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Finanzinstitute EZB-Aufseher warnen Banken vor steigenden Kreditrisiken

Eine Zunahme fauler Kredite und mögliche Preiskorrekturen unter anderem bei Wohnimmobilien sorgen die Bankenwächter.
28.01.2021 - 17:24 Uhr 3 Kommentare
Die Bankenaufseher der Notenbank sehen verschiedene Risiken für die Geldhäuser im Euro-Raum. Quelle: dpa
Gebäude der EZB in Frankfurt

Die Bankenaufseher der Notenbank sehen verschiedene Risiken für die Geldhäuser im Euro-Raum.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die EZB-Bankenaufsicht mahnt die Branche zur Vorsorge für eine mögliche Welle an Kreditausfällen als Folge der Coronakrise. „Die Banken müssen sich ... auf einen Anstieg notleidender Kredite einstellen und zumindest die Klippeneffekte abmildern, die aufgrund der zeitlichen Begrenzung der Stützungsprogramme eintreten können“, sagten die Aufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt. Das Kreditrisiko sei „als eine der größten Herausforderungen zu betrachten, mit denen der Bankensektor und die Aufsichtsbehörden in den kommenden Monaten konfrontiert sein werden“.

Zwar seien die Banken deutlich solider in die aktuelle Krise gegangen als noch zu Zeiten der Finanzkrise 2008/2009, stellten die Aufseher fest: „Anfang 2020 waren die Banken im Euro-Raum wesentlich besser mit Kapital ausgestattet und deutlich besser gegen einen Konjunktureinbruch gewappnet als in der weltweiten Finanzkrise.“

Dennoch sei „immer noch Wachsamkeit geboten“. Herausforderungen bestünden „in mehreren kritischen Bereichen“, im Zentrum stehe dabei das Risiko einer plötzlichen Zunahme von Krediten, die nicht mehr bedient werden (Non performing loans/NPL).

In manchen Anlageklassen bestehe zudem das Risiko von Preiskorrekturen, etwa an den Immobilienmärkten: „Die Wohnimmobilienmärkte im Euro-Raum haben sich bislang zwar gut behauptet, die Preise für Wohnimmobilien sind aber weiter gestiegen, obwohl es Anzeichen für eine Überbewertung gibt.“

Die EZB-Bankaufsicht bewertet in einem sogenannte „SREP“-Prozess („Supervisory Review and Evaluation Process“) regelmäßig unter anderem die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells und die Angemessenheit des Risikomanagements von Banken.

Im Ergebnis legen die Behörden individuelle Kapitalzuschläge für Banken fest und bestimmen unter anderem, wie viel Geld die Institute als Dividende an ihre Anteilseigner ausschütten dürfen. Insgesamt blieben die SREP-Kapitalanforderungen und – Empfehlungen im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Sie lagen im Durchschnitt bei rund 14 Prozent.

Die EZB beaufsichtigt seit November 2014 die größten Banken und Bankengruppen im Euro-Raum direkt, derzeit sind dies 115 Institute, die für fast 82 Prozent des Marktes im Währungsraum der 19 Länder stehen.

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  • dpa
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3 Kommentare zu "Finanzinstitute: EZB-Aufseher warnen Banken vor steigenden Kreditrisiken"

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  • @ Herr Buschbeck
    Aha! Sie kamen auf den Gedanken, durch meinen Leser-Kommentar, dass ich von zwei Arten von Geld ausgehe. Das tue ich natürlich nicht. Das Guthaben von Tante Elfriede ist ganz klar auch Schöpfgeld, das der Geld-Zirkulation entzogen wurde. Sparen schadet sehr dem Konsum und dem kapitalistischen Erfolgsmodell. Gäbe es nur Schwäbische Hausfrauen, wäre der Kapitalismus schnell am Ende. Es geht mir um die 2 Klassen von Risiko. Das Guthaben von Tante Elfriede ist nicht in Gefahr, wenn Schöpfgeld-Haus-Kredite zeitweise ausfallen, wenn man die bisher starren Regeln ändert, denen Banken unterworfen sind. Man sollte alsbald die starren Regeln ändern. Siehe ersten Leser-Kommentar. Danke für Ihren Hinweis der leichten Verwechslungsmöglichkeit.

  • @Herr Bechthold,

    Es gibt keine 2 Arten von Geld - alles Geld ist heute Dritter Schulden, entsteht also als Zahlungsmittel bei der Kreditvergabe. Damit werden die Einkommen vorfinanziert und was Tante Elfriede und andere Guthabensünder nicht wieder ausgeben, bleibt als Schulden stehen und muss "neu geschöpft werden". Und da die Guthabensünder auch bei Nullzins von ihrem Hobby lassen können, also mehr einzunehmen als auszugeben, wachsen eben auch die Defizite bei den Staaten, welche zum Ausgleich mehr ausgaben als einnehmen müssen.

    Und ja, die Geschichte wird so nicht erzählt, denn entweder ist man selbst Guthabensünder, oder man wäre gern einer und träumt nachts davon.

  • Bei Wohn-Immobilien ist es ein Leichtes, Nerven zu bewahren. Man kann die Risiko-Kriterien zu Gunsten der Schuldner leicht ändern. Fallen Häuserpreise, somit die Sicherheiten/Bewertungen, werden jedoch Tilgung und Zins bezahlt, muss man die Kredit-Sicherheiten nicht zwingend erhöhen und eine Verwertung/Versteigerung provozieren. Es wäre sogar denkbar, dass man Zins und Tilgung aussetzt und statt dessen nur eine stemmbare Miete bezahlt wird. So lange, bis sich die Lage wieder bessert. Könnten ruhig 10 Jahre sein. Banken habe meist Hauskredite aus dem Nichts geschöpft und machen mit Zinsen gute Geschäfte. Es ist Zeit, Schöpfgeld anders zu betrachten als das Sparguthaben von Tante Elfriede. Wir kommen nun in Zeiten neuen ökonomischen Denkens. Nur so kann die Krise überwunden werden. Ein Tal der Tränen würde Europa viel Wohlstand und Investivkraft kosten. Man sollte endlich mal den segensreichen Kapitalismus mit seinem Schöpf-Geld-System richtig verstehen und segensreich danach handeln. Die beiden Großkirchen in Deutschland sind mit der Erfindung des Segens zu Billionären geworden. Man kann das Schöpfgeld-System im Realen, hier und jetzt, segensreich einsetzen und den Segen sofort real wahrnehmen, in Firmen und Familien, im Gegensatz zu den religiösen Erfindungen, wo man lange nach Segen suchen muss und diesen meist nicht findet. Das Schöpfgeld-System ist segensreich, wenn man es richtig anwendet. Handeln wir danach. Kapitalismus heißt Sieg.

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