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Europäische Zentralbank Kapitalerleichterungen für Banken sollen verlängert werden

Insidern zufolge wird die EZB die Kapitalerleichterungen für Banken verlängern. Im kommenden Monat wird eine neue Welle notleidender Kredite befürchtet.
22.07.2020 - 15:50 Uhr Kommentieren
Im März hatte die EZB Banken aufgefordert, Zahlungen wie Dividenden und Boni bis Oktober auszusetzen. Quelle: dpa
EZB-Zentrale in Frankfurt am Main

Im März hatte die EZB Banken aufgefordert, Zahlungen wie Dividenden und Boni bis Oktober auszusetzen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank will Insidern zufolge die Banken der Euro-Zone wegen der Corona-Rezession weiter entlasten. Sie sollen ihre Kapital- und Liquiditätspuffer auch künftig voll nutzen können, sagten mehrere mit den EZB-Plänen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Banken inmitten der schwersten Rezession der Nachkriegszeit ausreichend Kredite an Haushalte und Unternehmen gewähren können.

Zugleich wollen die Währungshüter empfehlen, dass die Finanzinstitute wegen der Krise weiter auf die Auszahlung von Dividenden verzichten. Beide Maßnahmen sollen am kommenden Dienstag offiziell verkündet werden. Ein EZB-Sprecher wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.
Die EZB hatte die Banken im März aufgefordert, Zahlungen wie Dividenden und Boni bis Oktober auszusetzen. Gleichzeitig hat sie ihnen erlaubt, ihre Kapital- und Liquiditätspuffer anzutasten.
Die Aufsichtsbehörden befürchten eine neue Welle fauler Kredite in den kommenden Monaten, da einige staatliche Garantien und Maßnahmen zum Schutz von Haushalten und Unternehmen auslaufen. Eine zweite Corona-Welle könnte die Rezession zudem verlängern. Normalerweise müssen Forderungen gegenüber Schuldnern schnell als notleidend eingestuft werden, wenn ein Kredit nicht bedient wird. Bankenverbände hatten eine Lockerung der Regel gefordert, um zu verhindern, dass die Banken den Kredithahn zudrehen, weil ihr Eigenkapital gefährlich schnell schmilzt.

Mehr: Die EZB lässt der Finanzpolitik den Vortritt – Lagarde lobt die Hilfspakete

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