Finanz-Start-up: Aus Solarisbank wird Solaris: Berliner Fintech benennt sich um
Das erst 2016 gegründete Finanz-Start-up ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen.
Foto: SolarisbankFrankfurt. Die Solarisbank streicht das Wort „Bank“ aus ihrem Namen. Das gaben die Berliner am Dienstag bekannt. Künftig heißt das Fintech demnach nur noch „Solaris“ – und will dadurch vor allem als Tech-Unternehmen wahrgenommen werden, nicht als klassische Bank.
„Insbesondere unsere Tech-DNA hat unser Wachstum in der Vergangenheit ermöglicht und wird unseren Erfolg auch in Zukunft sichern“, sagte Solaris-Stabschefin Layla Qassim. Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Berliner häufig als Tech-Unternehmen mit Banklizenz bezeichnet.
Die 2016 gegründete Solaris bietet seine Banklizenz anderen Fintechs an, die mit ihr schneller auf Kundenfang gehen können. Finanzdienstleistungen können die Finanz-Start-ups dann unter eigener Flagge anbieten, im Hintergrund steht immer Solaris. Allein im vergangenen Jahr eröffnete das Fintech eigenen Angaben zufolge eine Million neue Onlinekonten.
Neben neu eröffneten Niederlassungen in Frankreich, Spanien und Italien hatte das Fintech im vergangenen Jahr auch den britischen Wettbewerber Contis übernommen. Der neue Markenname stehe auch für „die neu geschaffene internationale Unternehmensgruppe“, teilte Solaris mit. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 750 Mitarbeiter an acht weiteren Standorten in Europa sowie in Indien.
Auch die Börsenpläne spielen nach eigenen Angaben eine Rolle bei der Umbenennung: In den kommenden Monaten will Solaris seine Rechtsform ändern und zu einer internationalen SE (Societas Europaea) werden. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung „IPO-Readiness“.
Im vergangenen Jahr kündigte Solarisbank-Chef Roland Folz an, dass das Unternehmen bis Mitte dieses Jahres bereit für einen Börsengang sein wolle. Angesichts des derzeitigen Marktumfelds ist ein IPO aktuell aber sehr unwahrscheinlich.
Stattdessen weckt das Berliner Fintech Begehrlichkeiten bei Private-Equity-Firmen. Berichten zufolge wollen Finanzinvestoren die Mehrheit oder zumindest einen hohen Anteil übernehmen, der beträchtliche Mitspracherechte sichere. Allerdings stünden die Gespräche erst am Anfang, heißt es. Genügend Kapitalpuffer dürften die Berliner zunächst haben: Kürzlich sammelte das Fintech einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag von Bestandsinvestoren ein, um „die Position in einem herausfordernden Marktumfeld zu stärken“, wie ein Solarisbank-Sprecher mitteilte.