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Finanzsektor Ostdeutsche Sparkassen halten Corona-Folgen für verkraftbar

Die ostdeutschen Sparkassen rechnen wegen der Coronakrise und niedriger Zinsen mit spürbar weniger Gewinn, erwarten aber keine massiven Kreditausfälle.
26.08.2020 - 15:45 Uhr Kommentieren
Im Vergleich zu anderen Filialbanken in Deutschland immer noch ein gutes Kosten-Ertrags-Verhältnis. Quelle: Sparkasse Oder-Spree
Eingang einer Sparkasse in Frankfurt an der Oder

Im Vergleich zu anderen Filialbanken in Deutschland immer noch ein gutes Kosten-Ertrags-Verhältnis.

(Foto: Sparkasse Oder-Spree)

Berlin Jahrelang war die Position vernachlässigbar. Die Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite spielte in den Bilanzen der 45 ostdeutschen Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen kaum eine Rolle. Im Zuge der Coronakrise wird sich das ändern.

Die Wertberichtigungen werden nach Angaben des Verbandsgeschäftsführers Wolfgang Zender 2020 voraussichtlich von 88 Millionen Euro auf 208 Millionen Euro steigen. Stresstests hätten ergeben, dass auch bei einem Vielfachen dieser Wertberichtigungen keine Sparkasse in Schwierigkeiten gerate. „Wir sind tiefenentspannt“, meinte Zender.

Auch der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV), Michael Ermrich, beruhigt. „Eigentlich stellt sich jetzt ein Normalzustand ein, mit dem Sparkassen gut umgehen können“, so Ermrich.

Gleichwohl rechnen die ostdeutschen Sparkassen unterm Strich mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses. „Dies wird sich durch die Krise auch noch deutlicher zeigen als zu Jahresbeginn vermutet“, meinte Ermrich. Zudem hinterlassen die Dauerniedrigzinsen Spuren bei den Erträgen. Obwohl die OSV-Institute ihre Neukredite um 23 Prozent auf knapp sieben Milliarden Euro steigerten, gingen die Zinserträge zurück.

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    Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird nach bisheriger Einschätzung um 142 Millionen Euro zurückgehen und gut eine Milliarde Euro betragen. „Gemessen an der Durchschnittsbilanzsumme sind das dann 0,78 Prozent, der niedrigste Wert seit der deutsch-deutschen Währungsunion“, so Zender.

    Das Kosten-Ertrags-Verhältnis - gemessen durch die Cost-Income-Ratio - werde wohl von 61 Prozent auf 64 Prozent steigen. Die Sparkassen müssten demnach also 64 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Diese Relation sei im Vergleich zu anderen Filialbanken in Deutschland immer noch ein Spitzenwert, hieß es.

    Kein Verständnis hat Ermrich für die Empfehlung der Bankenaufsicht, bis Januar 2021 keine Dividende auszuschütten. Ursprünglich war das eine Empfehlung der Europäischen Zentralbank an die systemrelevanten Institute Europas. Die europäische Bankenaufsicht Eba hat diese Empfehlung auch auf andere Institute – wie zum Beispiel Sparkassen – ausgeweitet.

    „Diese Empfehlung ist eigentlich eine Weisung und stellt einen Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung dar“, kritisiert Ermrich. Die Verwaltungsräte der Sparkassen würden die Entscheidung über die Gewinnverwendung stets verantwortungsvoll treffen und benötigten keine Ratschläge. „Viele Institute würden dieser Empfehlung zähneknirschend folgen angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit, ansonsten im kommenden Jahr viele Fragen seitens der Aufsicht beantworten zu müssen“, bemerkte Zender.

    Mehr: Der Gewinn der Dekabank bricht um ein Viertel ein.

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