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Finanzkrise Goldman-Chef lobt die Bankenregulierung

„Das System ist viel sicherer geworden.“ Goldman-Sachs-Chef Blankfein lobt die Bankenregulierung. Die Eigenkapitalregeln bezeichnet er als den aktuell besten Standard. Kein Grund also, diese weiter zu verschärfen.
19.05.2013 - 09:46 Uhr 20 Kommentare
Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein. Quelle: Reuters

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein.

(Foto: Reuters)

Berlin Goldman-Sachs -Chef Lloyd Blankfein hat die Bankenregulierung im Zuge der Finanzkrise als großen Erfolg gewürdigt. Das internationale Finanzsystem sei viel sicherer geworden, sagte Blankfein der Zeitung "Welt am Sonntag". Es gebe inzwischen mehr sinnvolle Regulierung in der Branche. "Die Banken haben heute viel mehr Eigenkapital und sind dadurch stabiler", räumte der Manager ein. "Wir bei Goldman Sachs zum Beispiel haben heute 40 Prozent weniger Bilanzsumme, aber doppelt so viel Eigenkapital wie vor der Finanzkrise."

Die unter dem Schlagwort Basel III bekannten neuen Eigenkapitalregeln bezeichnete Blankfein als den aktuell besten Standard. "Ich sehe keinen Grund, jetzt mehr oder weniger zu tun", betonte der US-Bankchef. Obwohl die Vereinigten Staaten bei der Umsetzung der Vorgaben hinterherhinken, werden die Geldhäuser nach seinen Worten bereits am Markt daran gemessen.

Nach Zahlen der US-Notenbank (Fed) verdoppelte sich das Kernkapital der heimischen Großbanken von Ende 2008 bis 2012 auf 792 Milliarden Dollar. Das lagt vor allem daran, dass die Institute weniger Geld an ihre Aktionäre ausschütteten. Im jüngsten Bankenstresstest der Fed wurde Goldman gerügt. Ebenso wie Rivale JPMorgan muss die Bank bei ihren Dividenden- und Aktienrückkauf-Plänen nachbessern.

Blankfein machte allerdings deutlich, dass er nicht alle neuen Regeln gut finde. Kritik äußerte er an der nach dem früheren Fed-Chef Paul Volcker benannte Volcker-Regel, die den spekulativen Eigenhandel der Banken eindämmen und ihre Investitionen in Hedge- und Beteiligungsfonds beschränken soll. Diese Vorschriften lösten keine der wirklichen Probleme, sondern brächten neue Belastungen mit sich, bemängelte Blankfein.

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    Die Volcker-Regel ist der US-Finanzindustrie ein großer Dorn im Auge. Sie ist seit 2010 Gesetz, aber bislang nicht umgesetzt. Wie Reuters zuletzt von mit dem Vorgang vertrauten Personen erfuhr, suchte Goldman nach Wegen, die Regel bei Beteiligungskäufen zu umschiffen.

    In Deutschland sollen Sparer und Steuerzahler mit einem Trennbankengesetz künftig besser vor den riskanten Spekulationen der Banken geschützt werden. Der Bundestag verabschiedete das Gesetz am Freitag, das den Instituten vorschreibt, ab 2016 Teile ihres Eigenhandels von den Spareinlagen zu trennen. Blankfein sagte dazu, mit Blick auf die Finanzmarktstabilität halte er ein Trennbankenkonzept für keinen guten Weg.

    Der Goldman-Chef verteidigte die nach wie vor hohen Bankervergütungen. "Talente hatten und haben ihren Preis", sagte er. "Wenn Sie mich fragen, sollten Lehrer, Krankenschwestern und andere Berufsgruppen mehr verdienen. Aber nicht ich entscheide über deren Bezahlung, sondern der Markt." Die Banken seien sich mittlerweile allerdings stärker über die Bedeutung der öffentlichen Meinung bewusst, da diese sich auf die Geschäfte auswirke. "Das sollte gewisse Exzesse so gut wie unmöglich machen", sagte der Manager.

    • rtr
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    20 Kommentare zu "Finanzkrise: Goldman-Chef lobt die Bankenregulierung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • “ESM-Achtung! Die Klage ist immer noch zur Entscheidung anhängig und man kann sich weiter europaweit damit solidarisieren! Machen Sie Gebrauch davon und schauen Sie nicht tatenlos zu, wenn man Ihnen verkaufen will, daß Europa mit diesem ESM bereits in Sack und Tüten ist… – Dem ist nicht so!”

      http://netzwerkvolksentscheid.de/esm-klage/

    • touspourun:
      was Sie hier schreiben, kann man zu 100 % unterschreiben, weil genauso ist es. Die Regierungen unterstützen bedenkliche Teile der Finanzwirtschaft mit ihrem Verhalten auf Steuerzahler's Kosten und tun dann so als wäre es alternativlos.

