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Finanz-Start-up Auf Rekordkurs: Klarna steigert die Bewertung auf fast 46 Milliarden Dollar

Der schwedische Zahlungsdienstleister sammelt mehr als 600 Millionen Dollar ein. Die Firma gilt auch als Kandidat für einen Börsengang.
10.06.2021 - 15:58 Uhr Kommentieren
Das schwedische Fintech sammelt frische Mittel ein und wird mit fast 46 Milliarden Dollar bewertet – ein Rekord. Quelle: Reuters
Klarna

Das schwedische Fintech sammelt frische Mittel ein und wird mit fast 46 Milliarden Dollar bewertet – ein Rekord.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Klarna, der schwedische Zahlungsdienstleister, ist auf Rekordkurs. Nach einer neuen Finanzierungsrunde steigt die sogenannte Post-Money-Bewertung auf 45,6 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen am Donnerstagnachmittag mit. Damit lässt die Firma alle anderen nicht börsennotierten Start-ups Europas weit hinter sich.

Eingesammelt hat Klarna 639 Millionen Dollar, unter anderem vom japanischen Technologieinvestor Softbank. Bereits Anfang März hatte das Unternehmen eine Milliarde Dollar von etlichen Geldgebern erhalten. Dass eine weitere Finanzierungsgrunde kurz vor dem Abschluss steht, war bereits Ende Mai durchgesickert – just an dem Tag, an dem Klarna mit technischen Probleme kämpfte und die App zeitweise abschaltete.

Mit den frischen Mitteln will das 2005 gegründete Finanz-Start-up (Fintech) die Expansion noch stärker anschieben. Co-Gründer und Firmenchef Sebastian Siemiatkowski zeigte sich überzeugt davon, dass das Unternehmen international weitere Kunden hinzugewinnen wird: „Die transparenteren und bequemeren Alternativen von Klarna entsprechen den sich wandelnden globalen Verbraucherpräferenzen und treiben so das weltweite Wachstum voran.“

Klarna ist in 17 Ländern aktiv, erst diese Woche startete die Firma in Frankreich. Insgesamt zählt sie 90 Millionen aktive private Nutzer und 250.000 Handelspartner. Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte.

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    Das Unternehmen agiert als Zahlungsdienstleister für Händler und wickelt Zahlungen online und an der Ladenkasse ab. Bekannt ist es aber vor allem durch seine Bezahlmethoden: Über die eigene „Shopping-App“ können Nutzer beim Onlineeinkauf bezahlen. In Deutschland gehört das Bezahlen per „Sofortüberweisung“ zu den Angeboten des Unternehmens. Zudem gibt Klarna eine eigene Kreditkarte heraus.

    Direktlisting gilt als Option

    Seit Längerem wächst das Unternehmen in hohem Tempo. Die Coronakrise treibt das Geschäft zudem an. Da der Onlinehandel im Corona-Lockdown boomt, gehört Klarna – wie andere Payment-Firmen – zu den großen Profiteuren der Pandemie.

    Die neue Finanzierungsrunde verdeutlicht, dass Investoren Zahlungsdienstleistern ein weiter starkes Wachstum zutrauen. Der US-Konkurrent Stripe erreicht sogar eine Bewertung von nahezu 100 Milliarden Dollar.

    Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen, der 2006 gegründet wurde und seit drei Jahren börsennotiert ist, kommt auf eine Marktkapitalisierung von 58 Milliarden Euro (knapp 71 Milliarden Dollar). Zeitweise lag sie sogar noch höher.

    Kandidat für einen Börsengang

    Auch Klarna gilt als Kandidat für einen Börsengang, womöglich in New York. Siemiatkowski hatte im Februar gesagt, er denke an ein Direktlisting an der Börse nach dem Vorbild des Musikstreamingdienstes Spotify.

    Bei einem Direktlisting bringt eine Firma Aktien an die Börse, ohne im Vorfeld öffentlich Papiere zu verkaufen. Damit wird der komplexe und teure sogenannte Bookbuilding-Prozess umgangen. Zu einem Zeitpunkt für einen Börsengang äußerte sich Klarna aber noch nicht.

    Das in Rumänien gegründete Unternehmen Uipath war Ende April ebenfalls in den USA an die Börse gegangenen. Ihm gelang der größte Börsengang eines Start-ups mit europäischen Wurzeln. Die Erstnotierung der Softwarefirma erfolgte zu einer Bewertung von 29 Milliarden Dollar, die Marktkapitalisierung kletterte inzwischen auf knapp 35 Milliarden Dollar. So wurde die Firma auch bei der jüngsten privaten Finanzierungsrunde bewertet.

    Gegenüber dem Handelsblatt verglich Klarna-Chef Siemiatkowski seine Firma kürzlich mit dem US-Elektroautohersteller Tesla – und dessen enormem Aufstieg: „Beim Start von Tesla waren auch viele skeptisch. Wir haben die Ambition, eine ähnliche Rolle in der Finanzbranche zu spielen wie Tesla in der Autoindustrie.“

    So bietet Klarna seit vier Monaten in Deutschland als erstem Markt ein kostenloses Girokonto an. Bisher richtet es sich an ausgewählte Nutzer der Klarna-App. In Kürze soll es dem Unternehmen zufolge allgemein geöffnet werden. Auch der Start in weiteren Ländern ist geplant.

    Im vergangenen Jahr steigerte Klarna das Transaktionsvolumen um fast die Hälfte auf 56 Milliarden Dollar. Auch der Umsatz zog deutlich an. Angesichts anhaltend hoher Kosten im Zuge der Expansion und steigender Kreditausfälle schrieb das Unternehmen trotzdem rote Zahlen. Der Verlust betrug umgerechnet 168 Millionen Dollar, im Vorjahr hatte das Minus bei 110 Millionen Dollar gelegen.

    Mehr: Spac-Boom erreicht Deutschland: Gründer werden mit Angeboten überhäuft.

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