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Folgen der Pandemie Corona verhindert die Rückkehr in die Wall-Street-Büros

JP Morgan Chase, Goldman und Barclays schicken Mitarbeiter zurück nach Hause. Die UBS experimentiert unterdessen mit virtuellen Welten im Homeoffice.
21.09.2020 - 09:24 Uhr Kommentieren
US-Bankangestellte fürchten sich vor der Rückkehr in die Bürotürme Manhattans. Quelle: AFP
Die Wall Street in Manhattan

US-Bankangestellte fürchten sich vor der Rückkehr in die Bürotürme Manhattans.

(Foto: AFP)

New York Der Chef der größten US-Bank JP Morgan Chase, Jamie Dimon, wollte die Heimarbeit eigentlich für beendet erklären. Bis spätestens zum 21. September sollten führende Mitarbeiter aus dem Handelsgeschäft zurück ins Büro, hatte die Bank vergangene Woche angekündigt. Das galt für die Standorte in New York genauso wie in London. Doch der Plan lässt sich nicht so einfach umsetzen wie gedacht.

Einige Händler wurden kurz nach der Ankündigung schon wieder nach Hause geschickt, weil ein Mitarbeiter positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden war. Ganz ähnlich verlief es beim Konkurrenten Goldman Sachs und auch bei der britischen Bank Barclays, die nach Monaten der Heimarbeit eine neue Büronormalität schaffen wollten.

Die Bankenchefs sorgen sich um die Produktivität und die Firmenkultur, wenn die Mitarbeiter noch länger von zu Hause aus arbeiten. JP-Morgan-Chef Dimon hatte vergangene Woche beklagt, dass die Produktivität seines Instituts gerade montags und freitags deutlich leide. Zudem würden sich jüngere Mitarbeiter häufig ausgegrenzt fühlen. Dabei haben ausgerechnet die von zu Hause arbeitenden Händler im vergangenen Quartal so hohe Umsätze eingefahren wie nie zuvor.

JP Morgan will bis zu 50 Prozent der Mitarbeiter zurück in den New Yorker Büroturm holen. Goldman Sachs plant ein Rotationssystem, bei dem Mitarbeiter eine Woche von zu Hause aus und eine Woche im Büro arbeiten sollen. Doch die Infektionsfälle bedrohen nun die Rückkehrpläne der Banken.

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    Mitarbeiter fürchten sich vor einem Jo-Jo-Effekt, der am Ende der Zusammenarbeit und der Firmenkultur mehr schaden als nutzen könnte. „Wer will schon zurück ins Büro, wenn man ständig Angst hat, dass man sich bei Kollegen ansteckt?“, sagt ein Händler einer Wall-Street-Bank, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will.

    Auch wenn die Fallzahlen in New York, dem frühen Epizentrum der Pandemie, schon seit Wochen auf niedrigem Niveau sind, ist es ein wichtiges Signal für die Institute, dass das hochansteckende und tödliche Virus immer noch ernst zu nehmen ist.

    Die Stadt bereitet sich derzeit auf eine zweite Infektionswelle im Herbst vor und erlaubt gleichzeitig, dass Restaurants ab Ende September wieder im Innenbereich Gäste empfangen dürfen. Auch Schulen und Museen werden wieder öffnen.

    Diskussionen über die richtige Strategie

    Seit Wochen diskutieren Politiker, Topmanager und Arbeitnehmer über die richtige Strategie der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Die Pandemie hat New York in eine tiefe Krise gestürzt. In Manhattan stehen so viele Apartments und Büros leer wie seit Langem nicht mehr. Der Stadt fehlen Milliarden an Steuereinnahmen.

    „Ich habe CEOs wirklich dazu gedrängt, die Mitarbeiter zurück in die Büros zu beordern“, räumte Jeff Blau, Chef des Immobilienentwicklers Related, Ende August im Gespräch mit dem Finanzinformationsdienst Bloomberg ein. Denn davon würden auch Restaurants und Einzelhändler profitieren.

    Doch damit ist eine ganze Reihe von Herausforderungen verbunden, auch für die Banken. Allein Mitarbeiter unter Einhaltung der Abstandsregeln in Aufzügen zu befördern wird zu großen Verzögerungen führen. Selbst die modernsten Bürotürme wurden so konzipiert, dass möglichst viele Menschen möglichst schnell hinein- und hinaustransportiert werden können.

    Unterdessen versucht JP Morgan zu beschwichtigen: Man habe „eine sehr begrenzte Anzahl an Infektionsfällen“ gesehen, die nichts mit der Rückkehr ins Büro zu tun hätten, teilte die Bank mit. „Wir können unsere Pläne schnell revidieren, wenn wir besorgniserregende Trends sehen."

    Nicht alle Banken forcieren die schnelle Rückkehr ins Büro. Die Mitarbeiter der Deutschen Bank in New York etwa können bis Mitte 2021 von zu Hause arbeiten. Dann steht der Umzug in das neue Büro am Central Park an. Die Bank of New York Mellon hat für den Rest des Jahres Heimarbeit angeordnet.

    Die UBS denkt unterdessen darüber nach, die Händler in London mit sogenannten Augmented-Reality-Headsets auszustatten. Mit der Hololens von Microsoft könnte die Atmosphäre eines geschäftigen Tradingfloors nachgestellt werden, ohne dass die Mitarbeiter ihre Wohnung verlassen müssen.

    Mehr: Manhattan kämpft gegen den Leerstand.

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