Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

EZB-Stresstest Nur kein Stress

Seit 12 Uhr wissen Europas Banken, ob sie den Stresstest bestanden haben. Wackelkandidaten gibt es vor allem in Südeuropa. Doch die Stresstest-Ergebnisse dürften deutlich glimpflicher ausgefallen sein als befürchtet.
23.10.2014 - 12:01 Uhr 7 Kommentare

Stresstest - Sind Europas Banken sicher?

Frankfurt Als bei den europäischen Banken am heutigen Donnerstag die Ergebnisse des EZB-Stresstests ins Haus gemailt wurden, dürften die deutschen Banken aufgeatmet haben. Selbst die Wackelkandidaten aus Deutschland sind bei der Prüfung durch die EZB nach Handelsblatt-Informationen glimpflich davon gekommen: Insbesondere die HSH Nordbank, die bisher als besonders gefährdet galt, hat den Test wohl bestanden, heißt es aus Finanzkreisen. Auch bei anderen deutschen Geldhäusern wie der Commerzbank und der Deutschen Bank dürften keine größeren Kapitallücken zum Vorschein gekommen sein.

Im Süden Europas sind die Sorgen kurz vor der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse am Sonntag dagegen groß: Am Mittwoch sorgte ein spanischer Medienbericht für Aufruhr. Demzufolge haben mindestens elf Geldhäuser aus sechs Ländern den Test nicht bestanden. Anleger reagierten nervös, der Euro rutschte zeitweise unter die Marke von 1,27 Dollar. Das zeigt, wie groß die Anspannung ist.

Dabei könnten die Märkte eigentlich relativ gelassen bleiben. Tatsächlich dürfte der Stresstest nach Informationen des Handelsblatts „keine negativen Überraschungen“ bergen. „Den schwarzen Montag, vor dem sich so viele Finanzmarktteilnehmer gefürchtet hatten, wird es nicht geben“, heißt es aus Finanzkreisen. Selbst wenn die Schätzungen zutreffen, nach denen die durchgefallenen Institute einen Kapitalbedarf von 50 Milliarden Euro haben, wäre das nicht dramatisch. Das Kapital könnten sie leicht am Markt aufnehmen.

Insgesamt durchleuchtet die Europäische Zentralbank (EZB) bei der größten Banken-Prüfung aller Zeiten 130 Institute in Europa. Sie will damit sicherstellen, dass die Geldhäuser besenrein und für Krisen gewappnet sind, wenn sie im November die Aufsicht über die wichtigsten Finanzinstitute der Euro-Zone übernimmt. Die HSH, die zusammen mit 23 anderen deutschen Banken an dem Test teilnimmt, galt aus Sicht von Experten als besonders gefährdet. Die Bank, die mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, hat Milliarden an die Schifffahrtsbranche verliehen, die seit Jahren in einer schweren Krise steckt. Das machte dem Institut auch bei der Prüfung zu schaffen, da die EZB die deutschen Geldhäuser zu einer strengeren Bewertung ihrer Schiffskredite zwang.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Profitiert hat die HSH jedoch von ihrer vergleichsweise guten Kapitalausstattung, zu der eine staatliche Garantie für riskante Kreditportfolios maßgeblich beiträgt. Nach den Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden deute alles darauf hin, dass die HSH durch den Test gekommen sei, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen zu Reuters. Die Landesbank sei im Stresstest zwar kräftig durchgeschüttelt worden, die harte Kernkapitalquote des Instituts liege aber wohl auch im simulierten Krisenfall über der Mindesthürde der Aufsichtsbehörden von 5,5 Prozent, fügte einer der Insider hinzu. Investoren, die in HSH-Anleihen investiert haben, zeigten sich erleichtert. Auch die Landesregierung von Schleswig-Holstein, die das Geldhaus als das größte Haushaltsrisiko des Bundeslandes bezeichnet hat, kann durchatmen.

    Die HSH hat in den vergangenen Wochen in Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden erste Hinweise zu ihrem Abschneiden bei dem Gesundheitscheck erhalten. Die vorläufigen Endergebnisse bekommt sie - wie alle anderen teilnehmenden Banken - jedoch erst am Donnerstag. Veröffentlicht werden die von der EZB abgesegneten Resultate am Sonntag. Bis dahin seien alle Schlussfolgerungen über das Abschneiden von Instituten hoch spekulativ, erklärte die EZB. Die HSH sagte nichts zu dem Thema und verwies auf die Kommunikation der Ergebnisse durch die EZB am Sonntag.

    „Der Stresstest wird kein Befreiungsschlag“
    Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: EZB-Stresstest - Nur kein Stress
    7 Kommentare zu "EZB-Stresstest: Nur kein Stress"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich denke, dass das Wort "verlängern" wohl das passende Wort ist.

      Die USA arbeiten schon seit 30 Jahren mehr oder weniger erfolgreich nach diesem System.

      Das wird sich erst ändern, wenn statt verantwortungslosen Managern, Manager mit Verantwortung die Macht und Politik übernehmen.

      Sind wir doch ehrlich. Ginge ein Privatbankier pleite, wäre er Pleite. Gehen andere Banken in die Pleite ziehen die Manager wegen ihrer Ansprüche auf Boni vor Gericht und erhalten diese von dort zugesprochen - zugesprochen von verantwortungslosen Beamten.

      So ist es doch!

    • Die Zukunft wird zeigen,ob der Test hart genug war .

    • Nur keinen Stress? seit 2007 bis heute wurden Banken mit 5 Billionen gerettet, 1,3 Billionen EK fehlte, und nun nur noch 50 Mrd? was für eine wunderbare Selbstheilung, gell?

    • Bankenstresstest
      -----------
      Der Bankenstresstest sorgt für Anspannung in der Bankenbranche. Geldhäuser aus den Euro-Peripherieländern stehen besonders im Fokus. Elf sollen durchgefallen sein – eine deutsche Bank hat es aber offenbar geschafft.

      Die HSH Nordbank hat scheinbar den Stresstest bestanden. Auch die HRE und die West-LB.
      Durchgefallen sind die üblichen Verdächtigen aus Griechenland, Spanien, Zypern und Italien.
      Warum keine französische Bank darunter ist, erschließt sich mir nicht. Oder hat Draghi ihnen schon alle Schrottpapiere abgekauft? Das war doch seine Absicht. OMT, LTRO, ABS, QE. Alles nur zu dem Zweck, Geld in die Pleitebanken zu pumpen.

    • Bei Herrn Draghi blinkt ständig schon seit Monaten auf seinem PC "Game Over" und mit dem ständigen drücken der Resettaste, hofft das Spiel zu überlisten und zu verlängern.

    • Und? Was passiert denn mit den Banken die den Stresstest nicht bestanden haben. Werden sie mit noch größerer Liquidität zugeschüttet. Der wievielte Stresstest war das überhaupt, der dritte, vierte?

    • Könnte mir mal jemand erklären, warum es in Süd-Europa angeblich eine Kreditklemme gibt?

      Wenn dort ein Unternehmen ein tragfähiges Geschäftsmodell hat und dafür Geld aufnehmen will, dann können die doch in einem gemeinsamen Markt überall in der EU, und damit auch in Nordeuropa, Kredit bekommen.

      Ein Stresstest, der dieses Bankensystem im Wesentlichen bestätigt... naja... der muss sich selbst erstmal das Vertrauen erarbeiten...

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%