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Finanzkriminalität Die Deutsche Bank will im Kampf gegen Geldwäsche schlagkräftiger werden

Nach mehreren Rüffeln der Aufseher plant der zuständige Vorstand Stefan Simon eine Neuorganisation. Drei Bereiche will er besonders stärken.
15.06.2021 - 17:33 Uhr Kommentieren
Noch immer plagen Deutschlands größtes Geldhaus Mängel bei der Bekämpfung der Finanzkriminalität. Quelle: dpa
Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt

Noch immer plagen Deutschlands größtes Geldhaus Mängel bei der Bekämpfung der Finanzkriminalität.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Deutsche Bank will beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung endlich vorankommen. „Ich bin mir bewusst, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, auch weil wir die Anforderungen der Regulatoren noch nicht überall erfüllen“, schreibt der Chief Administrative Officer Stefan Simon, der seit Mai auch die Bereiche Compliance und Kampf gegen Finanzkriminalität führt, in einer internen Mail.

Deshalb will Simon den Bereich jetzt neu aufstellen. Ziel sei es, schlagkräftiger zu werden und Risiken besser erkennen zu können. Vor allem drei Bereiche will der Vorstand stärken: Risikobewertung, Qualitätskontrolle und Transaktionsüberwachung.

Für die ersten beiden Bereiche sucht Simon noch Führungskräfte, die interne und externe Suche soll nach Möglichkeit im vierten Quartal abgeschlossen sein. Für die Leitung der Transaktionsüberwachung hat die Deutsche Bank Jan-Gerrit Iken von der Commerzbank abgeworben.  

Nach mehreren Beschwerden der Aufseher, dass die Bank bei der Bekämpfung der Geldwäsche nicht schnell genug vorankomme, hatte das Geldhaus die Zuständigkeit für die Verhinderung von Finanzkriminalität von Risikovorstand Stuart Lewis auf Simon übertragen. Außerdem hat die Bank ihren Chefverantwortlichen für den Kampf gegen die Geldwäsche ausgetauscht: Der bisherige Leiter der US-Rechtsabteilung, Joe Salama, ersetzt Stephan Wilken. Lewis wird die Bank mit der Hauptversammlung im kommenden Jahr verlassen.

Zuletzt hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Deutsche Bank erneut wegen Compliance-Verstößen kritisiert. Bei ihrer jährlichen Bewertung hat die Fed festgestellt, dass die Bank bei den vereinbarten Verbesserungen in Sachen Risikomanagement und Compliance hinterherhinke.

Simon will klarere Verantwortlichkeiten schaffen

Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin moniert die schleppenden Fortschritte bei der Verbesserung der internen Kontrollsysteme zur Geldwäschebekämpfung. Die Behörde hatte deshalb vor kurzem das Mandat des von ihr 2018 eingesetzten Sonderaufpassers KPMG bei dem Geldhaus nicht nur verlängert, sondern noch erweitert. Die Deutsche Bank war das erste deutsche Institut, bei dem die Bafin einen Sonderaufpasser eingesetzt hat.

Jetzt will die Bank die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Regulatoren und Sonderbeauftragten, die die Vorkehrungen im Kampf gegen Finanzkriminalität rund um den Globus unter die Lupe nehmen, harmonisieren. „Das Project Management Office, das unsere Bank insbesondere im Jahr 2020 bereits erfolgreich durch die Monitoring-Prozesse in den USA geführt hat, wird jetzt als Chief Remediation Office global aufgestellt“, heißt es in Simons Mail. Ziel sei es, einen Überblick über die Anforderungen der Regulatoren weltweit zu gewinnen und sie zentral gesteuert abzuarbeiten.

Außerdem will Simon klarere Verantwortlichkeiten schaffen. Deshalb soll es künftig weniger interne Komitees geben, dafür sollen die Manager mehr Entscheidungsspielraum bekommen. 

Mehr: Bundestag beschließt erweitertes Transparenzregister gegen Geldwäsche und Terrorismus


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