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Finma Schweizer Finanzmarktaufsicht greift in Beschattungsskandal bei Credit Suisse durch

Die Behörde will in einem speziellen Verfahren Anhaltspunkten auf Aufsichtsrechtsverletzungen nachgehen. Die Credit Suisse gibt sich kooperativ.
02.09.2020 Update: 02.09.2020 - 12:50 Uhr Kommentieren
Finma greift in Beschattungsskandal bei Credit Suisse durch Quelle: Reuters
Logo der Credit Suisse in Zürich

Das Geldhaus betont, Beschattung gehöre nicht zur Kultur der Bank.

(Foto: Reuters)

Zürich Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) weitet in der Affäre um die Beschattung von ehemaligen Spitzenmanagern die Untersuchungen gegen die Credit Suisse aus. Die Behörde eröffnet deswegen ein sogenanntes Enforcement-Verfahren gegen die Schweizer Großbank.

„Darin wird die Finma Anhaltspunkten auf Aufsichtsrechtsverletzungen im Kontext der Beschattungs- und Sicherheitsaktivitäten der Bank nachgehen, insbesondere auch der Frage, wie diese Aktivitäten dokumentiert und kontrolliert wurden“, erklärte die Finma am Mittwoch. Die Credit Suisse sicherte eine vollumfängliche Zusammenarbeit zu.

Vor einem Jahr war publik geworden, dass die Bank ihren inzwischen beim Erzrivalen UBS arbeitenden Star-Vermögensverwalter Iqbal Khan und weitere Spitzenmanager überwachen ließ. Als Folge Skandals haben Konzernchef Tidjane Thiam, Chief Operating Officer Pierre-Olivier Bouee und der Sicherheitschef die Bank inzwischen verlassen.

Dagegen ist Präsident Urs Rohner, der sich in der Affäre als Krisenmanager sieht, noch auf seinem Posten. Weil die Finma der Frage nachgeht, wie die Beschattung kontrolliert wurde, ist nicht ausgeschlossen, dass Rohner als oberster Aufseher des Instituts ins Visier der Behörde geraten könnte.

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    „Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung von Credit Suisse sind sich darüber einig und halten fest, dass die Beschattung von Mitarbeitenden nicht zur Kultur der Bank gehört“, erklärte Credit Suisse am Mittwoch.

    Im Zuge des Skandals hatte die Finma einen unabhängigen Prüfbeauftragten beim zweitgrößten Schweizer Geldhaus installiert. Dagegen ging die Bank, die an der Unabhängigkeit der damit beauftragten Anwaltskanzlei zweifelt, gerichtlich vor, blitzte in einem ersten Verfahren allerdings ab. „Credit Suisse bestätigt, dass sie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Bundesgericht überprüfen lässt“, erklärte ein CS-Sprecher.

    Bereits Rüge wegen Mängeln in der Geldwäschebekämpfung

    Es ist nicht das erste Mal, dass die Finma ein Enforcement-Verfahren gegen die Credit Suisse führt. 2018 rügte die Aufsicht die Bank wegen Verstößen gegen Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und stellte ihr einen Aufpasser zur Seite. Ein Enforcement-Verfahren dient der Durchsetzung von Aufsichtsrecht.

    Dazu stehen der Finma verschiedene Instrumente zur Verfügung. Sie reichen von vorsorglichen Maßnahmen über Berufsverbote, Unterlassungsanweisungen und Tätigkeitsverbote bis hin zu Bewilligungsentzug.

    Dass die nun laufende Untersuchung einschneidende Konsequenzen nach sich zieht, scheint indes unwahrscheinlich. „Dieser Schritt musste erwartet werden, weil einerseits die Umstände der Affäre doch sehr außergewöhnlich waren und andererseits der Medienrummel inklusive CEO-Wechsel schlicht unüberhörbar war“, erklärte etwa ZKB-Analyst Javier Lodeiro. „Vor einem halben Jahr hat die CS Group ihren CEO ausgewechselt und zugegeben, falsch gehandelt zu haben. Wir gehen nicht davon aus, dass der CS Group gravierende Strafen auferlegt werden.“

    Mehr: Credit Suisse trotzt mit deutlichem Gewinnplus im ersten Halbjahr der Coronakrise.

    • rtr
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