      Und dieser Blanckfein mit seinem Lob auf die stattgefundene Begrenzung ist ein Witzbold ersten Ranges. Weitere Begrenzungen wären nicht nötig. Und wenn dann alles zusammenbricht und man nach den Schuldigen sucht, dann wird man sich an Blankfein erinnern. Mit so einem Geschwafel spielt er dem Antisemitismus in die Hand. Aber das wird er ganz entsetzt von sich weisen, weil Verantwortungsgefühl und Investmentbanking geht ungefähr so zusammen wie eine Kuh und Tangotanzen.

    • Ich verstehe unter talentierten Menschen eher Wesen, die ihr Schaffen nach ethischen und noblen Gesichtspunkten ausrichten, dies zum Vorteil aller.
      _____________________
      Danke, genau das war mal Ideal.
      Ist durch die Kohl und Straussära vollkommen verloren gegangen. Leider. Heutzutage wird das kompensiert mit Statussymbolen, was natürlich lächerlich anmutet.

    • Bankenregulierung und höhere Eigenkapitalvorschriften müssten eigentlich schon in der Sache die Gewinnmöglichkeiten von Banken einschränken. Wenn da moderne Verbrecher, wie Blankfein und Draghi, lobende Töne anstimmen und weiter astronomische Gehälter kassieren ist klar, dass es gar keine Regulierung gibt, man längst andere Finanzprodukte erfunden hat oder mal wieder schon einen Schritt weiter ist als die Politiker.

    • Nicht die Staaten! Die Regierungen machen mit der Geldmafia gemeinsame Sache! Es liegt an uns dieses Gesindel zu richten!

    • Ja klar! Dank unserer volksverbloedenden verfassungsbrechenden Altparteien ist das Finanzsystem und deren Einnahmen fuer die Banken viel sicherer geworden!

    • TV-Info.: Goldman & Sachs eine Bank lenkt die Welt,
      als größter Profiteur der Eurokrise. Lloyd C. Blank-
      fein wird der Letzte sein, der ein Ende der Eurosion
      herbeiwünscht!

    • Der Frosch findet das Trockenlegungsprogramm für die Sumpfe gut – kein Wunder, denn es enthält einen Bewässerungsplan.

    • Blankfrein und Goldman Sachs sind nur am Geld der anderen interessiert um sich zu bereichern und die gehen über "Leichen", wie man sieht.

      Bei 7% Eigenkapitalquote die jetzt zu ereichen ist, immer noch ein WITZ.

    • So so, der Mafia Boss findet die Regulierung seiner Geschäfte in Ordnung. Prima. Danke HB für diese "Nachricht".

      Süddeutsche.de vom 21 Februar
      "Die Investmentbank geht in Berlin ein und aus: Auch nach der Finanzkrise lässt sich die Bundesregierung intensiv von Goldman Sachs beraten. Die Deutsche Bank ist ebenfalls oft Gast in den Ministerien. Und ein paar Banker bekamen sogar Vier-Augen-Gespräche mit der Kanzlerin"

      Unternehmer Ernst Prost
      ""Geldgierige und verantwortungslose Finanzwirtschaft gefährdet Realwirtschaft (Unternehmen und Arbeitsplätze), erpresst Völker und Staaten und bedroht die Demokratie!"

      "Ganz eindeutig bin ich der Meinung, dass unsere Steuer-, Finanz- und Wirtschaftspolitik nicht mehr in unseren Hauptstädten von Parlamenten und Regierungen gemacht wird, sondern, dass an den Finanzplätzen dieser Welt durch die Finanzjongleure einer globalen Geld-Mafia alles entschieden wird, was nur im entferntesten mit nationalen und internationalen Fragen zu Geld, Finanzen und Steuern zu tun hat. Ja, ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, dass die Staaten nicht einschreiten, so wie es notwendig wäre und auch keine Grenzen setzen um Auswüchse der Finanzmärkte konsequent zu unterbinden. Im Gegenteil: Die Staaten stützen und beschützen sogar noch die Geldgangster, das Zocker-Gesindel, die Finanz-Terroristen an den Börsen und in den Investment-Banken indem sie Wettschulden übernehmen, Schrottpapiere aufkaufen, den Banken frisches Geld zuführen und allerlei andere Rettungsschirme aufspannen. Auch aus diesem Grund sind unsere Staatsschulden so unerträglich hoch. Uns Bürgern jedoch möchte man glauben machen, dass unser Lebensstil und die vielen „staatlichen Wohltaten“ zu diesen Schuldenbergen geführt haben."

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