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Fed ordnet Wachstumsstopp an Beispiellose Strafe für Wells Fargo

Für gute Zahlen haben sie getrickst und systematisch betrogen. Jetzt darf die Bank nicht mehr wachsen und Aufsichtsräte müssen gehen.
03.02.2018 Update: 03.02.2018 - 08:41 Uhr Kommentieren
Ein Passant vor einer Wells Fargo-Filiale in den USA. Die Großbank hat systematisch Kunden betrogen und hat jetzt von der Bankenaufsicht einen Wachstumsstopp verordnet bekommen. Quelle: AP
Mehr Ärger für Wells Fargo

Ein Passant vor einer Wells Fargo-Filiale in den USA. Die Großbank hat systematisch Kunden betrogen und hat jetzt von der Bankenaufsicht einen Wachstumsstopp verordnet bekommen.

(Foto: AP)

Washington In einem beispiellosen Schritt hat die US-Notenbank Fed dem von Skandalen erschütterten Finanzkonzern Wells Fargo vorerst ein weiteres Wachstum verboten. Die Bank dürfe ihre Bilanzsumme von 1,95 Billionen Dollar (per Ende 2017) erst wieder steigern, wenn sie Unternehmensführung und Kontrollen ausreichend verbessere, teilte die Fed am Freitag mit. Der Aktienkurs gab nachbörslich um 6,1 Prozent nach.

Wells-Fargo-Chef Tim Sloan sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Auswirkungen auf den Gewinn dürften „überschaubar sein. Unabhängig von der Fed-Anordnung sei man scharfem Wettbewerb ausgesetzt. "Unser Marschbefehl an das Team ist: Geht raus und bedient unsere Kunden, erfüllt unsere Vision, nehmt Einzahlungen entgegen und vergebt Kredite. Wir haben geöffnet.“

Sloan nimmt die Anordnung der Fed nach eigenen Worten ernst. Es sei aber nur ein Schritt im Rahmen von Reformen bei Risikomanagement und Kontrollen in dem Unternehmen. Wells Fargo geht nach eigenen Angaben davon aus, dass sich der verordnete Wachstumsstopp in diesem Jahr mit 300 Millionen bis 400 Millionen Dollar beim Gewinn niederschlägt. Dies entspricht zwischen 1,5 und 1,9 Prozent der Gewinnsumme im vergangenen Jahr.

Das Geschäftsgebaren der Bank hatte Aufsehen erregt: So eröffneten Mitarbeiter Phantomkonten im Namen ihrer Kunden, um interne Ziele zu erfüllen. Die Zahl der bekanntgewordenen Konten liegt inzwischen bei 3,5 Millionen. Wegen der Affäre einigte sich Wells Fargo bereits 2016 mit den Behörden auf die Zahlung einer Summe von 190 Millionen Dollar.

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    Die Fed kritisierte nun, bei dem Konzern habe das Wachstum eine größere Rolle als effizientes Risikomanagement gespielt. „Tiefgreifendes und permanentes Fehlverhalten können wir bei keiner Bank dulden“, erklärte die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen. Aus Behördenkreisen verlautete, die Zentralbank greife nur selten direkt in die Geschäfte eines Geldinstitutes ein. Ein Wachstumsverbot sei noch nie erteilt worden.

    Das 1852 gegründete Unternehmen aus San Francisco war zwischen Ende 2013 und 2016 stetig gewachsen. Bereits 2017 kühlte sich das Wachstum deutlich ab, weil das Institut den Skandal aufarbeitete. Wells Fargo muss nun innerhalb von zwei Monaten einen Plan bei der Fed einreichen, wie die Probleme angegangen werden. Sollten ihn die Aufseher billigen, werden Experten von außen geholt werden, um die Umsetzung zu überwachen.

    • rtr
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