,7 Prozent, die Kernkapitalquote lag bei 14,5 Prozent. Für die Analysten von UBS ist Intesa im aktuellen Szenario die widerstandsfähigste der italienischen Banken.

    Zahlen in einer „außerordentlichen Notsituation“

    „Wir präsentieren die Zahlen in einer außerordentlichen Notsituation für Italien und die ganze Welt wegen der Pandemie“, kommentierte Intesa-Chef Carlo Messina. Aufgrund der robusten Kapitalausstattung und des niedrigen Risikoprofils konnte man den heimischen Familien, den Unternehmen und der ganzen Gesellschaft „von Anfang an helfen“.

    Damit ist die Bank, bei der die meisten italienischen Firmen und Sparer ihr Geld haben, relativ glimpflich durch die ersten Monate der Krise gekommen. Zum Vergleich: Die harte Kernkapitalquote (CET1) ist bei BNP um 0,1 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent gefallen, was von Barclays-Analysten als unterdurchschnittlich moniert wurde. BNPs Aktie ist seit Januar um 47 Prozent gefallen, bei Intesa steht ein Minus von 40 Prozent.

    Für das Gesamtjahr 2020 erwarten beide Institute einen Rückgang des Gewinns. BNP geht von einer Abnahme von 15 bis 20 Prozent im Vergleich zu 2019 aus, als die Bank noch 8,2 Milliarden Euro verdiente. Intesa rechnet sogar mit einem Rückgang von 30 Prozent (Nettogewinn 2019: 4,2 Milliarden Euro). 2021 soll der Gewinn dann auf 3,5 Milliarden Euro steigen. Der Anteil der notleidenden Kredite sei auf 7,1 Prozent gesunken.

    An der, kurz vor dem Ausbruch von Covid-19 in Italien auf den Weg gebrachten, Fusion mit der Bank UBI will Messina festhalten. „Wir sind davon überzeugt, dass unser Vorschlag an die UBI-Aktionäre im aktuellen Szenario an strategischem Wert gewinnt“, erklärte Messina.

    An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Intesa-Aktie legte um rund fünf Prozent zu, bei BNP stand ein Plus von knapp drei Prozent. Anleger können die frischen Zahlen am Mittwoch mit den Quartalsergebnissen zweier weiterer europäischer Großbanken abgleichen: Dann öffnen Crédit Agricole aus Paris und Unicredit aus Mailand ihre Bücher.

    Mehr: Welche Onlinebanken von der Coronakrise profitieren – und welche nicht.

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