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Fintech Der Zahlungsdienstleister Rapyd erwägt, eine Bank in Deutschland zu kaufen

Das britische Finanz-Start-up hat bereits Wirecard-Kunden zu sich gelockt. Es will Händler über Bankdienstleistungen enger an sich binden.
10.07.2020 - 16:16 Uhr Kommentieren
Weltweit kaufen immer mehr Menschen per Internet ein, spezielle Dienstleister wickeln Onlinezahlungen ab. Quelle: mauritius images / BQ
Onlineshopping

Weltweit kaufen immer mehr Menschen per Internet ein, spezielle Dienstleister wickeln Onlinezahlungen ab.

(Foto: mauritius images / BQ)

Frankfurt Der britische Zahlungsdienstleister Rapyd bekundet nicht nur Interesse an Teilen des insolventen Wettbewerbers Wirecard – er liebäugelt auch damit, eine Bank in Deutschland zu kaufen. Rapyd-Chef Arik Shtilman sagte dem Handelsblatt: „Im vergangenen Jahr haben wir geprüft, eine deutsche Bank zu kaufen – und wir sehen uns noch immer nach einer Kaufgelegenheit um.“

Zahlungsdienstleister brauchen keine Banklizenz für ihre wesentlichen Dienstleistungen. Manche Konkurrenten haben aber bereits ein Bankgeschäft und können so mit Zusatzdienstleistungen Händlerkunden enger an sich binden. Sie bieten Händlern beispielsweise ein Bankkonto an, um Zahlungen in deren Onlineshops oder an der Ladenkasse schneller oder – im Fall von Ratenzahlungen – vorzeitig weiterzureichen.

Rapyd zählt zu den neuen Wettbewerbern in der bereits schwer umkämpften Branche der Zahlungsdienstleister. Das Unternehmen hat insgesamt rund 160 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem vom Bezahldienst Stripe. Shtilman zufolge strebt Rapyd eine neue Finanzierungsrunde für Ende 2020 oder für das Jahr 2021 an. „Wir denken, das ist gut umsetzbar. Wir bekommen jede Woche Angebote.”

Das Fachportal „Techcrunch“ schrieb im vergangenen Herbst, dass sich Rapyds Bewertung einer Milliarde Dollar (886.000.000 Euro) nähere. Das Finanz-Start-up selbst äußert sich grundsätzlich nicht zu seiner Bewertung.

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    Die Zuversicht des Rapyd-Chefs und die bereits hohe Bewertung sind Zeichen dafür, dass die Branche weiter rasant wachsen dürfte. Rapyd zählt derzeit gut 3000 Kunden, darunter 75 aus Deutschland, und will noch bis Ende dieses Jahres die Kundenzahl verdoppeln. Das Unternehmen erbringt Dienstleistungen unter anderem für den Fahrdienst Uber und für Ikea, weitere Kunden nennt es nicht. Die Firma hat rund 260 Mitarbeiter.

    Karten- und Onlinezahlungen werden weltweit immer beliebter

    Verbraucher zahlen weltweit immer weniger mit Bargeld und immer öfter per Karte oder online. Gerade in der Coronakrise nutzen viele Menschen lieber Karte oder Smartphone zum Bezahlen – in der Annahme, dass das hygienischer als Bargeld ist. Experten gehen davon aus, dass sich daher die Abkehr vom Bargeld beschleunigt.

    Der Ansatz von Rapyd ist, besonders international agierenden Händlern viele verschiedene Bezahlarten aus einer Hand anzubieten. Das Unternehmen bündelt dabei auch Dienstleistungen anderer Zahlungsfirmen auf seiner Plattform. Zudem können Händler über Rapyd auch Auszahlungen vornehmen und eigene Bezahldienste unter ihrer Marke anbieten.

    Denn von Land zu Land unterscheidet es sich teils erheblich, wie genau Verbraucher bevorzugt bezahlen – ob per Kreditkarte, Bezahldienst oder Rechnung. Rapyd zielt beispielsweise darauf ab, dass die Händler auch Kunden in Schwellenländern erreichen, die keine Kreditkarte und womöglich nicht einmal ein Bankkonto haben. So können Verbraucher Onlineeinkäufe sogar mit Bargeld begleichen.

    Gleichwohl ist der Konkurrenzkampf enorm. Zahlungsdienstleister müssen für Innovationen viel Geld in die Hand nehmen, auch deshalb wird Größe immer wichtiger. Zuletzt gab es viele, zum Teil große Übernahmen in der Branche. Rapyd hat kürzlich einen isländischen Zahlungsspezialisten gekauft.

    Shtilman erwartet, dass Händler verstärkt mehrere Zahlungsdienstleister engagieren. „Ihre Erfahrung aus dem Wirecard-Skandal ist, dass sie nicht von einem einzigen Zahlungsanbieter abhängig sein sollten.“ Zugleich gilt aber auch als möglich, dass Banken wieder verstärkt in den Zahlungsmarkt zurückkehren. Die Geldhäuser spielen in der Abwicklung von Zahlungen für Händler kaum mehr eine Rolle.

    Mehr: Ex-Wirecard-Chef Markus Braun verpflichtet mehrere Top-Anwälte.

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