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Finanzbranche EZB: Deutsche Bank hatte Problem mit Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells

Die Deutsche Bank bekommt nach Einschätzung des Vorsitzenden des EZB-Aufsichtsgremiums ihre Probleme in den Griff. Die EZB habe das „vorangetrieben“.
17.12.2019 Update: 17.12.2019 - 15:10 Uhr Kommentieren
Die Deutsche Bank komme laut EZB gut mit der Umsetzung ihres neuen Geschäftsplans voran. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Die Deutsche Bank komme laut EZB gut mit der Umsetzung ihres neuen Geschäftsplans voran.

(Foto: dpa)

Frankfurt Andrea Enria, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums bei der Europäischen Zentralbank, sagte auf einer Konferenz in Rom am Montag, die Deutsche Bank „hatte eindeutig ein Problem mit der Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells“, und die EZB habe die Restrukturierungsbemühungen der Bank „vorangetrieben“.

Die Notenbank betrachte den kürzlich von Vorstandschef Christian Sewing vorgestellten Geschäftsplan „positiv“ und die Deutsche Bank komme bei der Umsetzung gut voran, ergänzte Enria am Dienstag in einer Mitteilung per E-Mail, um seine Aussagen vom Vortag zu präzisieren. „Die Bank hat auch gute Fortschritte bei der Verbesserung der Kontrollen und der Reduzierung ihres Risikoprofils erzielt“, fügte Enria an. „Die jüngste Verringerung der Eigenkapitalanforderungen spiegelt diesen bedeutenden Fortschritt wider.“

Enrias Äußerungen in Rom stellten eine Abkehr von der üblichen Praxis dar, Kommentare zu bestimmten Banken abzulehnen, was er selbst eingestand. „Natürlich ist es für mich als Aufseher sehr schwierig, öffentlich über eine einzelne Bank zu sprechen, und ich lehne diese Art von Fragen normalerweise ab“, sagte Enria.

„Aber ich würde einfach sagen, dass die Deutsche Bank eine jener Banken ist, die eindeutig ein Problem mit der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells hatte und der Wahrnehmung des Marktes in Bezug auf die langfristige Tragfähigkeit des Geschäftsmodells“, erklärte er weiter. Die niedrige Marktbewertung habe diese Beurteilung widergespiegelt.

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    Der Deutsche Bank-Vorstandsvorsitzende Sewing arbeitet derzeit an der tiefgreifendsten Umstrukturierung der Bank seit zwei Jahrzehnten. Bis Ende 2022 will er etwa ein Fünftel der Belegschaft abbauen und rund 6,5 Milliarden Dollar an Kosten einsparen. Den Plan musste er aber schon mehrmals justieren und ein wichtiges Ertragsziel zurückschrauben.

    Die EZB hatte in der vergangenen Woche ihre Anforderung gesenkt, wie viel Kapital die Deutsche Bank vorhalten muss, um potenzielle Verluste auszugleichen. Die Bank hat mitgeteilt, dass sie bei der Abwicklung von Vermögenswerten in ihrer Abbaueinheit dem Zeitplan voraus ist.

    Die Ratingagentur S&P hat ihre Krediteinstufung für die Deutsche Bank bestätigt. Das langfristige Rating für die Bank lautet weiter „BBB+“. Das sei jedoch ein im Vergleich internationaler Großbanken eher schwacher Wert. Den Ratingausblick ließ die Agentur aber bei „stabil“. Auch wenn das deutsche Bankensystem tiefgreifenden wirtschaftlichen und industriellen Risiken gegenüberstehe, sehe S&P einen ausreichenden Fortschritt bei der Deutschen Bank, um das Kredit-Rating für die Deutsche Bank zu bestätigen.

    Mehr: Laut einer Studie liegen die deutschen Geldhäuser hinter der internationalen Konkurrenz zurück. Ihnen drohen sogar negative Eigenkapitalrenditen.

    • Bloomberg
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