Finanzmarkt China verschärft Kapital-Anforderungen bei Online-Krediten

Der Anteil des Online-Kreditgeschäfts darf ab Mitte 2022 nicht mehr als die Hälfte des gesamten Geschäfts chinesischer Banken ausmachen.
Peking China verschärft die Kapitalanforderungen für Banken im Online-Kreditgeschäft. Vom Juli des kommenden Jahres an gelten für Kreditgeber wie die zum Online-Riesen Alibaba gehörende Finanzgruppe Ant schärfere Kapitalvorgaben, wie die Kommission für die Regulierung von Banken und Versicherungen mitteilt.
In Zukunft müssen Banken, die mit den Online-Kreditplattformen zusammenarbeiten, ihre Kreditvergabe in diesem Bereich auf die Hälfte ihrer insgesamt ausstehenden Kredite begrenzen. Dabei sollen Geschäfte mit einzelnen Plattformen 25 Prozent des gesamten Kapitalstocks einer Bank nicht überschreiten. Damit solle verhindert werden, dass einzelne Institute zu abhängig vom Online-Kreditgeschäft werden, so die chinesische Regulierungsbehörde.
Auch die Plattformen müssen nun mehr Geld beisteuern: Jeder Kredit, den sie anbieten, soll zu mindestens 30 Prozent von den Plattformen selbst finanziert werden. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dürfte das unter anderem die Ant-Gruppe um Alibaba-Gründer Jack Ma treffen.
Ant hatte zum Stichtag 30. Juni 2020 Kredite mit einem Volumen von rund 1,7 Billionen Yuan (ca. 216 Milliarden Euro) an mehr als 500 Millionen Menschen vergeben. Allerdings führt der Konzern nur etwa zwei Prozent des Kreditvolumens in den eigenen Büchern, so Bloomberg. Der überwiegende Teil der Finanzierung laufe über Banken. An verschärfter Regulierung war im November bereits der von der Ant-Gruppe geplante weltgrößte Börsengang gescheitert.
Mehr: Ant muss sich nach abgesagtem Börsengang umstrukturieren
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