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Ex-Goldman-Mitarbeiter vor Gericht Großer Auftritt für den „Fabelhaften Fab“

Seine Aussage war mit Spannung erwartet worden: Erstmals hat sich Ex-Goldman-Händler Fabrice Tourre in seinem Prozess selbst zu Wort gemeldet. Die US-Börsenaufsicht SEC wirft ihm Betrug vor – er beteuert seine Unschuld.
25.07.2013 - 07:11 Uhr 4 Kommentare
Fabrice Tourre bei der Ankunft am Gericht in New York. Quelle: ap

Fabrice Tourre bei der Ankunft am Gericht in New York.

(Foto: ap)

New York Der ehemalige Goldman-Sachs-Händler Fabrice Tourre hat vor einem Gericht in Manhattan bestritten, Investoren hinters Licht geführt zu haben. Eine E-Mail Tourres an Geschäftspartner, die diesen Verdacht erwecken, bezeichnete der 34-Jährige am Mittwoch als irreführend. „Ich habe nicht versucht, jemanden zu verwirren, (die Mail) von damals war schlicht ungenau“, sagte Tourre.

Die Aussage des Ex-Bankers war mit Spannung erwartet worden. Es war sein erster Auftritt in dem Zivilverfahren, das die US-Börsenaufsicht SEC gegen Tourre angestrengt hat. Der Franzose, auch bekannt als „Fabelhafter Fab“, ist die Schlüsselfigur in einem folgenschweren Deal mit Hypotheken-Papieren, bei dem Investoren, darunter die deutsche Mittelstandsbank IKB, rund eine Milliarde Dollar verloren hatten. Der Prozess gilt als einer der wichtigsten im Zusammenhang mit der Finanzkrise.

Die SEC wirft Tourre vor, Kunden bewusst getäuscht zu haben. Im Zentrum steht ein kompliziertes Geschäft mit einem forderungsbesicherten Wertpapier („Collateralized Debt Obligation“ oder CDO) im Jahr 2007. Das Anlageprodukt mit dem Namen „Abacus 2007-AC1“ basierte auf einem Bündel zweifelhafter US-Immobilienpapiere, für deren Zusammenstellung bei Goldman laut SEC Tourre verantwortlich war. Anleger wetteten, ob „Abacus“ im Wert steigen oder fallen würde – und machten dementsprechend Gewinne oder Verluste.

Strittig ist nun, wie „Abacus“ zustande kam. Dies soll der auf drei Wochen angelegte Prozess klären. Nach Ansicht der SEC verschwieg Tourre Investoren, dass in Wahrheit der Hedgefonds-Milliardär John Paulson die Kreditpapiere auswählte, die „Abacus“ zugrunde lagen. Paulson hatte auf einen Zusammenbruch des US-Häusermarktes gewettet – und den CDO so konstruiert, dass er praktisch wertlos wurde, als die Immobilienblase tatsächlich platzte. Ergebnis: Paulson gewann rund eine Milliarde Dollar, während jene, die auf einen steigenden Wert gesetzt hatten, eine Milliarde verloren. Dazu zählte auch die deutsche IKB, die in der Finanzkrise von der staatlichen Förderbank KfW gerettet werden musste. Die KfW erhielt aus einem anderen Verfahren eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 150 Millionen Dollar.

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    4 Kommentare zu "Ex-Goldman-Mitarbeiter vor Gericht: Großer Auftritt für den „Fabelhaften Fab“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • In welcher Welt leben Sie? Es geht immer nur darum, mehr Kohle rauszuschlagen. Die Deutschen sind schuldenwohlstandsverblödet und haben vergessen, wie die Welt tickt. Menschen sind so, von Ausnahmen abgesehen.

    • Diesem "Rotzlöffel" haben eine Menge Menschen eine Menge Geld gegeben. Da trafen wohl Rotzlöffel auf Rotzlöffel.

    • Der Typ steht doch mit seinem genzen Verhalten und Habitus für (mindestens) eine Generation von Bankstern, denen es an allem mangelt, was nicht nur einen verantwortungsvollen Bankmenschen, sondern einen Menschen überhaupt ausmacht. Dieser gewissenlose Rotzlöffel muss für ein paar Jahre in den Knast und jeden Tag einen Besinnungsaufsatz über "American Psycho" schreiben. Denn das ist er: Ein durch und durch narzisstischer Psychopath.

    • Es ist eine Schande. Information, Wissen gehören zwar genuin zum Finanzmarkt, kommen aber dort bis heute in den Modellen überhaupt nicht vor. Für mich sind Wertpapier und Information dasselbe.

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