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Firmenkundengeschäft Mittelstandsexperte Kotzbauer soll Commerzbank-Vorstand werden – Vorgänger geht im Streit

Die Personalie Kotzbauer zeigt, dass sich das Institut künftig stärker auf das Mittelstandsgeschäft fokussieren will. Vorgänger Boekhout wirft nach nicht mal einem Jahr hin.
25.11.2020 - 15:04 Uhr Kommentieren
Das Finanzinstitut verliert bereits den dritten Vorstand in diesem Jahr. Quelle: AFP
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Das Finanzinstitut verliert bereits den dritten Vorstand in diesem Jahr.

(Foto: AFP)

Frankfurt Weniger Glamour, mehr Mittelstand: Michael Kotzbauer soll Finanzkreisen zufolge die Nachfolge von Roland Boekhout als Firmenkundenchef der Commerzbank antreten. Aktuell ist Kotzbauer als Bereichsvorstand für das Mittelstandsgeschäft in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie den ostdeutschen Bundesländern inklusive Berlin verantwortlich.

Final entschieden werden dürfte die Personalie bereits am Freitag auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt.

Kotzbauer arbeitet seit über 30 Jahren für die Commerzbank. Der 52-Jährige gilt als „Kundenmann“, der viel unterwegs ist und genau weiß, wie der Mittelstand tickt. Seine Berufung ist somit auch ein Signal, dass die Bank im Firmenkundengeschäft künftig einen stärkeren Fokus auf den Mittelstand setzt. Das Geschäft mit Großunternehmen, am Kapitalmarkt und im Ausland soll dagegen zurückgefahren werden.

Der Mittelstandsexperte ist seit 30 Jahren ein Commerzbanker. Quelle: Commerzbank
Michael Kotzbauer

Der Mittelstandsexperte ist seit 30 Jahren ein Commerzbanker.

(Foto: Commerzbank)

Die Debatte über die Ausrichtung der Firmenkundensparte war am Ende ausschlaggebend, dass Boekhout nach knapp einem Jahr schon wieder hinwirft. Anfang 2020 war der langjährige Chef der Direktbank ING-Diba, der in der Branche als Vorreiter bei der Digitalisierung gilt und regelmäßig bei Konferenzen aufgetreten ist, mit großen Vorschusslorbeeren gestartet.

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    Nach der Rücktrittsankündigung von Vorstandschef Martin Zielke im Juli wurde der Niederländer sofort als dessen Nachfolger gehandelt. Am Ende fiel die Wahl jedoch auf Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof.

    Intern wirkte Boekhout zuletzt genervt, weil es in Teilen des Aufsichtsrats Widerstand gegen seine Pläne für die Firmenkundensparte gab. Streit gab es dabei unter anderem darüber, wie stark das Auslandsnetz der Commerzbank eingedampft werden soll und wie das Institut kleine Firmen künftig beraten will.

    Boekhout wollte dabei Finanzkreisen zufolge stärker auf Callcenter und digitale Kanäle setzen als Teile des Aufsichtsrats, die eine persönliche Beratung auch für kleine Firmen weiter als wichtig erachten.

    „Wir wollen der Innovator sein“

    Boekhouts designierter Nachfolger Kotzbauer wurde in New York geboren. Er ist jedoch deutscher Staatsbürger und zog mit seinen Eltern bereits als Kind nach Deutschland. Nach seinem BWL-Studium begann er 1990 seine Karriere bei der Commerzbank und durchlief dabei verschiedenste Positionen.

    Von 2010 bis 2013 leitete er von Schanghai aus das Firmenkundengeschäft der Bank in Asien, anschließend war er als Bereichsvorstand für die großen und kapitalmarktnahen Unternehmen in Süd- und Ostdeutschland verantwortlich.

    Die Commerzbank wollte sich zu seiner bevorstehenden Beförderung, über die Bloomberg zuerst berichtet hatte, nicht äußern.

    Kotzbauer machte Mitte August in einem Interview mit dem „Finance“-Magazin deutlich, dass ihm nicht nur die persönliche Betreuung von Mittelständlern wichtig ist, sondern auch die Zusammenarbeit mit Fintechs und die Weiterentwicklung des Firmenkundengeschäfts.

    Gerade in der Handelsfinanzierung investiere die Bank viel in die Digitalisierung, sagte Kotzbauer. „Für uns macht das dieses Geschäft besser skalierbar und für unsere Kunden sicherer, zum Beispiel bei der Geldwäscheprävention.“

    Künftig wolle die Bank noch stärker auf maschinelles Lernen setzen und arbeite dazu in diesem Bereich zusammen mit dem Fraunhofer-Institut an der Digitalisierung von Lieferketten. „Wir wollen der Innovator bei Trade Finance in Deutschland sein.“

    Grundsätzlich geht Kotzbauer davon aus, dass die Kreditnachfrage im Firmenkundengeschäft auch in den kommenden Jahren hoch bleiben wird – und er beobachtet, dass in diesem hart umkämpften Segment auch die Gewinnmargen langsam steigen. „Kredite sind das Kerngeschäft der Commerzbank, und dieses wird attraktiver“, sagte der Manager. „Ich persönlich glaube, dass vor allem syndizierte Kredite im Mittelstand eine stärkere Verbreitung finden werden.“

    Mehr: Rote Zahlen, frustrierte Mitarbeiter – Was den künftigen Commerzbank-Chef Manfred Knof erwartet

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