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Fintech PR-Kampagne – Savedroid-Gründer hat sich doch nicht mit Investorenkapital abgesetzt

Tausende Investoren glaubten, der Savedroid-Gründer Hankir habe sich mit ihrem Geld davongemacht. Jetzt erklärt das Fintech die Aktion zum PR-Trick.
19.04.2018 Update: 19.04.2018 - 11:15 Uhr 1 Kommentar
Mit der Kampagne will das Fintech Werbung für ein neues Geschäftsmodell machen. Quelle: Screenshot
Savedroid-Website

Mit der Kampagne will das Fintech Werbung für ein neues Geschäftsmodell machen.

(Foto: Screenshot)

Frankfurt Rund 35.000 Investoren, die dem Frankfurter Fintech Savedroid rund 40 Millionen Euro bei einem Initial Coin Offerings (ICO) – einem virtuellen Börsengang – zur Verfügung gestellt haben sollen, können aufatmen: Am Mittwoch hatten sie noch befürchtet, das Unternehmen sei entweder Opfer eines Hacker-Angriffs geworden oder die Gründer hätten sich mit dem Geld der Anleger abgesetzt.

Nun machte Savedroid-Gründer Yassin Hankir in einer Video-Botschaft klar, dass alles nur eine „sehr drastische Kampagne“ war.

Statt der gewohnten Internetseite war auf der Website am Mittwoch noch ein Bild aus der US-Comic-Serie „South Park“ zu sehen, darüber die Schrift „And it’s gone“ – und es ist weg. Zudem waren auf Hankirs Twitter-Seite zwei Fotos aufgetaucht.

Eines zeigt den Gründer und Geschäftsführer vor einer Anzeigetafel am Flughafen, auf dem anderen wird eine Bierflasche der Marke Stella vor einem Strandpanorama mutmaßlich in Ägypten in die Kamera gehalten – dazu die Nachricht „Thanks guys! Over and out“. Keiner der Savedroid-Gründer war dazu zu erreichen.

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    In seiner Video-Botschaft bat Hankir am Donnerstagmorgen um Entschuldigung für die Aktion. „Wir sind noch da und waren nie weg und werden auch in Zukunft hier sein“, sagte er. Er habe nicht mit dem Vertrauen der Investoren spielen wollen. Stattdessen habe er darauf hinweisen wollen, wie viel Betrug im Bereich ICOs passiert und wie einfach es auch für Savedroid gewesen wäre, mit dem Geld einfach zu verschwinden.

    Nun bietet sich Hankir als Sparrings-Partner für die Finanzaufsicht Bafin an, damit diese ICOs nicht komplett verbietet. Stattdessen müsse gemeinsam eine „bessere Regulierung“ entwickelt werden, um ICOs zu einer relevanten Finanzierungsmöglichkeit zu machen. Die Bafin hatte Anleger im vergangenen November vor virtuellen Börsengängen gewarnt: Der milliardenschwere Markt ziehe Betrüger an und Anleger müssten sich demnach auf einen Totalverlust einstellen.

    Derweil prüft die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Savedroid. Ein Sprecherin der Behörde sagte am Donnerstag, die Staatsanwaltschaft befasse sich mit den Vorgängen bei Savedroid und entscheide, ob ein Verfahren eingeleitet werde. Gründer Hankir war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

    Werbung für neues Geschäftsmodell

    Außerdem sollte die Kampagne Aufmerksamkeit auf ein neues Geschäftsmodell von Savedroid lenken. Mit seiner App wollte es Kunden bisher beim Sparen helfen. Nutzer können darüber Sparregeln einrichten, so dass bei bestimmten Anlässen automatisch Geld von ihrem Girokonto auf ihr Savedroid-Konto übertragen wird – zum Beispiel, wenn sie in einem bestimmten Laden eingekauft haben oder wenn sie sich wenig bewegt haben. Die Sparbeträge landen dann auf einem unverzinsten Sparkonto bei der Wirecard Bank.

    Künftig will Hankir laut Video-Botschaft einen Beratungsservice für andere Unternehmen starten, die ebenfalls einen virtuellen Börsengang planen.

    Savedroid selbst hatten den ICO Anfang des Jahres gestartet, um neues Kapital für die Erweiterung einer Sparplattform einzusammeln. Diese soll auch Laien einfachen Zugang zu Kryptowährungen bieten.

    Scharfe Kritik in sozialen Medien

    In den sozialen Medien erntete Savedroid am Donnerstagmorgen überwiegend Kritik für seine Aktion. Das Vertrauen der Anleger sei missbraucht worden, hieß es. Außerdem habe das Unternehmen damit zwar seinen eigenen Bekanntheitsgrad erhöht, aber der ICO- und Kryptowährungs-Szene stark geschadet.

    Auch mit Geschäftspartnern könnte es sich das junge Unternehmen verscherzt haben. So agiert die Bank Frick aus Liechtenstein als Treuhänder für einen Teil des Geldes, das Savedroid bei dem ICO eingenommen hat. Am Donnerstagmorgen ließ sie über den Kurznachrichtendienst Twitter wissen, dass ihr die PR-Aktion völlig unverständlich sei und dass sie es vorziehe mit professionellen Geschäftspartnern zu arbeiten.

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    1 Kommentar zu "Fintech: PR-Kampagne – Savedroid-Gründer hat sich doch nicht mit Investorenkapital abgesetzt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Habe im Web eine Online Petition zur Personalie Dr. Hankir gefunden. Finde ich ganz interessant, zumal sich das Unternehmen im Bereich der Kryptowährungen bewegt, finde ich ein Voting über die Zukunft des CEOs seitens der Investoren recht gut. So kann festgestellt werden wie weit die Investoren Herrn Hankir noch vertrauen.

      https://secure.avaaz.org/de/petition/Aufsichtsrat_der_Savedroid_AG_Vorsitzender_Debjit_Datta_Chaudh_Savedroid_Investor_Voting_Personalie_Dr_Yassin_Hankir_PR__1/

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