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EZB-Daten Kreditvergabe an Firmen zieht erneut an

In der Coronakrise decken sich Unternehmen vorsorglich mit Krediten ein. Im Juli fiel der Zuwachs der Kreditvergabe erneut so hoch aus wie zuletzt vor elf Jahren.
27.08.2020 - 12:56 Uhr Kommentieren
Die EZB hat zur Stützung der Wirtschaft in der Coronakrise umfangreiche Hilfsprogramme aufgelegt. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Die EZB hat zur Stützung der Wirtschaft in der Coronakrise umfangreiche Hilfsprogramme aufgelegt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Unternehmen haben sich bei den Banken im Euro-Raum während der Coronakrise erneut kräftig mit Krediten eingedeckt. Der Zuwachs fiel im Juli bereits den dritten Monat in Folge so stark aus wie seit rund elf Jahren nicht mehr, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Danach vergaben die Geldhäuser im Juli sieben Prozent mehr Darlehen an Firmen als ein Jahr zuvor. Der prozentuale Anstieg im Vormonat Juni war mit 7,1 Prozent allerdings noch einen Tick stärker ausgefallen.

Die Wirtschaft stecke noch mitten in der Pandemie, kommentierte Friederike Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, die Daten. „Unterstützt von staatlichen Garantien bleiben die Bankkredite deshalb ein wesentliches Instrument, um Unternehmen die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.“ Das habe aber Nebenwirkungen. „Der Verschuldungsgrad der europäischen Unternehmen wird steigen und damit sinkt ihr finanzieller Spielraum für Investitionen und Innovationen in der Zukunft,“ warnte sie.

Im Zuge der wirtschaftlichen Einschränkungen in Folge der Virus-Pandemie haben sich viele Unternehmen über Kredite vorsorglich mit Liquidität vollgesogen. Damit wollen sie sicherstellen, dass sie angesichts zum Teil massiver Geschäftseinbußen bei ihren Zahlungsverpflichtungen nicht in Probleme geraten. Die EZB hat zur Stützung der Wirtschaft umfangreiche Hilfsprogramme aufgelegt. Dazu zählen unter anderem längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, in der Fachwelt „TLTRO III“ genannt, die für Banken mit sehr vorteilhaften Konditionen ausgestattet sind. Auf diese Weise pumpt sie die Institute mit Liquidität voll, damit diese auch in der Krise weiter Kredite an die Unternehmen vergeben.

An die Haushalte reichten die Banken im Juli 3,0 Prozent mehr Kredite aus als vor Jahresfrist. Auch im Juni lag der Zuwachs in dieser Höhe. Die Geldmenge M3 nahm im Juli deutlich um 10,2 Prozent zu. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg um 9,2 Prozent erwartet. Zu M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. Steigt M3 stark an, kann dies auf mittlere bis lange Sicht eine höhere Inflation bedeuten. Daher verfolgt die EZB diese Kennzahl genau.

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    • rtr
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