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Finanzstabilitätsbericht Mehr als 13 Prozent der chinesischen Banken gelten als gefährdet

Die chinesische Zentralbank hat ihren jährlichen Finanzstabilitätsbericht veröffentlicht. Um die Banken des Landes steht es demnach schlecht.
26.11.2019 - 17:44 Uhr Kommentieren
Die chinesische Zentralbank hat laut Bericht alle Banken über ihr Rating informiert. Quelle: Reuters
People's Bank of China

Die chinesische Zentralbank hat laut Bericht alle Banken über ihr Rating informiert.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, Peking Die People's Bank of China (PBOC) hat 586 Banken und Finanzierungsunternehmen des Landes als „hoch risikoreich“ eingestuft – das sind mehr als 13 Prozent der untersuchten Geldhäuser. Das geht aus dem diesjährigen Finanzstabilitätsbericht hervor, den die Notenbank an diesem Montagnachmittag veröffentlicht hat.

Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen: 2018 waren 10,58 Prozent der Banken in die Hochrisiko-Kategorie gefallen.

Insbesondere kleinere, ländliche Banken sind von den Problemen betroffen. Dazu zählen Kreditausfälle und zu geringe Eigenkapitalbestände.

Schon im April hatte der chinesische Rechnungshof in einem Bericht gewarnt, dass Ende 2018 etwa bei einigen kleinen Geldinstituten in der zentralchinesischen Provinz Henan mehr als 40 Prozent aller Kredite faul gewesen seien. Im Gegensatz zu Chinas großen Banken agieren die kleineren Geldhäuser meist nur regional und sind deshalb abhängig von der lokalen Konjunktur und Wachstumsmodellen, die oftmals kurzfristige Profite über Nachhaltigkeit stellen.

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    Die kriselnden Kleinbanken haben mit dazu beigetragen, dass China seit drei Jahren „finanzielle Stabilität“ und die Reduzierung von Unternehmensverschuldungen als wichtige politische Ziele ausgibt.

    Vor diesem Hintergrund hat der chinesische Staat Anfang des Jahres kriselnde Banken gerettet, so etwa die Jinzhou Bank und die Hengfeng Bank. Für Aufsehen sorgte außerdem die Zwangsübernahme der bis dahin wenig bekannten Baoshang Bank durch die chinesische Zentralbank und Chinas Aufsichtsbehörde für Banken und Versicherungen (CBIRC). Der Fall hat gezeigt, wie ernst die Probleme bei Chinas Kleinbanken sind.

    Doch nicht nur Regionalbanken stehen unter Druck. Auch Chinas vier große Geldinstitute – die Bank of China, die Agricultural Bank of China, die Industrial and Commercial Bank of China und die China Construction Bank – haben laut dem Bericht Probleme.

    Echtzeitaufsicht soll verstärkt werden

    Ein Grund ist, dass die chinesische Wirtschaft unter dem Einfluss des Handelsstreits mit den USA so langsam wächst wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Der chinesischen Zentralbank zufolge reagieren die chinesischen Finanzmärkte höchst sensibel auf die globale Handelssituation.

    Zudem hat sich die Verschuldungsquote chinesischer Haushalte bis Ende 2018 auf 60,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht. Für Regionen und Familien mit niedrigerem Einkommen birgt das dem Bericht zufolge Schuldenrisiken.

    Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage will die PBOC ihre Echtzeitaufsicht über Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkte verstärken, um zu verhindern, dass sich Risiken branchenübergreifend ausbreiten.

    Die Zentralbank bekräftigte, dass sie eine proaktive Fiskalpolitik und eine umsichtige Geldpolitik beibehalten, weitere Steuersenkungen vornehmen und die Emissionsquote für Spezialanleihen der lokalen Regierungen, die zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten verwendet werden, erhöhen werde.

    Künftig will die PBOC ihre Kreditversorgung anpassen, um die Wirtschaft besser anzukurbeln und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Risikoabwehr herzustellen.

    Außerdem prüfe sie die Entwicklung eines Ausstiegsmechanismus für nicht qualifizierte Aktionäre ländlicher Finanzinstitute, ebenso wie marktbasierte und diversifizierte Ansätze für Finanzinstitute zum Ausstieg aus dem Markt.

    Grundsätzlich habe man im vergangenen Jahr Fortschritte bei der Eindämmung finanzieller Risiken gemacht, sagte die PBOC. Doch es seien immer noch zahlreiche Risiken vorhanden, die sich über die vergangenen Jahre aufgetürmt hätten. Für die Beseitigung vieler potentieller Bedrohungen brauche man mehr Zeit.

    Die Banken, die im nun veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht vorkommen, wurden der PBOC zufolge über ihr Rating informiert. Einige seien aufgefordert worden, ihr Kapital zu erhöhen und faule Kredite zu reduzieren.

    In der ersten Hälfte dieses Jahres hatte die chinesische Zentralbank bereits 30 mittelgroße und große Banken getestet. Dabei waren im Basisszenario unter der Annahme eines Bruttoinlandsproduktwachstums von 5,3 Prozent neun von 30 Großbanken gescheitert.

    Im Szenario mit einem BIP von nur 4,15 Prozent fielen gar 17 von 30 Großbanken durch. Nach globalen Standards, die die Eigenkapitalanforderungen ausschließen, scheiterte jeder der 30 Kreditgeber im Basisszenario und sieben im Worst-Case-Szenario.

    Mehr: Chinas Notenbank hat kürzlich überraschend ihre geldpolitische Strategie gelockert. So will sie das durch schlechte Wirtschaftszahlen angeschlagene Anlegervertrauen stärken.

    • catk
    • Bloomberg
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