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Fintechs Finleap Connect kauft in Spanien zu

Es ist die erste Übernahme in der noch jungen Firmengeschichte: Das Berliner Fintech übernimmt Myvalue Solutions.
28.07.2021 - 07:00 Uhr Kommentieren
Kurz nach einer Finanzierungsrunde über 22 Millionen Euro wagt sich das deutsche Fintech an eine Übernahme in Spanien. Quelle: Finleap Connect
Frank Kebsch, Vorstandschef von Finleap Connect

Kurz nach einer Finanzierungsrunde über 22 Millionen Euro wagt sich das deutsche Fintech an eine Übernahme in Spanien.

(Foto: Finleap Connect)

Frankfurt Die Internationalisierung ist der wahrscheinlich wichtigste Punkt der Wachstumsstrategie von Frank Kebsch, dem Geschäftsführer des deutschen Open-Banking-Spezialisten Finleap Connect. Um diesem Ziel einen Schritt näherzukommen, wagt Kebsch jetzt die erste Übernahme der Firmengeschichte: Das deutsche Fintech kauft den zweitgrößten spanischen Open-Banking-Anbieter Myvalue Solutions.

„Unser Markt konsolidiert sich derzeit extrem schnell. Die Kunden brauchen mittlerweile unbedingt eine internationale Aufstellung seitens ihrer Partner“, begründet Kebsch den Zukauf. Außerdem ergänze das Angebot von Myvalue die Produktpalette von Finleap Connect sehr gut. Zum Kaufpreis will der Geschäftsführer keine Angaben machen. Auf Basis der in diesem Markt üblichen Bewertungen gilt ein einstelliger Millionenbetrag als wahrscheinlich.

Erst Mitte Juni hat der 2019 aus dem Zusammenschluss der drei Fintechs Figo, Finreach und Infinitec hervorgegangene Open-Banking-Spezialist 22 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Zu den bestehenden Investoren kam dabei der Fintech-Investor SBI Investment aus Japan sowie der Fintech-Fonds Ilavska Vuillermoz Capital neu hinzu.

Durch die Finanzierungsrunde stieg die Bewertung auf einen dreistelligen Millionenbetrag, in Finanzkreisen ist von 100 bis 150 Millionen Euro die Rede. Finleap Connect beschäftigt bislang 160 Mitarbeiter an fünf verschiedenen europäischen Standorten. Durch die Übernahme in Spanien kommen jetzt 27 hinzu.

Open Banking bedeutet, dass Geldhäuser ihren Kunden Produkte aus dem gesamten Finanzmarkt, also auch von Wettbewerbern, anbieten. Hintergrund für den Ansatz ist eine Richtlinie der Europäischen Union namens PSD2, laut der Kreditinstitute auf Wunsch ihrer Kunden bestimmten Drittanbietern den Zugriff auf Bankkonten und Finanzdaten gewähren müssen.

Über seine Open-Banking-Plattform bietet Finleap Connect seinen Partnern Zugriff auf mehr als 3600 Banken in ganz Europa. Die Vernetzung basiert auf einer Schnittstelle, die mehr als 65 Millionen Transaktionen im Monat verarbeitet.

Myvalue wurde 2009 als kundenorientierte Consumer-App in Madrid gegründet. Mittlerweile bietet der Spezialist für die Aggregation und Kategorisierung von Bankdaten seine Dienstleistungen und Produkte nicht mehr nur für Privatpersonen, sondern vorrangig auch für Finanzinstitute an. Die Firma decke dabei die Mehrheit des spanischen Bankenmarktes ab, erläutert Kebsch. Der Finleap-Connect-Chef will die Technologien und Produkte der Spanier nun auch für andere Anwender wie Fintechs, Versicherungen oder Einzelhandelsunternehmen nutzbar machen. Dadurch vervierfache sich der Zielmarkt für die Produkte von Myvalue.

Sinkende Verluste

Laut dem jüngsten veröffentlichten Geschäftsbericht summierten sich die Umsätze von Finleap Connect 2019 auf 4,9 Millionen Euro bei einem Jahresfehlbetrag von 8,1 Millionen Euro. 2020 seien die Umsätze „deutlich und nachhaltig“ gewachsen, betont Kebsch. Das Unternehmen sei bei den Umsätzen „in den zweistelligen Millionenbereich“ vorgestoßen, und auch die Verluste seien deutlich gesunken.

Im Open-Banking-Markt ist derzeit jede Menge Bewegung. Wichtigster Konkurrent von Finleap-Connect auf den kontinentaleuropäischen Märkten dürfte der deutlich höher finanzierte schwedische Anbieter Tink sein, der Ende Juni vom US-Kreditkartenriesen Visa übernommen wurde, der sich den Einstieg in den europäischen Open-Banking-Markt 1,8 Milliarden Euro kosten lässt. Zuvor hatte Tink im vergangenen Mai den deutschen Wettbewerber Fintecsystems gekauft.

Trotz der ungleichen Finanzierungsverhältnisse fühlt sich Kebsch für den Konkurrenzkampf gerüstet: „Technisch sind wir mindestens auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb.“

Vor wenigen Tagen sammelte ein weiterer Konkurrent von Finleap Connect, das britische Fintech Yapily, 51 Millionen Dollar frisches Kapital ein. Zu den neuen Investoren zählte unter anderem ein Fonds des deutschen Softwareriesen SAP. Das Geld will Yapily nutzen, um nach Großbritannien, Deutschland und Italien auch nach Frankreich und Spanien zu expandieren.

Auch Finleap Connect will weitere Übernahmen nicht ausschließen. Kebsch betont: „Wir stehen in Kontakt mit möglichen weiteren Unternehmen, aber solche Zusammenschlüsse werden wir stets sehr sorgfältig prüfen, damit die Geschäftsmodelle und Produktpaletten ineinandergreifen.“

Mehr: Scalable-Capital-Chef: Wieso Investoren stark auf Fintechs setzen – und wie er Kunden langfristig halten will

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