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EZB Kritik am Bankenstresstest: Ratingagentur fordert breiteren Ansatz

Die Experten von Scope glauben, dass bei der Prüfung der Banken auch Cyber-, Umwelt- und Geldwäscherisiken berücksichtigt werden sollten.
09.08.2021 - 17:26 Uhr Kommentieren
Beim diesjährigen Stresstest mussten die Banken simulieren, welche Folgen ein Einbruch der Wirtschaft und ein Verfall von Immobilien- und Aktienpreisen für die Banken hätte. Quelle: dpa
Frankfurter Bankenviertel

Beim diesjährigen Stresstest mussten die Banken simulieren, welche Folgen ein Einbruch der Wirtschaft und ein Verfall von Immobilien- und Aktienpreisen für die Banken hätte.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Erleichterung war groß. Als die Europäische Zentralbank (EZB) und die European Banking Authority (Eba) die Ergebnisse des diesjährigen Stresstests für die wichtigsten europäischen Geldhäuser vorstellten, zeigte sich, dass das Finanzsystem auch eine weitere Zuspitzung der Coronakrise ohne größere Blessuren überstehen würde.

Die Experten der Ratingagentur Scope fragen sich allerdings, ob die Aufseher bei dem diesjährigen Test die richtigen Fragen gestellt haben. „Die Stresstests der Eba bleiben ein zentrales regulatorisches Werkzeug, um die Anfälligkeit der Banken in Extremszenarien zu prüfen“, meint Sam Theodore von Scope. „Für andere Marktteilnehmer und die Investoren könnten Stresstests, die sich allein auf die Kapitalpuffer konzentrieren, weniger relevant werden.“

Deshalb fordert Theodore einen breiteren Ansatz beim Stresstest. Dieser soll beispielsweise Cyber- und Umweltrisiken berücksichtigen, aber auch die Gefahr, dass Banken selbst verschuldet in einen Skandal verwickelt werden, beispielsweise durch Geldwäsche.

Beim diesjährigen Stresstest mussten die Banken simulieren, welche Folgen ein Einbruch der Wirtschaft und ein Verfall von Immobilien- und Aktienpreisen für die Banken hätte. Das Ergebnis: Bis 2023 würden die Geldhäuser knapp ein Drittel ihres Eigenkapitals verlieren. Bei den 50 Instituten, die die Eba untersuchte, sank die harte Kernkapitalquote im Krisenszenario im Durchschnitt um 4,85 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. Damit schnitten die Institute minimal besser ab als bei der letzten Belastungsprobe 2018, obwohl der Test dieses Mal schwieriger war als noch vor drei Jahren.

Dass die Kapitalquoten der Banken über der Zehn-Prozent-Marke blieben, ist vor allem auf die dickeren Puffer zum Start der Belastungsprobe zurückführen. Im Jahr 2020 lag die harte Kernkapitalquote der Banken durchschnittlich bei 15 Prozent und damit so hoch wie nie zuvor bei einem Eba-Stresstest.

Nicht nur harte Kennzahlen entscheiden

Die Aufseher zeigten sich im Großen und Ganzen zufrieden mit den Ergebnissen, auch das Fazit der Ratingagentur Standard & Poor’s fällt beruhigend aus. Auch wenn Europas Banken noch immer mit strukturellen Profitabilitätsproblemen kämpfen würden, sei ihre Widerstandskraft in den vergangenen Jahren gewachsen.

Das sieht auch Scope-Experte Theodore so. Allerdings weist er darauf hin, dass längst nicht nur harte Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote darüber entscheiden, mit wie viel Skepsis die Investoren eine Bank sehen. Das hätten die diversen Geldwäscheskandale der vergangenen Jahre gezeigt, die auch für Institute Probleme brachten, die solide kapitalisiert waren. Wenn Investoren und Großkunden erst einmal nervös würden, könne sich die Finanzierung verteuern, die Geschäfte würden schwieriger, und es werde komplizierter, neue Aktien zu platzieren.

Mehr: Nach dem Stresstest: Europas Banken brauchen endlich die Bankenunion

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