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European Banking Congress „Wir brauchen Europa“ – Großbanken rufen nach Bankenunion

Die Idee einer Bankenunion stößt bei Europas führender Banker auf reges Interesse. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der Geldhäuser stärken.
22.11.2019 Update: 22.11.2019 - 17:15 Uhr 1 Kommentar
Die Top-Banker der BNP Paribas und der Commerzbank nehmen an dem Bankenkongress in Frankfurt teil. Quelle: Reuters
Jean Lemierre (r.) und Martin Zielke (l.)

Die Top-Banker der BNP Paribas und der Commerzbank nehmen an dem Bankenkongress in Frankfurt teil.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Europas führende Banker trommeln für eine Bankenunion und die in Deutschland heftig umstrittene gemeinsame Einlagensicherung. „Wir brauchen Europa. Wir sollten mehr darüber reden, wie wir es stärken könnten“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing am Freitag auf European Banking Congress in Frankfurt.

Ein wichtiger Baustein sei die Bankenunion, deren Umsetzung schon vor Jahren beschlossen wurde, allerdings ins Stocken geraten ist. HSBC-Vize-Verwaltungsratschef Jonathan Symonds pflichtete Sewing bei: „Die Antwort auf Globalisierung ist nicht Fragmentierung. Wenn wir eine Ansammlung von heimischen Spielern sind, spielen wir nicht gut genug.“

Die vor rund fünf Jahren auf den Weg gebrachte Bankenunion sieht unter anderem einheitliche Finanzmarktrichtlinien und Regelungen zur Bankenabwicklung innerhalb der Europäischen Union (EU) vor. Die damit verbundene gemeinsame Einlagensicherung wird in Deutschland skeptisch gesehen.

Kritiker vor allem bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken fürchten, bei Schieflagen von Geldhäusern in Südeuropa in die Haftung genommen zu werden. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte an diesem Freitag aber, er hoffe auf eine Vollendung der europäischen Bankenunion in den nächsten vier bis fünf Jahren. Er rechne mit Verhandlungen von zwei bis drei Jahren sowie weiteren zwei Jahren für die Ausarbeitung der rechtlichen Vorschriften.

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    Scholz hatte bereits Anfang November in der Debatte um eine EU-Einlagensicherung aber Kompromissbereitschaft gezeigt und damit die Steine wieder ins Rollen gebracht.

    Banken müssen in die Offensive gehen

    Commerzbank-Chef Martin Zielke stellte sich hinter Scholz. „Wir können nicht zulassen, dass die weitere europäische Integration ein Traum bleibt“, sagte er. Durch eine Bankenunion würde die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Finanzinstitute deutlich erhöht. „Eingequetscht zwischen den USA und China kann Europa nur erfolgreich sein, wenn es stärker zusammenwächst.“ Banken müssten in die Offensive gehen. Die Zeit laufe davon.

    Während seiner Rede thematisierte der Commerzbank-Chef zudem die Zukunft seines Geldhauses. Er glaubt nicht an eine Neuaufnahme von Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank. Bei den Verhandlungen im Frühjahr habe man gesehen, dass ein Zusammengehen keinen Sinn mache, so Zielke.

    Bundesbank-Präsident Jens Weidmann blickt angesichts der langanhaltenden Niedrigzins-Phase mit Sorge auf die Ertragskraft der Banken. Je länger diese Zeit der negativen Zinsen anhalte, desto wahrscheinlicher würden Banken belastet, die ihre Erträge traditionell aus dem Einlagen- und Kreditgeschäft erzielen, sagte Weidmann. Er wies allerdings auch darauf hin, dass der Preisdruck in der Euro-Zone nach wie vor verhalten sei. „Daher ist geldpolitische Unterstützung weiterhin gerechtfertigt.“

    Auf dem Bankenkongress hielten weitere wichtige Akteure der Finanzbranche Reden – unter anderem Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Außerdem hielt Christine Lagarde ihre erste programmatische Rede als neue EZB-Chefin. Darin bekräftigte sie, dass auf absehbare Zeit eine ultralockere Geldpolitik notwendig sei. Gleichzeitig kündigte sie eine baldige Überprüfung der kritisierten Notenbank-Strategie an. Zum Beispiel soll evaluiert werden, ob ein mittelfristiges Inflationsziel von knapp zwei Prozent noch zeitgemäß ist.

    Mehr: Frauen sind in der Finanzbranche noch immer deutlich unterrepräsentiert. Wissenschaftler haben nachgewiesen: Das ist schlecht für die Performance der Fonds.

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    1 Kommentar zu "European Banking Congress: „Wir brauchen Europa“ – Großbanken rufen nach Bankenunion"

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    • Das kann man nachvollziehen. Commerzbank-Chef Zielke begrüßt die Idee einer europäischen Bankenunion.
      Die Commerzbank ist doch heute schon faktisch Pleite. Da kann der Topf aus dem man sich bedienen will nicht groß genug sein. Commerzbank-Chef Zielke muss nur schneller sein wie die hoch mit Schrottpapieren verschuldeten südeuropäischen Benken, sonst geht er trotz europäische Bankenunion leer aus. Dafür dürfen wir Bürger in Deutschland, Holland, dann für südeuropäische Banken haften und sage keiner das wäre ausgeschlossen. Alles was die EZB macht war einmal ausgeschlossen. Bail-out-Klausel gekippt usw..
      EZB/Christine Lagarde, Fr. Merkel, Hr. Macron sind skrupellos. Verträge hängen bei denen höchstens auf dem Klo, denn diese Herrschaften arbeiten nach dem Motto wir sind das Gesetz, bei Präsident Macron heißt es, wir sind der Staat in Napoleonischer Tradition oder nach Marie Antoinette an das frz. Volk gerichtet: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“ Für die sind wir nur zahlende dümmliche Verfügungsmasse und sonst nichts. Deshalb nein zur Bankenunion. Keinen weitern Selbstbedienungstopf auf Steuerzahlers Kosten denn letzt endlich zahlen immer wir die Steuerzahler über Einkmmens, MwSt. usw. die Zeche. Notfalls werden halt neue Steuern eingeführt wir die CO2-Steuer. Der Normalbürger wird immer ärmer, aber Arm ist für diese Politiker noch nicht Arm genug, da geht noch was.

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