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Festnahme von Ex-Sarasin-Bankern Wer fütterte Erwin Müller mit Informationen?

Der Drogeriekönig klagt genauso wie Investor Carsten Maschmeyer gegen die Bank Safra Sarasin. Seine Beweisführung beruht auf internen Bankunterlagen. Züricher Ermittler sind den Datendieben auf der Spur.
21.08.2014 - 18:06 Uhr 4 Kommentare
Erwin Müller ist Geschäftsführer und Gründer der Drogeriemarktkette Müller in Ulm. Quelle: Andreas Körner/WirtschaftsWoche

Erwin Müller ist Geschäftsführer und Gründer der Drogeriemarktkette Müller in Ulm.

(Foto: Andreas Körner/WirtschaftsWoche)

Düsseldorf Aus diesen Zutaten lässt sich ein Krimi stricken: Es geht um Schweizer Banken, deutsche Prominente, um Geheimnisverrat und Morddrohungen. Willkommen im Streit zwischen der Schweizer Bank Safra Sarasin und ihren vermögenden Kunden. Objekt der Auseinandersetzung: von Sarasin verkaufte, sogenannte Cum-Ex-Fonds.

Immer wieder tauchten in den Auseinandersetzungen interne Bankunterlagen bei den Anwälten der klagenden Investoren und in der Presse auf. Daher fahndet die Züricher Staatsanwaltschaft III, die zuständig ist für Wirtschaftsdelikte, nach dem Datenleck. Beim Bruch des Bankgeheimnisses versteht die Schweizer Justiz schließlich kein Pardon.

Die Ermittler sind nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen jetzt ein zweites Mal fündig geworden: Ein weiterer ehemaliger ranghoher Mitarbeiter von Safra Sarasin sitzt seit der vergangenen Woche in Untersuchungshaft. Jakob Mosbaum (Name von der Redaktion geändert) hatte bis Anfang des Jahres bei der Basler Bank gearbeitet und war dann zur französischen Großbank BNP in die Niederlassung nach Zürich gewechselt. Er war zeitweise Kundenberater des deutschen Milliardärs und Drogeriekönigs Erwin Müller. Bereits vor zwei Monaten hatten die Ermittler Robert Fuchs (Name von der Redaktion geändert) festgenommen, der nach seiner Tätigkeit bei Safra Sarasin kurzfristig bei der Konkurrenz von Julius Bär in Zürich angeheuert hatte.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Zürich bestätigte, dass die Behörde gegen einen weiteren ehemaligen Mitarbeiter der Bank Sarasin ein Strafverfahren wegen Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses führt. Diese Person befinde sich seit Mitte August in Untersuchungshaft. Die BNP wollte den Vorgang mit Verweis auf ein laufendes Verfahren nicht kommentieren.

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    In dem Verfahren geht es um Geldgeschäfte von deutschen Unternehmern wie dem schwäbischen Drogeriekönig Müller und dem AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten. Beide hatten wie viele andere reiche Anleger in sogenannte Cum-Ex-Fonds investiert. Diese boten Sarasin, aber auch andere Banken über ihre deutschen Filialen an.

    Die Wertentwicklung der Fonds beruht darauf, sich mehrfach vom Finanzamt die Kapitalertragsteuer erstatten zu lassen. Dazu werden komplexe Steuergestaltungsmodelle konstruiert, bei denen Aktien rund um den Dividendenstichtag mit Leerverkäufen so hin- und hergeschoben werden, dass sich die daran Beteiligten mindestens zweimal die nur einmal gezahlte Dividendensteuer erstatten lassen können.

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    4 Kommentare zu "Festnahme von Ex-Sarasin-Bankern: Wer fütterte Erwin Müller mit Informationen?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ Herr Thomas Behrends

      Ziel, Sinn und Zweck der abgeschlossenen Finanzinstrumente von Müller, Maschmeyer & Co. war in der Tat, Gewinne auf Kosten des Staats zu machen und ihn somit zu schädigen. Auf deutscher Seite muss in der Tat geprüft werden, ob hier kein Missbrauch vorliegt und diesen feinen Herren der Prozess gemacht werden. Solange diese Herren aber ihren Einfluss in der Politik geltend machen, haben sie ausreichend Unterstützer staatlicherseits.

      Bleibt zu hoffen, dass in Kürze die Staatsanwaltschaft mit der Steuerfahndung vorfährt. Ein Anfangsverdacht liegt ja nun vor und bekanntlich gibt es bei dieser Sorte Menschenschlag sicherlich noch mehr zu finden!

    • @ Herr Jürgen Dannenberg

      Wieso Blackout (falls das nicht ohnehin ironisch gemeint war (smile)) ?

      Das Handeln von Müller, Maschmeyer & Co. war sehr zielgerichtet und es sollte der Staat mit diesen nebulösen Finanzkonstrukten geschädigt werden.

      Der Staat sind aber wir alle. Wir kommen für die Steuerausfälle der Reichen und Superreichen auf! Wir werden weiterhin (zu) hoch besteuert, damit sich Multimillionäre gemütlich mit ihrem Hündchen auf den heimischen Sessel setzen können. Und dann auch noch über Verluste klagen, einfach lächerlich!

      Deshalb ist es auch endlich an der Zeit, dass auch gegen die o.g. Personen endlich Strafverfahren auf deutscher Seite eingeleitet werden. Steuerhinterziehung gehört in den Wohlhabendenkreisen offenbar zum "Volkssport".

      Ab in den Knast mit diesen Schmarotzern!

    • Herr Max Mustermann,
      die Herren hatten ganz einfach einen Black out. Wer das nicht versteht ist einfach nicht sensibel genug, und gehört in die Ecke gestellt um darüber nachzudenken.

    • Zitat:
      "Die Wertentwicklung der Fonds beruht darauf, sich mehrfach vom Finanzamt die Kapitalertragsteuer erstatten zu lassen. Dazu werden komplexe Steuergestaltungsmodelle konstruiert, bei denen Aktien rund um den Dividendenstichtag mit Leerverkäufen so hin- und hergeschoben werden, dass sich die daran Beteiligten mindestens zweimal die nur einmal gezahlte Dividendensteuer erstatten lassen können."


      Und dieses Prinzip wollen Maschmeyer, Müller und Co. nicht verstanden haben. Für wie dämlich wollen diese Herren eigentlich uns alle verkaufen. Der Fiskus hat dem einen Riegel vorgeschoben und die feinen Herren gehen nun leer aus. Da hat insbesondere der feine Maschmeyer mal das bekommen, was er verdient hat. Mit seinen Finanzkonstrukten war er auch nicht zimperlich und hat genügend in den Ruin getrieben.


      Allerdings stellt sich die Frage, ob zumindest gegen Müller ein Verfahren eröffnet werden kann, weil er möglicherweise Beweismaterial in einem Strafvergehen den Schweizer Justizbehörden vorenthalten hat. Auch ihm und seinen Anwälten hätte klar sein müssen, dass sie illegales Material in den Händen hatten. Daher sollte nicht nur die Steuerfahndung, sondern auch die Staatsanwaltschaft einen genaueren Blick auf diesen und die anderen feinen Herren werfen.

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