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Fintech Scalable Capital plant, die größte digitale Investmentplattform in Kontinentaleuropa aufzubauen

Erik Podzuweit, Co-Chef des Münchener Start-ups, erklärt im Handelsblatt-Podcast, wie das Fintech bis zum Jahresende 100.000 Kunden hinzugewinnen möchte und in welchen weiteren Ländern Europas es an den Start geht.
07.07.2021 - 17:57 Uhr Kommentieren
Der Mitgründer von Scalable Capital will das Brokerage-Geschäft auch nach Frankreich, Italien und Spanien ausweiten. Quelle: Scalable Capital
Erik Podzuweit

Der Mitgründer von Scalable Capital will das Brokerage-Geschäft auch nach Frankreich, Italien und Spanien ausweiten.

(Foto: Scalable Capital )

Düsseldorf, Frankfurt Noch vor wenigen Monaten schien die Konkurrenz unter den Neobrokern groß. Zahlreiche neue Anbieter warben mit günstigem Wertpapierhandel und intuitiven Plattformen um Kunden. Inzwischen hat sich das Berliner Start-up Trade Republic als unangefochtener Marktführer herauskristallisiert.

Doch auch Konkurrent Scalable Capital sieht sich im Brokerage-Geschäft in einer guten Position: „Wir sind nach unseren Wettbewerbern gestartet und innerhalb von einem knappen Jahr zur Nummer zwei aufgestiegen“, sagt Erik Podzuweit, Mitgründer von Scalable Capital, im Handelsblatt-Podcast.

Scalable Capital hat auf seiner Plattform insgesamt mehr als eine Viertelmillion Kunden. Bis zum Jahresende sollen Podzuweit zufolge weitere 100.000 Kunden in Deutschland hinzukommen. Zudem will das Unternehmen im gleichen Zeitraum in ein bis zwei weiteren europäischen Märkten starten. Dass dabei Frankreich, Italien und Spanien auf der Agenda stehen, hatte Scalable Capital erst kürzlich bekannt gemacht.

Rückenwind gibt auch die jüngste Finanzierungsrunde: Vor wenigen Wochen sammelte das Unternehmen 180 Millionen Dollar bei Investoren ein und stieg damit zum Einhorn auf. So werden Start-ups mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde Dollar genannt.

Beteiligt hat sich dabei auch der chinesische Internetkonzern Tencent. Das sei ein beeindruckendes Unternehmen, das „als Investor im Fintech-Bereich sehr umtriebig ist“, so Podzuweit. In Bezug auf geopolitische Spannungen mit China sagt der Scalable-Co-Chef, dass er grundsätzlich keine Unterschiede sehe, ob ein Investor aus den USA oder aus China komme. „Ein Unterschied ist aber, dass Tencent vornehmlich Frauen im Team hat“, betont er. Da sei Tencent in der männerdominierten Venture-Capital-Branche erfrischend anders.

Asiatische Investoren verstehen das mobile Internet

Hinzu komme, dass große asiatische Investoren „das mobile Internet verstehen wie kein anderer“. Gerade im Wertpapier-Brokerage, wo der Handel über das Smartphone vor allem bei jungen Menschen immer bedeutender wird, ist dieses Wissen für Scalable Capital von Vorteil.

So fühlt sich Podzuweit gut gerüstet, um auch langfristig neben Trade Republic am Markt zu bestehen. „Im Brokerage-Geschäft wird sich nicht nur ein einzelner Anbieter durchsetzen. Aus unserer Sicht ist Platz für ein bis zwei größere Spieler und ein paar Nischenplayer“, urteilt er.

Und fügt hinzu: „Wir sollten dennoch nicht so naiv sein zu glauben, dass Kunden 30 Angebote vergleichen können.“ Mehr als eine Handvoll namhafter Neobroker werde es längerfristig nicht geben.

Digitale Vermögensverwaltung und Brokerage

Seine Stärke sieht Scalable Capital in seinem umfassenden Angebot. Gestartet ist das Unternehmen zunächst mit einer digitalen Vermögensverwaltung, erst seit dem vergangenen Jahr ist der Neobroker am Start. „Wir wollen die größte digitale Investmentplattform in Kontinentaleuropa werden“, verkündet Podzuweit große Pläne.

Die vollwertige Investmentplattform sei denn auch die große Stärke des Unternehmens. Die Konkurrenten seien meist entweder Broker oder Robo-Advisors. Scalable Capital hat im Brokerage-Geschäft inzwischen sogar mehr Kunden als in der Vermögensverwaltung. Dort ist aber das verwaltete Vermögen höher.

Mit der Performance des Robo-Advisors im vergangenen Jahr ist der Co-Chef des Unternehmens indes nur bedingt zufrieden: „Unser quantitatives Risikomodell lief unterdurchschnittlich und hat die Benchmark verfehlt. Die nachhaltigen Modelle haben dagegen gut performt.“ Dieses Jahr, verspricht er, werde besser werden.

Junge Menschen von ETF-Sparplänen überzeugen

Im Brokerage-Geschäft will Podzuweit noch mehr jüngere Menschen von ETF-Sparplänen überzeugen. „Ein ETF-Sparplan muss für sie das neue Sparbuch sein“, sagt er.

Anleger könnten aber auch in Kryptowährungen investieren. Die Anlageklasse sei derzeit bei neun von zehn Kunden unter 35 Jahren gefragt. Und das gelte trotz der jüngsten Kurskapriolen: „Mich überrascht, wie robust die Kryptojünger sind. Jedes Mal, wenn der Kurs abschmiert, steigen sie wieder ein“, äußert sich Podzuweit erstaunt.

In der nächsten Zeit gehe es ihm vor allem darum, das Geschäft auf ein noch breiteres Fundament zu stellen und die europäische Expansion voranzutreiben. Sei das geschafft, könne er sich auch einen Börsengang vorstellen.

Mehr: Trade-Republic-Mitgründer Christian Hecker: „Der einzig wahre Konkurrent ist das Sparschwein“

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